2026-03-09T15:40:23.061Z

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Knall am Bieberer Berg: Kickers Offenbach trennen sich von Glibo

Der abstiegsgefährdete Traditionsverein zieht nach dem Abrutschen auf Platz 14 in der Regionalliga Südwest die Reißleine und entlässt seinen Trainer.

von red/pm · Heute, 14:15 Uhr · 0 Leser
– Foto: Pressefoto-Bildredaktion Eibne

Am Bieberer Berg herrscht bittere Gewissheit. Was sich als sportliche Krise andeutete, mündet nun in einer harten personellen Konsequenz. Der OFC sieht seine sportliche Existenz in der Regionalliga Südwest gefährdet und reagiert mit der sofortigen Freistellung seines Trainers. Es ist eine Entscheidung, die aus der Not geboren ist, um den drohenden Absturz in die Bedeutungslosigkeit zu verhindern.

Das bittere Ende einer Zusammenarbeit

Die Nachricht schlug am heutigen Montag ein wie ein Blitz: Der OFC hat Trainer Kristjan Glibo mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden. Es ist das Ende einer Ära, die sich die Anhänger der Kickers sicher anders vorgestellt hatten. In einer offiziellen Mitteilung des Vereins wird die Tragweite dieser Entscheidung deutlich. Der Verein betont, dass man sich zu diesem Schritt gezwungen sah, da die sportliche Entwicklung der vergangenen Woche keinen Anlass mehr für Optimismus bot. Die Emotionen kochen hoch, wenn ein Traditionsverein wie Kickers Offenbach den Trainer freistellen muss, doch die nackten Zahlen ließen der Vereinsführung letztlich keine Wahl.

Der freie Fall in den Tabellenkeller

Ein Blick auf die aktuelle Tabelle der Regionalliga Südwest offenbart das ganze Drama am Bieberer Berg. Nach 23 absolvierten Spieltagen findet sich der OFC auf dem 14. Tabellenplatz wieder. Mit lediglich sieben Siegen, acht Unentschieden und acht Niederlagen bei einem Torverhältnis von 37:41 hat der Verein nur 29 Punkte gesammelt. Das bedeutet im Klartext: Die Kickers stehen auf einem möglichen Abstiegsplatz. Während Teams wie der SGV Freiberg mit 50 Punkten einsam an der Spitze thronen und selbst der FSV Frankfurt mit 39 Punkten auf Rang drei in weite Ferne gerückt ist, geht der Blick in Offenbach nur noch nach unten. Der Abstand auf den SC Freiburg II, der mit 30 Punkten direkt vor den Kickers liegt, ist zwar minimal, doch die Tendenz zeigt steil abwärts.

Die Begründung der Vereinsführung

In der Pressemitteilung des Vereins wird die Entscheidung klar und deutlich begründet. „Ausschlaggebend für diese Entscheidung ist insbesondere die sportliche Entwicklung der vergangenen Woche sowie die aktuell schwierige Tabellensituation“, lässt der Verein verlauten. Man spürt den Druck, unter dem die Verantwortlichen standen. Der Verein sieht sich in der Pflicht, „im Sinne des sportlichen Erfolgs kurzfristig zu handeln“. Man wollte nicht länger zusehen, wie der Club immer tiefer in den Sumpf der Abstiegszone gerät. Das Remis am gestrigen Sonntag beim FC 08 Homburg war wohl der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Gegen den Tabellensechsten aus Homburg reichte es nicht für den Befreiungsschlag, der Kristjan Glibo hätte retten können.

Ein Vierergestirn übernimmt das Ruder

Vorerst wird es keine externe Lösung auf dem Trainerstuhl geben. Die Verantwortung wird auf mehrere Schultern verteilt, um die Mannschaft in dieser prekären Lage zu stabilisieren. Bis auf Weiteres wird das Training sowie die Betreuung der Mannschaft durch das bisherige Co-Trainerteam übernommen. Fabio Audia und Eric Schaaf werden gemeinsam mit Torwarttrainer Rene Keffel und Athletiktrainer Bastian Kliem die Verantwortung für die Mannschaft tragen. Dieses Quartett muss nun versuchen, die Verunsicherung aus den Köpfen der Spieler zu bekommen und eine Einheit zu formen, die dem Abstiegskampf gewachsen ist. Es ist eine schwere Last, die auf den Schultern des verbliebenen Trainerstabs liegt, während der Verein im Hintergrund nach einer dauerhaften Lösung sucht.

Dank zum Abschied trotz sportlicher Misere

Trotz der harten Entscheidung möchte der Verein einen sauberen Schlussstrich unter die Ära von Kristjan Glibo ziehen. In der Mitteilung heißt es weiter: „Der OFC bedankt sich bei Kristjan Glibo ausdrücklich für seinen Einsatz und seine geleistete Arbeit für Kickers Offenbach.“ Diese Worte zeugen von Respekt gegenüber dem Menschen Kristjan Glibo, ändern aber nichts an der sportlichen Realität. Die Zeit des Dankens ist nun vorbei, es zählt ab sofort nur noch das nackte Überleben in der Liga. Der Blick muss nach vorne gerichtet werden, denn die Konkurrenz schläft nicht.

Die kommenden Aufgaben im Überlebenskampf

Viel Zeit zum Verschnaufen bleibt dem Interims-Team nicht. Bereits am Samstag, den 14.03.2026, wartet um 14 Uhr die nächste Mammutaufgabe auf den OFC. Ausgerechnet der Tabellenzweite, die SG Sonnenhof Großaspach, gastiert am Bieberer Berg. Die Mannschaft aus Großaspach steht mit 46 Punkten glänzend da und stellt mit 63 erzielten Toren die gefährlichste Offensive der Liga. Für die Offenbacher Defensive, die bereits 41 Gegentreffer hinnehmen musste, wird dies ein echter Härtetest. In der aktuellen Verfassung scheint der OFC gegen den Aufsteiger in der Außenseiterrolle zu sein, doch gerade solche Spiele bieten die Chance für einen emotionalen Wendepunkt.