
Wenige Sekunden fehlten dem TV Kalkum-Wittlaer, um den vorzeitigen Klassenerhalt in der Bezirksliga zu feiern. In der Partie des vorletzten Spieltags war eigentlich schon alles angerichtet für ein Happyend einer nicht nach Plan gelaufenen Saison. Die Elf von Navid Fazeli lag gegen den Aufsteiger DSC 99 bis in die Schlussminute hinein mit 2:1 in Führung, was gereicht hätte, um einen Haken hinter die Spielzeit zu setzen. Doch anstatt den knappen Vorsprung über die Zeit zu bringen, fing sich der TVKW im Anschluss an einen Freistoß von Pascal Ryboth noch den Ausgleich durch ein Eigentor von Jacob Schwalbach ein.
„Dieses Ende der Partie passte irgendwie zu unserer gesamten Saison. Für die Jungs tut es mir leid, dass sie sich nicht mit drei Punkten belohnen konnten“, meinte Navid Fazeli nach der Partie. Seine zuvor viermal in Folge sieglos gebliebene Mannschaft versuchte dem „Club“ kämpferisch den Schneid abzukaufen und ging kernig in die Zweikämpfe.
„Man hat gemerkt, dass es für Wittlaer noch um alles ging“, bemerkte DSC-Trainer Sascha Walbröhl. Dessen Sohn Mike Walbröhl traf zwar ebenfalls nach einem Freistoß von Ryboth zum frühen 1:0 (12.). Doch die Freude darüber währte nur kurz. Mit dem verletzungsbedingten Aus von Kadirhan Öztürk (14.) – der flinke Offensivmann musste mit einer Gehirnerschütterung ins Krankenhaus gebracht werden – verlor der DSC auch seine Linie. Ralf Appiah (26.) und der ehemalige „99er“ Anton Hauk (53.) drehten den Spieß zwischenzeitlich zugunsten der Hausherren herum. „Richtige Chancen haben wir danach eigentlich nicht mehr zugelassen“, konstatierte Fazeli. Und dennoch kam der DSC noch zum Ausgleich.
Der Klassenerhalt war damit aber nur aufgeschoben: Denn weil Ratingen 04/19 II dann zu Hause gegen die SG Benrath-Hassels 0:2 verlor, durften die Mannen um Nico Pesch am Sonntagnachmittag auf der Couch sitzend jubeln.
In das nächste Bezirksliga-Jahr wird die Elf vom Grenzweg miteinem veränderten Gesicht gehen. Nach Dean Jurnicek und Maurice Bersch gab nun auch Altan Top seinen Wechsel zum künftigen B-Kreisligisten Rather SV bekannt. Zudem wagt Mert Kefeli den Sprung in die Landesliga und folgt dem bereits im Winter verabschiedeten Marc Bäsner zum GSV Moers. Uros Markovic wiederum kehrt zurück zum SC Unterbach.
„Wir werden wieder versuchen, die Lücken mit jungen, entwicklungsfähigen Spielern zu füllen und damit unseren Weg fortzusetzen“, verspricht Fazeli. Dafür hat der Coach mit dem 22-jährigen Japaner Ayumu Akiyama, mit Mouad Hamdaoui (20, Sportfreunde Gerresheim) und mit Maximilian Miljesevic (20, DJK Sparta Bilk II) auch schon drei talentierte Kicker an Land gezogen.