
Im Sommer 2025 fiel beim Blick auf die formulierten Saisonziele auf, dass kein Verein der Kreisliga Nord die Worte „Meisterschaft“ oder „Aufstieg“ in den Mund genommen hatte, wenngleich es einige gab, die ihre gehobenen Ambitionen nicht zurückhalten und sich damit natürlich selbst in den Kreis der Ligafavoriten einreihen wollten. Der TSV Erbendorf, der FC Tremmersdorf, der SV Grafenwöhr und auch der SV 08 Auerbach wollten im Konzert der Teams mitspielen, die um einen der beiden begehrten Aufstiegsplätze buhlen. Für den ein oder anderen Trainer der Liga zählte auch Aufsteiger SpVgg Trabitz dazu, der als „Geheimfavorit“ gehandelt wurde. Drei Mannschaften des Starterfelds dagegen gaben den Ligaerhalt als oberstes Gebot an.
Der SV 08 Auerbach (1./38 - 15 Spiele), die SV Grafenwöhr (3./37 - 17 Spiele) und der FC Tremmersdorf (5./29 - 17 absolvierte Partien) stehen zur Winterpause da, wo sie sich gerne sehen, nämlich im vorderen Tabellendrittel der Liga. Von den beiden weiteren Teams, welche oben mitmischen, hatten viele den ambitionierten Aufsteiger SpVgg Trabitz (2./38 - 17 Spiele) auch da erwartet, überraschend hingegen ist, dass auch der eine starke Saison spielende TSV Eslarn (4./30 - 16 Spiele) im Kreise der "Oberen" auftaucht, hatte er doch als ursprünliches Saisonziel den Klassenerhalt ausgegeben. Weit hinter den eigenen Erwartungen blieb dagegen der TSV Erbendorf, den man ja ebenfalls viel weiter vorne erwartet hatte. Mit Platz 8 und 22 Punkten auf dem Konto wird man im Steinwald aktuell kaum zufrieden sein können.
Blicken wir noch auf das untere Ende der Tabelle: Die so genannte "Rote Laterne" hing beim SV Kohlberg am Christbaum, die Elf von Coach Eugenio Wild (14./4 - 16 Spiele) rangiert auf dem einzigen Direktabstiegsplatz. Der Abstand zum ersten Relegationsplatz, den der SC Kirchenthumbach (13./10 - 17 Spiele) inne hat, beträgt sechs Punkte, ist also nicht uneinholbar. "Schleudersitz 2" gehört aktuell dem SC Eschenbach (12./11 - 16 Spiele), den wiederum fünf Punkte vom rettenden Ufer trennen. "Oben" herrscht also noch mächtig Spannung, "unten" wird man sehen, wer nach den restlichen Partien der im März beginnenden Restrückrunde in den saueren Apfel des Abstiegs beissen muss, wer sich noch über Umwege retten kann, oder wer gar am Ende "über dem Strich" steht. Fakt ist, für ein jedes Team - ob in den Höhen oder Tiefen des Klassements - gilt es, gut aus der Winterpause zu kommen und möglichst sofort Zählbares einzufahren, um eigenen Zielen Nahrung zu geben.
Momentan befinden sich die Mannschaften in der wohlverdienten Winterpause. FuPa nützt die spielfreie Zeit nun wie schon gewohnt, die bisher absolvierte Saison für ein jedes Team in Form einer Rückschau, auch mithilfe von Statements der Trainer oder anderer Verantwortlicher, zu bewerten. Beginnen wollen wir mit der als Tabellenführer überwinternden SV 08 Auerbach, in Folge beleuchten wir jeweils ein oder zwei Teams pro Beitrag.
