Der VfB Lübeck blieb auch gegen St. Pauli II ungeschlagen.
Der VfB Lübeck blieb auch gegen St. Pauli II ungeschlagen. – Foto: Nückel/Steinmann

Kimmo Hovi rettet dem VfB spätes 1:1 gegen St. Pauli II

In der Nachspielzeit traf Hovi per Kopf.

Mit einem späten Punkt belohnte sich der VfB Lübeck zumindest noch für eine engagierte Leistung. Das 1:1 (0:1) gegen den FC St. Pauli II war am Ende verdient, allerdings durch den späten Zeitpunkt des Ausgleichs glücklich. Die VfB-Elf hatte nicht ihren besten Tag, erwies sich vor 3.138 Zuschauern auf der Lohmühle jedoch erneut als schwer zu schlagen und rangiert mit zwei Punkten Vorsprung weiterhin an der Tabellenspitze der Regionalliga.

Nicht einmal 66 Stunden nach dem Abpfiff des Spiels beim Hamburger SV II (1:1) hatte VfB-Trainer Lukas Pfeiffer drei Veränderungen in der Startelf vorgenommen und mit Mattis Daube, Jannik Löhden und Noah Plume anstelle von Tarik Gözüsirin, Niklas Kastenhofer und Vjekoslav Taritas drei frische Kräfte gebracht. Dennoch fanden die Grün-Weißen nicht gut in die Partie. Zwar hatte Mats Facklam per Hechtkopfball (4., vorbei) einen ersten Torabschluss, doch die ersten 20 Minuten gehörten insgesamt dem Gast. Torgefährlich war St. Pauli aber auch nur mit ruhenden Bällen. Die aber hatten es in sich: Franz Roggow setzte einen 20-Meter-Freistoß zunächst an die Lattenunterkante (15.). Drei Minuten später bekam er – wenige Meter weiter rechts – eine erneute Chance, und zielte genauer: Er traf mit einem perfekten Schlenzer zum 0:1 genau in den Winkel.

Diesmal brauchte Lübeck ein paar Minuten, um auf den Rückstand die richtige Reaktion zu zeigen. In einer hektischen, umkämpften Partie, in der der junge Schiedsrichter Christoph Kluge reichlich Arbeit hatte, gelang es dem VfB spielerisch kaum, Akzente zu setzen. Gefährlich wurde es nach ruhenden Bällen. So zielte Facklam im Anschluss an einen Freistoß zu hoch (30.). Tommy Grupe lenkte den Ball nach einer Egerer-Ecke mit dem Kopf am langen Eck vorbei (37.). Zudem war ein Daube-Schuss zu unplatziert (34.). Die St. Paulianer hatten in dieser Phase noch einen gefährlichen Konter, als Gwang-In Lee wenige Meter vor dem Tor eine Hereingabe verpasste.

In die zweite Halbzeit startete der VfB nach zwei Pausenwechseln besser. Zwar gelang spielerisch bei weitem noch nicht alles. Doch zumindest wurden die Gäste phasenweise ordentlich unter Druck gesetzt. Aus guten Schusspositionen setzten jedoch Morten Rüdiger (49.) und Marius Hauptmann (55.) den Ball über das Tor. Bis in die Schlussphase hinein schafften es die Hamburger jedoch anschließend, ihren Strafraum gut zu verteidigen. Torchancen gab es in dieser Phase auf beiden Seiten nicht, beim VfB fehlten oftmals einige Zentimeter oder das letzte Zuspiel, um Durchbrüche zu erzielen. In der Schlussphase jedoch erhöhte unsere Mannschaft – nun mit Zwei-Meter-Mann Löhden als zusätzlichem Angreifer – noch einmal den Druck und rief zeitweise Belagerungszustände im Hamburger Strafraum aus. Doch St. Paulis zweitligaerfahrener Schlussmann Dennis Smarsch parierte sowohl einen Kopfball von Kimmo Hovi (83.) als auch spektakulär einen platzierten Schuss von Hauptmann (88.). Dass noch ein Treffer fallen könnte, deutete sich in dieser Phase an – und so kam es dann auch. Eine Hereingabe von Hauptmann köpfte Hovi an die Lattenunterkante, von wo der Ball hinter die Linie sprang (90./+1) – beim Nachsetzen von Löhden, der den Ball endgültig ins Netz drückte, zeigte Referee Kluge bereits zur Mitte. Der VfB wollte in den vier verbleibenden Minuten noch mehr. Doch zu klaren Chancen reichte es nicht mehr. Ein Dreier wäre – insbesondere nach der schwachen ersten Halbzeit – an diesem Tag aber auch sehr glücklich gewesen.

So bleibt als positives Fazit, dass der VfB Lübeck auch nach dem vierten Rückstand dieser Saison weiterhin ohne Niederlage bleibt und die Tabelle anführt. Bevor das nächste Wochenende punktspielfrei ist, steht am Donnerstag (19.30 Uhr) das nächste Stadtderby auf dem Programm, wenn Lübeck den 1. FC Phönix zum SHFV-Pokal-Viertelfinale empfängt.

VfB Lübeck: Kirschke – Kölle (46. Hauptmann), Grupe, Löhden, Rüdiger (65. Lippegaus) – Egerer – Daube (76. Kastenhofer), Plume (46. Gözüsirin), Boland, Drinkuth – Facklam (60. Hovi).

FC St. Pauli II: Smarsch – Park, Appe, Beifus, Kukanda (72. Schütt) – Günther (77. Mahncke), Mende, Roggow – Müller (87. Steiger Borrero), Lee (84. Clausen), Imsak.

SR: Christoph Kluge (Bremen).

Zuschauer: 3.138.

Tore: 0:1 Roggow (18.), 1:1 Hovi (90./+1).

Gelbe Karten: Boland, Rüdiger, Kölle, Löhden, Grupe, Egerer – Park, Kukanda, Smarsch.

Aufrufe: 019.9.2022, 08:23 Uhr
Christian JessenAutor