2025-12-03T05:51:34.672Z

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– Foto: Horst Vogler

Kleinstadtclub gegen Dorfverein – Derby mit Spannung und Stolz

„Hastruper Weg, Freitagabend – Schwarz-Weiß reist mit Herz und Mut an!“

Nur 45 Kilometer trennen zwei Vereine, die in der Oberliga Niedersachsen seit Jahren mit Leidenschaft, Intensität und Emotionen aufeinandertreffen. Wenn der TuS Bersenbrück und der BSV Rehden am Freitagabend (19:30 Uhr) im Hasestadion die Klingen kreuzen, ist das nicht einfach ein Punktspiel – es ist ein kleines Fußballfest zwischen Tradition, Ehrgeiz und regionaler Rivalität.

„Wir wissen, dass es schwer wird – aber genau solche Spiele wollen wir. Leidenschaft, Gier, Konzentration – das ist der Schlüssel. Und eines kann ich versprechen: Wir fahren nicht nach Bersenbrück, um nur mitzuspielen.“

Nach dem beeindruckenden 3:1-Erfolg beim Spitzenreiter Atlas Delmenhorst und dem 4:2-Testspielsieg gegen die Sportfreunde Lotte reist der BSV mit Rückenwind an. Trainer Kristian Arambasic erwartet ein Spiel, „das unter Flutlicht immer etwas Besonderes ist. Diese Duelle mit Bersenbrück sind Synonyme für Spannung und Leidenschaft – und oft ein echter Augenschmaus.“

Bersenbrück in starker Form – aber mit Druck

Der TuS Bersenbrück, trainiert von Andy Steinmann, hat sich in den letzten Jahren zu einer festen Größe im niedersächsischen Oberhaus entwickelt. Der letztjährige Tabellenvierte will auch in dieser Saison oben angreifen. Zwar verlief der Start durch einen großen Umbruch zunächst holprig, doch zuletzt kam der TuS in Fahrt: Vier Siege aus den letzten fünf Spielen, darunter ein 5:0 gegen Lüneburg und ein Pokalsieg gegen Verden, sprechen für sich.

„Bersenbrück ist aktuell in einem echten Flow“, warnt Arambasic. „Sie sind offensiv brandgefährlich und haben sich als Mannschaft stabilisiert. Mit Marcos Álvarez, Markus Lührmann oder Saikouba Manneh verfügen sie über enorme Qualität. Das sind Spieler, die eine Partie im Alleingang entscheiden können.“

Auch defensiv hat der TuS Struktur: Kapitän Nicolas Eiter und Leonard Hedemann bilden eine erfahrene Innenverteidigung, während Moritz Waldow und Mattis Wellmann im Zentrum für Stabilität sorgen. „Da steckt viel Substanz, Zusammenhalt und Erfahrung aus dem Vorjahr drin“, so Arambasic weiter. „Gerade zu Hause ist Bersenbrück eine Macht – das wissen wir, und darauf müssen wir vorbereitet sein.“

Rehden reist mit Selbstvertrauen – und klarer Linie

Nach schwankenden Saisonwochen scheint beim BSV Rehden die Trendwende gelungen. Der Sieg beim bis dahin ungeschlagenen Spitzenreiter Delmenhorst hat der Mannschaft neues Selbstbewusstsein verliehen. „Natürlich wird das eine schwere Hürde – aber jetzt kommt das Aber“, sagt Arambasic. „Wir haben Atlas geschlagen, ihre Serie beendet und gegen Lotte nachgelegt. Das waren zwei richtig starke Spiele, die uns zusätzliches Selbstvertrauen geben. Wir kommen mit einem guten Gefühl.“

Der Rehdener Trainer betont dabei die Weiterentwicklung seiner Elf: „Wir haben in den letzten Wochen gezeigt, dass wir taktisch flexibel sind und mental stark reagieren können. Das war in der Vergangenheit nicht immer der Fall. Jetzt müssen wir diese Haltung beibehalten.“

Arambasic sieht sein Team gerüstet: „Wir haben einen ausgeglichenen Kader, in dem jeder Spieler Druck macht. Die Jungs wissen, dass sie sich über Leistung empfehlen müssen. Das erzeugt Wettbewerb – und genau das brauchen wir.“

Die Partie in Bersenbrück wird, da sind sich beide Seiten einig, über Mentalität, Intensität und Umschaltmomente entschieden. „Das wird ein Spiel, in dem kleine Details zählen“, so Arambasic. „Wir müssen die Ruhe bewahren, wenn Bersenbrück früh anläuft. Unser Ziel ist es, sie mit Disziplin, klaren Abläufen und einer kontrollierten Offensive vor Aufgaben zu stellen.“

Der Coach fordert erneut die Tugenden, die den BSV zuletzt stark machten: „Wir müssen mutig sein, zweikampfstark auftreten und vor allem als Team funktionieren. Wir glauben an unseren Matchplan – und an unsere Qualität. Wenn wir an die Grenzen gehen, können wir in Bersenbrück etwas mitnehmen.“

Verzichten muss Arambasic weiter auf die Langzeitverletzten Daniel Jung, David Lucic und Max Kummer. Fraglich sind die Einsätze von Eric Anozie (muskuläre Probleme), Inwoo Choi (Ellenbogenprellung) und Javier Jiménez Paris, der zuletzt Vater wurde. „Wir entscheiden kurzfristig, wer in den Kader rückt“, sagt der Trainer. „Aber egal, wer spielt: Wir werden elf Jungs auf den Platz schicken, die brennen.“

„Ich hoffe, dass uns viele Rehdener nach Bersenbrück begleiten – die Unterstützung der letzten Wochen war überragend“, betont Arambasic. „Diese Mannschaft hat es verdient, dass man sie anfeuert. Wir werden alles raushauen, was wir haben. Hastruper Weg, Flutlicht, Derby – das ist Fußball pur.“

Aufrufe: 010.10.2025, 11:14 Uhr
redAutor