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KK West: Tabellenplätze 1 und 2 sind wohl schon vergeben

Rückblick Kreisklasse West - Teil 1: Topfavorit FC Dießfurt führt mit großem Vorsprung die Liga an und auch der Rangzweite SV Neusorg wird sich die Vizemeisterschaft wohl nicht mehr nehmen lassen

von Werner Schaupert · 25.12.2025, 10:30 Uhr · 0 Leser
Das davongeeilte Führungsduo der Kreisklasse West: "Dominator" FC Dießfurt (in Weiß) und sein "Vize" SV Neusorg (in Rot).
Das davongeeilte Führungsduo der Kreisklasse West: "Dominator" FC Dießfurt (in Weiß) und sein "Vize" SV Neusorg (in Rot). – Foto: Nico Reyes

Nach der Kreisklasse Ost beleuchtet FuPa nun die Weststaffel im Spielkreis Amberg/Weiden. Dort hat mit einem komfortablen Vorsprung von acht Punkten eine Mannschaft den Tabellenthron inne, die den vor der Saison geäußerten großen Ambitionen vollauf gerecht wird. Mit dem FC Dießfurt (1./47) steht der Topfavorit an der Tabellenspitze, ungeschlagen überwinternd darf man bei der Ruda-Elf schon mehr, als nur davon träumen, nach zwei Spielzeiten in der Kreisklasse endlich wieder in die höchste Liga des Spielkreises zurückzukehren. Dorthin also, wo man viele Jahre eigentlich zum Inventar gehörte.

Hinter dem souveränen Primus belegt der letztjährige Vizemeister SV Neusorg (2./39) Rang 2, bei einem Abstand von acht Zählern auf die Plätze 3 und 4 besitzen die Männer von Patrick Müller wohl die besten Karten, sich diesen auch in diesem Jahr zu „krallen“. Ob der SVN noch an Platz 1 schnuppern kann, ist eher weniger vorstellbar, da müssten schon ab dem März 2026 ein ergebnismäßiger Einbruch des Spitzenreiters und gleichzeitig eine eigene Erfolgsserie ohne Punktverlust folgen. Stand Dezember 2025 werden sich wohl der SV Hahnbach II (3./31) und der SVSW Kemnath (4./31), darauf beschränken müssen einen Zweikampf um Platz 3 zu führen.

Betrachten wir nun den souverän die Liga anführenden Tabellenführer und seinen "Vize", dessen Vorsprung zu seinen beiden ärgsten Verfolgern ebenfalls beträchtlich ist:

FC Dießfurt (1. Platz, 47 Punkte, 15/2/0, 56:12)

Nach einem vergeblichen ersten Anlauf in der letzten Saison (am Ende verpasste man den Relegationsplatz 2 um zwei Punkte), war in Dießfurt klar, dass man zum zweiten Mal in Folge den Wiederaufstieg in die Kreisliga - dieser hatte er über Jahrzehnte hinweg angehört - anpeilt. Wie vor der zurückliegenden Spielzeit formulierten die Verantwortlichen das Saisonziel mit „Platz 1 bis 3“ und machten den FC damit erneut zum „selfmade“ Top-Favoriten.

Der Saisonauftakt zeigte sofort deutlich, dass der FC sein ausgegebenes Vorhaben mit großer Entschlossenheit verfolgt. Beim 8:1 gegen einen überforderten Neuling aus Wildenreuth sendeten die Ruda-Männer ein erstes Signal an die Konkurrenz. Die Euphorie war sofort groß, erste Dämpfer gab es dann allerdings in den ersten beiden Auswärtsspielen in Riglasreuth und Kemnath, wo man über ein Unentschieden nicht hinauskam. In Folge allerdings lief der Motor immer mehr auf Hochtouren, dreizehn Spiele nacheinander verließ man den Platz als Sieger. Die eigene, beeindruckende Erfolgsserie und die Punktverluste der ärgsten Konkurrenten am oberen Rand des Klassements sorgten schließlich dafür, dass der FC quasi zu einem Alleingang ansetzte, mit großem Vorsprung zur "hinterherhechelnden Verfolgermeute" in die Winterpause ging und sich - selbstredend - nicht mehr vom Weg in Richtung Kreisliga abbringen lassen will, wie Spartenleiter Henry Schraml in seinem Statement unmißverständlich erklärt:

"Ungeschlagen mit fünfzehn Siegen und zwei Unentschieden - unsere Mannschaft absolvierte eine hervorragende Hinrunde bis zur Winterpause. Auf Platz 1 stehend mit 47 Punkten bei 56:12 Toren, der Verein ist stolz und hochzufrieden mit dem, was die Mannschaft um Trainer Martin Ruda, seinem Co-Trainer Sebastian Käs und unserem Torwarttrainer Timo Schott geleistet hat. Nach der Winterpause muss nun konzentriert und mit der gleichen Einstellung in Training und Spiel weitergearbeitet werden. Das Ziel ist und bleibt der direkte Aufstieg. Wenn die Mannschaft dies beherzigt, wird es keine Probleme geben. Neun Spiele müssen noch gespielt werden, man sollte und wird sich nicht auf dem bisher Erreichten ausruhen."

