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Allgemeines

Kilia unterliegt 1:3 – VfB Lübeck zieht ins Viertelfinale ein

Abgeklärtere Lübecker treffen unter den letzten Acht auf Weiche Flensburg 08

von Ismail Yesilyurt · 15.09.2025, 09:47 Uhr · 0 Leser
Julius Alt (Kilia Kiel) gegen Julian Albrecht (li., VfB Lübeck).
Julius Alt (Kilia Kiel) gegen Julian Albrecht (li., VfB Lübeck). – Foto: Ismail Yesilyurt

Der VfB Lübeck ist der Titelverteidigung einen Schritt näher gekommen. Mit einem am Ende seriösen Auftritt und einem 3:1-Erfolg beim Schleswig-Holstein-Meister Kilia Kiel erreicht der amtierende Landespokalgewinner das Viertelfinale des SHFV-LOTTO-Pokals. Dort treffen die Lübecker, die derzeit in der Regionalliga Nord auf Tabellenplatz 11 stehen, am 8. Oktober zuhause auf den Ligakonkurrenten SC Weiche Flensburg 08.

Lübeck siegt dank stabiler Defensive

Die Hansestädter siegen verdient, da die Elf von Cheftrainer Guerino Capretti in einer über weite Strecken ausgeglichenen Begegnung die standfestere Abwehrreihe stellt. So fallen aus Kieler Sicht alle drei Gegentore schlicht zu einfach.

Marvin Müller (Kilia Kiel) und Julius Alt (re.) im Kopfballduell gegen Luca Menke (VfB Lübeck).
Marvin Müller (Kilia Kiel) und Julius Alt (re.) im Kopfballduell gegen Luca Menke (VfB Lübeck). – Foto: Ismail Yesilyurt

Beim 1:0 marschiert Lübecks Rechtsverteidiger Joel Amadi nach einem Doppelpass ungehindert von rechts in den Strafraum und schließt aus dem Zentrum mit einem hohen und unhaltbaren Schuss für Tom Pachulski ins obere rechte Eck ab.

Beim 2:0 zeigt Antonio Verinac, der sich mit Kilia-Kapitän Florian Foit die packendsten Duelle der Partie liefert, seine Klasse. Mit viel Freiraum kann der Lübecker Torjäger in der Box den Ball annehmen und diesen gezielt hoch ins lange Eck platzieren.

Mit dem 3:1, das VfB-Kapitän Marvin Thiel nach einem tollen Solo in den Strafraum mit einem schönen Schlenzer erzielt, nehmen die Gäste dem Oberligisten endgültig den Wind aus den Segeln.

Hoffnung durch Joker Lucas Groß

Kurz zuvor war Kilia durch den sehenswerten Kopfballaufsetzer von Lucas Groß zum 1:2 noch einmal herangekommen. Vorbereiter war Drilon Trepca mit einer starken Flanke. Dem Neuzugang vom Heider SV wäre fast noch sein Doppelpack gelungen, doch Groß rutschte knapp am Ball und damit am möglichen 2:2 vorbei.

Tanz an der Eckfahne zwischen Marvin Müller (Kilia Kiel) und Luca Menke (re., VfB Lübeck).
Tanz an der Eckfahne zwischen Marvin Müller (Kilia Kiel) und Luca Menke (re., VfB Lübeck). – Foto: Ismail Yesilyurt

Erste Halbzeit auf Augenhöhe

Die erste Halbzeit gehört von den Spielanteilen her dem Team von Nicola Soranno, dem zum fünften Mal in Folge ein Regionalligist im Achtelfinale zugelost wurde. Nur 2021/22 gelang mit einem 3:2 gegen den 1. FC Phönix Lübeck der Sprung ins Viertelfinale. Mit viel Energie, guter Ballzirkulation und aggressivem Pressing holt sich die Heimelf ein kleines Übergewicht.

An klaren Chancen bleibt die Bilanz jedoch mager: Eine für Kilia Kiel durch Julius Alt (31.), dessen Schuss aus etwa sieben Metern abgeblockt wird, und eine für den VfB – das 1:0. Für die Zuschauer entwickelt sich so kein Leckerbissen, sondern eher eine Partie mit viel Action zwischen den Boxen.

Die beste Chance für Kilia Kiel durch Julius Alt in der ersten Hälfte.
Die beste Chance für Kilia Kiel durch Julius Alt in der ersten Hälfte. – Foto: Ismail Yesilyurt

Wenig Pokalstimmung auf den Rängen

Nicht ganz 500 Zuschauer verfolgten das Match. Die Auflagen der Polizei erlaubten aus Sicherheitsgründen nur 200 Lübeckern den Zutritt in den Fanblock. Aus Protest verzichteten diese auf verbale Unterstützung und ließen ihren Frust am Bauzaun aus, der nach dem Spiel umkippte. Da auch die Tageskassen zunächst geschlossen waren, blieb der große Besucherandrang aus – echte Pokalstimmung kam nicht auf.

Lübeck nach der Pause aktiver

Beim favorisierten Gast hatte man zunächst das Gefühl, dass der Fokus auf einer stabilen Defensive lag. Doch nach der Pause änderte sich die Dynamik. Offenbar hatte Guerino Capretti sein Team angewiesen, mutiger nach vorne zu spielen.

Packender Zweikampf zwischen Florian Foit (Kilia Kiel) und Noah Andreas (re., VfB Lübeck).
Packender Zweikampf zwischen Florian Foit (Kilia Kiel) und Noah Andreas (re., VfB Lübeck). – Foto: Ismail Yesilyurt

So probierte Verinac es mit einem Flachschuss, den Pachulski parierte (59.). Kurz darauf verpasst Groß nach Trepca-Flanke nur knapp den Ausgleich. Auch die Partie gewann jetzt an Niveau und Chancen. Marvin Müller klärte kurz vor der Linie für seinen bereits geschlagenen Keeper (80.). Auf der anderen Seite hatte Ove Witt nach dem 1:3 die letzte Gelegenheit, doch sein Schuss zischte über die Latte.

Kilia zum vierten Mal raus

Kilia Kiel scheitert somit zum vierten Mal in Folge im Achtelfinale – und zum vierten Mal an einem Regionalligisten. Nächstes Jahr soll es erneut versucht werden: Mit einem Sieg im Kreispokalfinale gegen Verbandsliga-Aufsteiger Kieler MTV wäre man wieder in der Lostrommel.

FC Kilia Kiel: Pachulski – Witt (88. Senger), Foit, Ayyildiz (73. Nwokoma) – Tom Warncke (86. Waschko) – Trepca, Acer (56. Niebergall), Alt, Yazgan (56. Groß), Meseberg – Müller.
Trainer: Nicola Soranno.
VfB Lübeck: Diestel – Amadi, Menke, Becken (29. Albrecht), Thiel – Pfundheller (90.+1 Shivani), Andreas – Pulido (70. Istefo), Polat, Abu-Alfa (46. Karimani) – Verinac (88. Philipp).
Trainer: Guerino Capretti.
Beste Spieler: Tom Warncke, Florian Foit, Lucas Groß – Joel Amadi, Marvin Thiel, Bjarne Pfundheller, Mikail Polat.
SR: Mirka Derlin (TSV Dahme) wie immer mit einer sehr ruhigen und angenehmen Spielleitung und guten Gesamtmoderation.
Ass.: Steffen Brandt, Jannik Romahn.
Z.: 500.
Tore: 0:1 Joel Amadi (12.), 0:2 Antonio Verinac (69.), 1:2 Lucas Groß (75.), 1:3 Marvin Thiel (83.).

Fotogalerie folgt.