
Zum Klassiker des ewig Ersten der DDR-Oberliga gegen den ewigen DDR-Rekordmeister kam es am 32. Spieltag. Nach der deftigen Niederlage in Magdeburg wollte die Elf von Trainer Volcan Uluc nicht nur Wiedergutmachung betreiben, sondern auch den Nimbus als stärkste Heimelf wahren. Die in Magdeburg zur Pause ausgewechselten Alexander Prokopenko und Emeka Oduah wichen ebenso aus der Startelf (für Manasse Eshele und Nicolas Wähling) wie auch Maurice Hehne, der für den wiedergenesenen Sören Reddemann Platz machen musste.
BERICHT des FC Carl Zeiss Jena
Unverändert kamen die Teams aus den Katakomben, unverändert zunächst auch das Bild auf dem Rasen. Der FCC besser, nur ohne dabei Chancen zu kreieren. Im Livestream des MDR, der bei vielen Fans im Stadion parallel auf mitlief, ging der BFC Preussen gegen Lok gerade mit 1:3 in Führung und nahezu gleichzeitig erzielte der FCC durch Eshele das 2:0, nachdem ein Rückpass der Berliner zu kurz geriet (50.). Ein Raunen ging durch das Stadion, als Oellers sich ein Herz fasste und aus gut 30 Metern das Tor von Marius Liesegang nur knapp verfehlte (56.). Doch der FCC blieb am Drücker. Nach einer Ablage von Eshele verfehlte Burmeister nur knapp (57). Die Zuschauer bejubelten dann das vermeintliche 3:0 durch Eshele, welches aber wegen einer denkbar knappen Abseitsstellung aberkannt wurde (60.). Wenig später ließ Lankford trotz intensiver Reißprobe an seinem Trikot sich nicht fallen und bediente erneut Eshele, der bei seinem langen Schritt jedoch nicht genügend Druck in den Ball bekam (62.). Kurz darauf kombinierten sich die Gäste zum Anschlusstreffer durch Fritsche, der Liesegang aus kurzer Distanz keine Chacne ließ (64.). Normalerweise bekommt man als Gästefan nach diesem Treffer Hoffnung und versucht seine Mannschaft zu pushen, und nicht selten gab es im Fußball in solchen Situationen schon gedrehte Spiele. Alternativ kann man aber auch seine eigene Mannschaft ausbremsen, indem man mit Pyrofackeln in andere Zuschauerbereiche schießt. Nach einer kurzen Unterbrechung wurde die Begegnung fortgesetzt und der BFC spielte nach vorn. Putaro setzte einen Schuss zu hoch an und verpasste den möglichen Ausgleich (70.). Kurz darauf ein gewaltiger Knall im nicht besetzten Sitzplatzbereiches des Gästeblocks – die Partie wurde erneut unterbrochen und die Mannschaften in die Kabinen geschickt. Nach gut 10 Minuten Unterbrechung wurde die Partie, die bei Wiederholung kurz vorm Abbruch gestanden hätte, fortgesetzt. Die Berliner hatten dann die Riesenmöglichkeit zum Ausgleich, als Reincke aus Nahdistanz vorbeiköpfte (76.). Nach einer Ecke köpfte Rogero deutlich neben das Tor (90.+2). Als Prokopenko seinem Gegenspieler einen Knoten in die Beine dribbelte, fand seine Flanke am langen Pfosten leider keinen Abnehmer (90. +5). Die schier endlose Nachspielzeit von ganzen sieben Minuten – trotz der angehaltenen Uhr während der Unterbrechung – fand danach schließlich ihr erlösendes Ende.
Der FCC feiert den Sieg über den BFC Dynamo und das Ergebnis aus Probstheida, was den Traum vom Staffelsieg wiederbelebte. Am kommenden Freitag in Halle geht die wilde Fahrt weiter, bevor es am letzten Spieltag zum Showdown im Derby kommt.