
Es war eine Nachricht, die am Mittwochmittag die belgische Jupiler Pro League und auch die österreichische Fußballwelt aufschreckte: Onur Cinel ist nicht mehr Trainer von Cercle Brügge. Nur wenige Monate nach seinem Amtsantritt im Sommer 2025 muss der 40-Jährige seinen Posten räumen.
Ausschlaggebend für das Aus war die prekäre sportliche Situation. Cercle rangiert aktuell auf dem 15. Tabellenplatz – dem vorletzten Rang der Liga. Besonders die mangelnde Effizienz vor dem gegnerischen Tor wurde Cinel zum Verhängnis. Nach der jüngsten Niederlage gegen den Aufsteiger RAAL La Louvière sah sich die Vereinsführung zum Handeln gezwungen, um den drohenden Abstieg in den kommenden Play-offs noch abzuwenden.
In seinen 31 Spielen an der Seitenlinie gelangen Cinel lediglich sieben Siege bei zehn Unentschieden und 14 Niederlagen. Ein Punkteschnitt von ca. 1,00 reichte den ambitionierten Besitzern, die eng mit der AS Monaco kooperieren, schlussendlich nicht aus.
Die Entlassung kommt zu einem kuriosen Zeitpunkt: Erst am vergangenen Montag hatte Österreichs Teamchef Ralf Rangnick bei der Kaderbekanntgabe die Doppelrolle seines Assistenten gelobt. Cinel, der seit 2022 fester Bestandteil von Rangnicks Trainerstab ist, sollte eigentlich beide Aufgaben parallel meistern.
Nun kann sich der ehemalige Schalker „Knappenschmied“ voll und ganz auf die Vorbereitung der österreichischen Nationalmannschaft für die bevorstehende Weltmeisterschaft in Nordamerika konzentrieren. Für das ÖFB-Team bedeutet dies einerseits den Wegfall einer Doppelbelastung für einen wichtigen Strategen, andererseits ist die Entlassung ein Dämpfer für Cinels persönliche Ambitionen als Cheftrainer im Profibereich.
Vorerst werden die bisherigen Co-Trainer Jimmy De Wulf und Aurélien Collin das Training bei den Grün-Schwarzen leiten. Sie sollen die Mannschaft auf das letzte Spiel der regulären Saison vorbereiten, bevor es in die entscheidenden Abstiegs-Play-offs geht.