
Oberliga: Im Anschluss an die außerordentliche Mitgliederversammlung des KFC Uerdingen am Mittwochabend war Norbert Philipp zum neuen Vorsitzenden des Vereins ernannt worden. In seiner Antrittsrede sprach er davon, in Zukunft nur allzu gerne wieder vermehrt sportliche Schlagzeilen über den Verein lesen zu wollen.
Gründe dafür liefern die Mannschaft und Trainer Julian Stöhr einige. Denn zumindest der Pflichtspielstart in das Jahr 2026 kann sich sehen lassen. Bei zwei Spielen steht die Maximalausbeute von sechs Punkten zu Buche, zudem ein Torverhältnis von 7:0 Toren. Das war nach den Ergebnissen aus den Vorbereitungsspielen so nicht zu erwarten gewesen, dort hatten sich die Uerdinger zumeist schwergetan und sogar empfindliche Niederlagen hinnehmen müssen.
Die Begrifflichkeit „empfindliche Niederlage“ dürfte auch eine der ersten Assoziationen sein, wenn Julian Stöhr und seine Mannschaft an das Hinspiel beim FC Büderich zurückdenken. Im September des vergangenen Jahres setzte es am vierten Spieltag ein deutliches 1:4 in Büderich, nachdem die ersten vier Pflichtspiele (drei in der Liga und die erste Runde im Verbandspokal) sowie die acht Testspiele allesamt ohne Niederlage bestritten wurden. Bei einer komplett neu zusammengestellten Mannschaft war dies auch nicht zwingend zu erwarten.
Die Niederlage in Büderich leitete für den KFC damals auch eine Phase ein, die eher von Rückschlägen als von Erfolgserlebnissen geprägt war. Sollte es nun im Rückspiel am Sonntag (15 Uhr in der Grotenburg) erneut eine Niederlage geben, würde der KFC anders damit umgehen können. Davon ist Julian Stöhr überzeugt. „Das wird sich nicht wiederholen. Wir sind heute viel gefestigter als damals“, betont er. Überhaupt möchte er dem Hinspiel gar nicht so viel Bedeutung beimessen, auch wenn es eben seine erste Niederlage als Cheftrainer des KFC Uerdingen war. Worte wie „Wiedergutmachung“ oder „Revanche“ seien für ihn fehl am Platz. „Wir können das nicht wiedergutmachen, die Punkte sind weg“, sagte er auf der Pressekonferenz im Vorfeld des Spiels. Anders als etwa im Europapokal, wo es in der K.o.-Phase mit Hin- und Rückspiel tatsächlich möglich sei, ein Resultat wieder aufzuholen, gehe es am Sonntag „nur“ um drei ganz normale Punkte. Das Ergebnis sei da zweitrangig.
Einer, der seinen Anteil an der 1:4-Niederlage im Hinspiel hatte, zählt nun zum Kader des KFC. Justin Möllering, damals noch Stammkeeper beim FC Büderich, hatte den Uerdinger Angriff mit seinen Paraden schier zur Verzweiflung getrieben. Er war in der Winterpause nach Krefeld gewechselt und fand sich zunächst auf der Bank wieder. Gegen seinen Ex-Klub und auch im Nachholspiel gegen Baumberg soll er aber seine Chance bekommen. Es mag im ersten Moment merkwürdig klingen, dass ein Trainer den Torwart wechselt, obwohl die beiden vergangenen Spiele ohne Gegentor gewonnen wurden. „Mit Jonas Holzum und Justin Möllering war das so schon vor Wochen abgesprochen“, sagt Stöhr. Insofern sei es im Team kein Thema, über das diskutiert werden müsse. „Jonas hat das in den beiden Spielen sehr gut gemacht“, lobt der Trainer, aber nun soll der Neue eben seine Chance erhalten.
Zumal ein wenig Insiderwissen nicht schaden kann. Stöhr erklärte, im Vorfeld mit Möllering, aber auch mit Alexander Lipinski, der in der vergangenen Rückserie beim FCB spielte, gesprochen zu haben. Neben diesem Input hat der Coach in der Vorbereitung auch auf seine Beobachtungen aus den Büderich-Spielen gegen Biemenhorst und St. Tönis zurückgreifen können. „Büderich ist wirklich eine Wundertüte“, sagt Stöhr. In einer Liga, in der jeder gegen jeden gewinnen kann, rage Büderich noch einmal heraus in Sachen Überraschungspotenzial. „Der FC hat ein gutes Umschaltspiel. Das müssen wir unterbinden“, fordert Stöhr. Ihm wird dabei Derick Gyamfi fehlen, der sich im Training leicht verletzt habe. Ulrich Bapoh sei dort zwar inzwischen dabei, aber für das Spiel gegen Büderich noch keine Option. Ob es neben dem Wechsel auf der Torhüter-Position weitere Veränderungen in der Startelf geben wird, wollte Stöhr noch nicht verraten.