SV Neusorg (2. Platz, 39 Punkte, 12/3/2, 40:18 Tore)

Seit dem Abstieg aus der Kreisliga 2018 überwiegend im oberen Tabellendrittel zuhause, verpasste der SVN in der vergangenen Saison die große Chance, in die höchste Spielklasse des Kreises zurückzukehren, scheiterten die Weiß-Schwarzen doch in der dritten Partie einer kräftezehrenden Aufstiegsrelegation an der Bezirksligareserve des FC Weiden-Ost II. Hatte man nun von den Neusorgern erwartet, dass man als Vizemeister sofort einen erneuten Anlauf in Richtung Kreisliga nehmen würde, überraschte im Sommer die Formulierung des Saisonziels: Mit "schönen Fußball spielen" nahmen die Verantwortlichen geschickt den Druck von der Mannschaft, wenngleich man insgeheim sicherlich hoffte, an die Vorsaison anschliessen zu können.

Ein Blick auf die Tabelle nach siebzehn absolvierten Runden zeigt nun, dass die Jungs um Kapitän Christopher König wohl im Mai des nahenden neuen Jahres erneut die Möglichkeit bekommen könnten, über Umwege eine Etage höher zu klettern. Der SVN spielt erneut eine starke Saison, ein unbeirrt seine Kreise ziehender Primus aus Dießfurt und eigene, kleine "Wackler" (beispielweise das 1:1 gegen Wildenreuth und das 0:3 im Derby gegen Riglasreuth) haben nun verhindert, dass die Chancen auf Platz 1 nur noch sehr gering sind. So wird man sich an der Steinwaldstrasse darauf konzentrieren, Rang 2 zu behaupten, sollte kein längeres, leistungsmässiges Tief ab dem März eintreten, dürfte dies bei einem acht Punkte dicken Keil zu den Rängen 3 und 4 auch zu schaffen sein.

SVN-Coach Patrick Müller schildert in Folge unter anderem, dass er gespannt war, wie sich die Seinen nach Relegationsenttäuschung und nur kurzer Regeneration in der aktuellen Spielzeit schlagen würden. Im Bezug auf die Restrückrunde fordert er seine Mannen auf, sich trotz des großen Vorsprungs noch nicht zurückzulehnen:

"Nach der kurzen Sommerpause haben wir ehrlich gesagt gedacht, dass die neue Saison eine harte Nummer werden würde. Aber die Jungs haben echt positiv überrascht. Wir sind gut reingekommen, auch wenn’s am Anfang oft knapp war. Jetzt stehen wir auf Rang 2 mit einem ordentlichen Vorsprung nach hinten. Damit kann man echt mehr als zufrieden sein. Besonders freut mich, wie unsere jungen Spieler eingeschlagen haben – die haben richtig Gas gegeben und sich super entwickelt. Auch die Torwartsituation war nicht einfach, nachdem unser Stammtorwart von letzter Saison weggefallen ist, aber mit viel Einsatz und auch Dank unseres Torwarttrainers haben wir das sehr gut hinbekommen. Was mir am meisten taugt: Die Trainingsbeteiligung und der Zusammenhalt der Mannschaft ist top. Für die Restrückrunde haben wir uns zunächst vorgenommen, gut aus der Winterpause zu kommen. Die Restsaison wird kein Spaziergang, da warten noch ein paar richtig harte Spiele. Auf dem Vorsprung dürfen wir uns auf keinen Fall ausruhen - jedes Spiel und jeder Punkt zählt. Wir wollen auch ein paar Langzeitausfälle wieder reinbringen, damit wir breiter aufgestellt sind. Unser Ziel ist, den Relegationsplatz zu sichern und dann mit der Erfahrung aus der letzten Saison selbstbewusst in die entscheidende Phase zu gehen. Die Jungs haben gezeigt, dass sie Charakter haben - jetzt müssen wir das nochmal bestätigen."