SV 08 Auerbach (1. Platz, 38 Punkte, 12-2-1, 48:12 Tore)
Der SV 08 Auerbach spielt bislang eine herausragende Saison. Kann der aktuelle Ligaprimus ab dem März an seine bisherige, konstante Top-Form anknüpfen und zudem in seinen beiden Nachholspielen (in Kohlberg und zuhause gegen Vorbach) in Gänze punkten, wird's schwer für die zwei Verfolger SpVgg Trabitz (2./38/17) und SV Grafenwöhr (3./37/17). Mit dem Ziel in die Saison gegangen, vorne mitzuspielen, sich als Einzelner und als Team stetig weiterzuentwickeln und zudem attraktiven Fußball zu zeigen, kann man bislang mit dem Gezeigten in der Bergstadt mehr als zufrieden sein. Sollte es im Mai tatsächlich zum Aufstieg gereicht haben, dann nimmt man diesen gerne wahr, ein Muss ist er allerdings nicht.
Die Bilanz bisher ist beeindruckend. 12 Dreier, 2 Unentschieden (in Erbendorf zum Auftakt und zuhause gegen Tremmersdorf) und nur 1 Niederlage - ein 0:2-Ausrutschter auf eigenem Terrain gegen Rothenstadt) machen deutlich, wie konstant sich der Tabellenführer präsentierte. Zumeist feierte man klare Siege, hervorzuheben das 7:1 gegen Kohlberg und das 9:0 gegen den ASV Haidenaab. Welch Charakter und Moral in der Mannschaft steckt, bewies das Heimspiel gegen den TSV Erbendorf: Selbst ein 0:3-Rückstand warf die Bergstädter nicht aus der Bahn, am Ende wendete man noch das Blatt und gewann 4:3.
Mit zwei Auswärtsspielen in Kohlberg und Rothenstadt startet der Ligaprimus nun ins Sportjahr 2026, ehe es zum Aufeinandertreffen mit einem der schärfsten Widersacher, der SV Grafenwöhr kommt. Das Topduell mit dem aktuellen "Vize", der SpVgg Trabitz, steigt am 12. April. Im folgenden kurzen Interview gibt sich SVA-Coach Daniel Maier betont sachlich, bewertet er doch die starke Leistung der Seinen bislang als "zufriedenstellend":
Dani, kurze Einschätzung des bisherigen Saisonverlaufs, seid ihr in Auerbach zufrieden?
Daniel Maier (34): Wir sind mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden. Natürlich gibt es immer Verbesserungspotential aber für das erste gemeinsame halbe Jahr ist das schon sehr zufriedenstellend.
Was habt ihr euch für die Restrückrunde vorgenommen?
Wir möchten gerade die spielerische Entwicklung weiter vorantreiben.
Hat es im Winter schon personelle Veränderungen gegeben, oder kommt da noch etwas?
Stand heute hat es keine Veränderungen gegeben und es sind auch keine geplant.
Wann beginnt ihr mit der Vorbereitung auf die Restrückrunde und wie wird sie in groben Zügen verlaufen?
Wir beginnen offiziell am 9. Februar mit der Vorbereitung und werden diese abwechlungsreich gestalten: Trainingslager, separate Trainingseinheiten auf einem Kunstrasen, Kraft-Ausdauer.
Wo gibt´s deiner Meinung nach noch Verbesserungsbedarf im Spiel deiner Mannschaft?
Es gibt immer Dinge, die man verbessern kann. Zum Beispiel können wir auf dem Platz noch besser miteinander kommunizieren. Außerdem müssen wir es schaffen, unsere taktische Disziplin über einen längeren Zeitraum konstant hochzuhalten.
Welches Team in der Liga hat deiner Meinung nach bislang positiv, welches negativ überrascht?
Es gibt keine großen Überraschungen.
Werdet ihr euer vor der Saison formuliertes Saisonziel erreichen?
Unser Ziel war es und ist es weiterhin oben mitzuspielen. Das haben wir bisher erreicht. Wir werden in der Vorbereitung wieder fleißig sein und versuchen, bis zum Ende oben dabeizusein.
Wirst du nach derzeitigem Stand auch in der kommenden Saison auf der Kommandobrücke bei deinem jetzigen Verein stehen?
Ja, nach derzeitigem Stand werde ich voraussichtlich auch im kommenden Jahr Trainer beim Sportverein sein.
