2026-01-20T07:14:11.657Z

Ligabericht
Die Kirchardter (blau) haben beste Chancen auf den Klassenerhalt.
Die Kirchardter (blau) haben beste Chancen auf den Klassenerhalt. – Foto: Berthold Gebhard

Kirchardt trotzt dem großen Nachteil

Landesliga Rhein-Neckar +++ Als einziger Landesligist muss die SG in der Wintervorbereitung ohne Kunstrasen auskommen

An Abwechslung soll es nicht mangeln. "Das bekommen die Jungs hin", sagt Thomas Hafner. Der Sportliche Leiter der SG Kirchardt meint damit die witterungsbedingten Unwägbarkeiten einer Wintervorbereitung. Sie sind jedenfalls nichts Neues, wie er weiter ausführt: "In Sachen Fitness lässt sich einiges machen, wir haben auch schon Athletiktraining bei uns im Klubshaus gemacht, oder waren in der Soccerhalle."

Die beiden Rasenplätze im Kettendwald sind im Vergleich zur Landesliga-Konkurrenz vor allem in der nasskalten Jahreszeit ein immenser Nachteil, schließlich verfügt jedes der 17 anderen Teams aus der Liga über die Möglichkeit auf Kunstrasen zu trainieren. In Kirchardt ist dieses Problem nicht unbekannt, in weiser Voraussicht haben die SGler ihre Vorbereitungsspiele allesamt auswärts geplant und das größtenteils auf Kunstrasen. Denis Schwager hofft dennoch auf möglichst viele, "im besten Fall alle geplanten Einheiten bei uns, um in der bestmöglichen körperlichen Verfassung starten zu können."

Sieben Tests gehören zum sechswöchigen Programm, in dem der Coach seine Kicker auf den dramatisch zu werdenden Abstiegskampf einschwören will. Zusammen mit seinen Co-Trainern Stefan Stötzel und Markus Willert bittet er am Dienstag zur ersten Einheit und das gerade einmal zwei Tage nach dem eigenen Hallenturnier.

Etwas anders gestaltet sich der Kader. David Kuhn hat die SG in Richtung Kreisliga verlassen und läuft künftig für den VfL Mühlbach auf. "Wenn er fit war, hat er oft gespielt", sagt Hafner über den 19-Jährigen, der nun dennoch nicht mehr an Bord ist und freiwillig eine Liga nach unten gegangen ist.

Im Optimalfall kommen aber gleich vier Neuzugänge hinzu. "Das ist alles zukunftsorientiert angedacht, die Jungs sind 18 bis 19 Jahre alt", sagt der Sportliche Leiter zu den potenziellen Neuen. Den Wechseln steht jedoch noch die Einigung mit den abgebenden Vereinen bevor und das ist im Winter aufgrund der frei verhandelbaren Ablösesumme meistens eine langwierige Verhandlungssache. Hafner konstatiert: "Deswegen kann ich jetzt noch nichts konkret dazu sagen." Die Transferfrist endet am 31. Januar, ein bisschen Zeit ist also noch.

Große Hoffnung setzt der Sportchef derweil auf die Genesung einiger Akteure. Er sagt: "Es wird Zeit, dass unser Verletzungspech endlich mal aufhört, zwischenzeitlich haben uns bis zu neun Mann gefehlt." Angesichts dieser Tatsache sind die 23 erreichten Zähler, die aktuell genau einen Platz über dem Abstiegsstrich bedeuten, ein Erfolg. Gleichzeitig stimmen sie die Kirchardter optimistisch, wie Hafner versichert: "Es sieht gar nicht so schlecht aus, ganz wichtig wird aber ein guter Start im März sein."

Das sieht der Coach genau so, er macht das aber nicht an den Gegnern fest. "Wir verspüren keinen Extra-Druck, weil es gleich zu Beginn gegen direkte Konkurrenten geht", sagt Schwager vor den Duellen mit dem VfB St.Leon (11.) am 1. März und den folgenden Partien beim FV Nußloch (14.), gegen den SC Rot-Weiß Rheinau (16.) und bei Türkspor Eppingen (18.).

Hoffen lässt das Startprogramm aber dennoch auf viele Punkte. "Um die 40 Punkte werden dieses Jahr sicher nötig sein, aber wir werden jetzt nicht nach jedem Spieltag anfangen zu rechnen", versichert der SG-Coach, dass er und seine Truppe den Fokus auf das Wesentliche richten, "und das sind unsere Ergebnisse, auf alles andere haben wir ohnehin keinen Einfluss."

In der zweiten Halbserie werden die Karten außerdem neu gemischt, manch ein Klub hat reihenweise Transfers getätigt. "Da schaut man natürlich ab und zu mal drauf, aber wie aussagekräftig das ist, kann ich nicht sagen", so Schwager, der erfahren genug ist, um sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen, "das ist meistens so in einer Winterpause." Schmunzelnd sowie vielsagend fügt er hinzu: "Bei uns kann sich ja auch noch etwas tun."

Aufrufe: 021.1.2026, 12:00 Uhr
red.Autor