Erleichterung pur: Jakob Klaß bejubelt den ersten seiner zwei Treffer auf dem Weg zum 3:0-Auswärtssieg in Kirchheim.
Erleichterung pur: Jakob Klaß bejubelt den ersten seiner zwei Treffer auf dem Weg zum 3:0-Auswärtssieg in Kirchheim. – Foto: Monika Neulinger

"War kein einfaches Spiel": Brunnthal gewinnt gegen dezimierten KSC

Trotz doppelter Überzahl tut sich der Aufsteiger in Kirchheim lange schwer, gewinnt am Ende aber verdient mit 3:0.

Am Ende des Tages hat der TSV sein Soll in Kirchheim erfüllt: "Wir wollten unbedingt gewinnen", sagt Raphael Schwanthaler nach dem zweiten Sieg in der laufenden Saison. "Das ist uns gelungen, auch wenn es am Ende nicht unser bestes Spiel in der Landesliga war."

Dabei hätte die Partie am Samstagnachmittag aus Brunnthaler Sicht nicht besser starten können: Samuel Kaltenhauser vertändelte den Ball als letzter Mann an Alois Bachmann. Der schnappte sich das Leder und konnte vom Kirchheimer Innenverteidiger nur noch per Notbremse am Abschluss gehindert werden. Rot für Kaltenhauser und Strafstoß für die Gäste lautete die logische Konsequenz. Jakob Klaß nahm sich der Sache an und vollendete mit etwas Glück per "Panenka" zur frühen Brunnthaler Führung (11.). "Man sollte meinen, dass uns der frühe Platzverweis und das Tor in die Karten gespielt haben", sagt der Coach, der jedoch im nächsten Atemzug revidieren muss, "dass es das nicht hat."

Glück auf der einen, Kaltschnäuzigkeit auf der anderen Seite

Im Gegenteil: Nach der, aufgrund der hochsommerlichen äußerlichen Bedingungen angeordneten, Trinkpause verloren die Gäste zeitweise den Faden. Um ein Haar hätte der KSC das mit dem Ausgleich bestraft, als Brunnthals Ersatzkeeper Dominik Bamann sich beim Herauslaufen verschätzte. Manuel Bittlmayer umkurvte ihn und schloss auf das verwaiste Tor ab, TSV-Kapitän Simon Neulinger klärte per eingesprungener Grätsche in allerhöchster Not (26.). "Da hatten wir richtig Glück", weiß der TSV-Coach, der sich wenige Minuten später über den zweiten Treffer von Klaß freuen durfte: Nach einem Pass ins Zentrum glänzte erneut Bachmann als Wegbereiter und legte die Kugel mustergültig für den 25-Jährigen ab, der direkt per Schlenzer ins lange Eck abschloss und bereits zum sechsten Mal in dieser Saison traf (33.). Kurz vor dem Pausenpfiff hatte der Gast erneut das Glück auf seiner Seite, als Neulinger den wohl frei auf das Tor zulaufenden Kerim Özdemir kurz vor dem Strafraum zu Fall brachte - der junge Schiedsrichter Maximilian Baier entschied sich zum Entsetzen der Hausherren für den gelben Karton (44.).

Betzler macht spät alles klar - Klaß an allen Brunnthaler Toren beteiligt

Nach dem Seitenwechsel musste Schwanthaler dann unfreiwillig den ersten Wechsel vornehmen. Für Bamann ging es nicht mehr weiter, nachdem er sich bei der Aktion Mitte des ersten Durchgangs am Kopf verletzte. "Er musste dann sogar mit einer kleinen Gehirnerschütterung ins Krankenhaus, aber mittlerweile geht es ihm wieder besser und er wird diese Woche wieder trainieren können", zeigte sich sein Coach erleichtert. So kam Niklas Löbel zu seinem Pflichtspieldebüt für den TSV. Der 20-Jährige sah eine zerfahrene zweite Hälfte, deren Ende die Kirchheimer sogar zu neunt absolvieren mussten: Nach 76 Minuten sah der bereits verwarnte Marco Flohrs nach Foulspiel an Klaß die Ampelkarte. "Wir haben dann alles versucht, um den Sack zuzumachen", so Schwanthaler. Die endgültige Entscheidung ließ jedoch bis tief in die Nachspielzeit auf sich warten: Jonas Betzler schloss nach Zuspiel von Klaß aus zentraler Position ab, KSC-Keeper Ivan Babic konnte den Ball nur noch per Bogenlampe ins eigene Netz abwehren (90.+3).

"Wir haben nicht so gut gespielt wie zuletzt", hält Brunnthals Trainer fest, der seinem Team jedoch auch mal eine etwas schwächere Leistung eingesteht. "Das dürfen wir auch mal und am Ende haben wir uns mit dem Sieg belohnt." Aus seiner Sicht war dazu nicht nur das Ergebnis positiv: "Wir lernen so langsam, zum richtigen Zeitpunkt die Tore zu machen. Dazu war es unser erstes Spiel in der Landesliga ohne Gegentor. Am Ende haben wir die drei Punkte, das zählt."

Am kommenden Wochenende gastiert Tabellenführer Karlsfeld beim TSV

Das wird auch am kommenden Wochenende wieder der Fall sein, wenn mit dem TSV Eintracht Karlsfeld der Spitzenreiter der Landesliga Südost an der Jahnstraße gastiert. "Sie haben eine sehr gute Qualität und ordentlich Tempo im letzten Drittel", weiß Schwanthaler um die Stärken des kommenden Gegners, der am vergangenen Wochenende mit dem 1:5 in Unterföhring die erste Pleite kassierte. "Da kommt auf jeden Fall eine ganz große Aufgabe auf uns zu. Der werden wir uns aber, wie immer, stellen. Es gibt immer Chancen und wir werden zu Hause versuchen, alles möglich zu machen. Nach 90 Minuten werden wir dann sehen, wozu es gereicht hat."

Nicht reichen wird es für Marc Nagel, der wegen seines Platzverweises gegen Freising noch zweimal zuschauen muss. Dazu gesellen sich zu den bereits in Kirchheim fehlenden Urlaubern Maxi Geisbauer und Florian Roth mit Kapitän Neulinger, Steffen Klepsch und Kim Herterich drei weitere Stützen. "Wir werden trotzdem selbstbewusst ins Spiel gehen", kündigt Schwanthaler trotz der Ausfälle an. "Wir haben die letzten beiden Spiele nicht verloren und wollen zu Hause alles geben", wenngleich die Rollen gegen den Vorjahresdritten "klar verteilt sind." Klar ist für den Brunnthaler Trainer auch, "dass wir uns von der Leistung her auf jeden Fall steigern müssen." Um dem Tabellenführer dann vielleicht mehr als nur ein Bein zu stellen.

Kirchheim
0:3
Brunnthal

Aufrufe: 024.8.2021, 11:32 Uhr
Josef DillerAutor

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