
Die Krise beim Oberligisten Türkspor Neckarsulm hat einen Namen erreicht, der weit über die Grenzen der Region bekannt ist. Mit einerEntscheidung reagiert der Verein auf den Absturz in die unteren Regionen der Oberliga-Tabelle und setzt fortan auf die geballte Erfahrung von Uwe Rapolder im Trainerteam, der schon ganz andere Schlachten im deutschen Profifußball geschlagen hat. Der Verein teilt dazu mit: "Uwe Rapolder wird bis zum Ende der Saison als Mannschaftsverantwortlicher an der Seitenlinie stehen und das Team vom Spielfeldrand aus coachen. Cheftrainer bleibt weiterhin Julian Grupp, der aktuell als lizenzierter Trainer fungiert und wie gewohnt auf dem Platz agieren wird. Dieses Duo wird uns bis Saisonende begleiten."
Sportlichen Durststrecke
Die Situation bei Türkspor Neckarsulm spitzte sich in den vergangenen Wochen dramatisch zu. Nachdem die Mannschaft in sieben aufeinanderfolgenden Begegnungen keinen einzigen dreifachen Punktgewinn mehr bejubeln durfte, sah sich die Vereinsführung zum Handeln gezwungen. Der freie Fall in der Oberliga endete vorerst auf dem 16. Rang des Tableaus, was die Alarmglocken im Klub schrillen ließ.
Neuausrichtung für Julian Grupp
Im Zuge dieser Umstrukturierungen bleibt das Anforderungsprofil für Julian Grupp unverändert. Er bleibt der Spielertrainer.
Uwe Rapolder im Trainerteam
Uwe Rapolder, der den Verein zuvor bereits beratend zur Seite stand, rückt nun ins Trainerteam. Für den 67 Jahre alten Fußballlehrer ist es eine Rückkehr ins Rampenlicht. Rapolder bringt ein Maß an Autorität und Fachwissen mit, das in dieser Spielklasse seinesgleichen sucht. Die Erwartungshaltung ist riesig, doch die Ruhe, die er ausstrahlt, soll sich nun auf das gesamte Umfeld übertragen.
Die erste Feuerprobe im direkten Kellerduell
Die Zeit der Vorbereitung ist extrem kurz, denn bereits am heutigen Freitag, 17. April, steht ein wegweisendes Spiel auf dem Programm. Der Tabellensechzehnte aus Neckarsulm muss beim Vorletzten antreten. Das Gastspiel beim FSV 08 Bietigheim-Bissingen wird zur ersten Standortbestimmung. Es ist ein echtes Duell im Tabellenkeller, bei dem jeder Fehler über den weiteren Verlauf der Saison entscheiden könnte.
Ein Blick zurück auf die Anfänge in Mannheim
Die Vita des neuen Mannes im Trainerteam ist lang. Seine prägendste Zeit im Profibereich begann beim SV Waldhof Mannheim. In der Regionalliga Süd startete er in der Saison 1997/98 mit zwölf Siegen, elf Unentschieden und neun Niederlagen. Ein Jahr später, 1998/99, gelang ihm eine beeindruckende Bilanz von 21 Erfolgen bei nur fünf Pleiten. Auch in der 2. Bundesliga hinterließ er dort Spuren: In der Spielzeit 1999/00 holte er zehn Siege und zwölf Remis bei zwölf Niederlagen, gefolgt von einer starken Saison 2000/01 mit 17 gewonnenen Partien, acht Unentschieden und neun Niederlagen. Sein letztes Engagement beim Waldhof in der Saison 2001/02 endete nach zwei Siegen, vier Remis und sechs Niederlagen.
Erfolge und Lehrjahre in der Fremde
Nach seiner Zeit in Mannheim zog es ihn zum LR Ahlen. Dort verbuchte er in der Saison 2001/02 acht Siege und acht Niederlagen in zwanzig Partien der zweiten Liga. Im darauffolgenden Jahr standen drei Erfolgen und vier Remis sieben Niederlagen gegenüber. Es folgte der Ruf von Arminia Bielefeld, wo er einen seiner größten Triumphe feierte. In der Spielzeit 2003/04 führte er die Ostwestfalen mit sechs Siegen aus elf Spielen zurück in die Bundesliga. Dort behauptete er sich 2004/05 in der deutschen Eliteklasse mit elf Siegen und sechs Unentschieden bei 15 Niederlagen, bevor es ihn zum 1. FC Köln zog. In der Domstadt war seine Bilanz: Drei Siege, drei Remis und elf Niederlagen markierten dort eine schwierige Phase.
Beständigkeit und späte Herausforderungen im Profifußball
Eine besonders intensive Zeit erlebte er danach beim TuS Koblenz im Unterhaus. Zwischen 2006 und 2010 war er dort das Gesicht des Vereins. Die Statistiken spiegeln das Auf und Ab wider: Von drei Siegen zum Start über eine solide Saison 2007/08 mit zwölf Erfolgen und elf Remis bis hin zu einer schwierigen Phase 2009/10 mit drei Siegen und zehn Niederlagen aus 16 Begegnungen. Kurze Gastspiele folgten beim Karlsruher SC in der Saison 2010/11 mit vier Siegen und zwei Unentschieden sowie bei der SG Sonnenhof Großaspach in der 3. Liga während der Spielzeit 2014/15, wo er drei Partien gewinnen konnte. Zuletzt war er in der Saison 2024/25 für den TuS Mechtersheim in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar aktiv, wo ein Sieg und zwei Niederlagen zu Buche standen, bevor nun die neue Aufgabe in Neckarsulm beginnt.