Buchführung ein „Albtraum“, keine Entlastungen
Anschließend ging es mit den Tagesordnungspunkten und den Abschlussberichten der Jahre 2022, 2023 und 2024 weiter. So gab es 2022 letztlich einen Fehlbetrag von rund 400.000 Euro, insgesamt bezeichnete Bernd Limberg, der Moderator des Abends, die Vorgänge als „Albtraum“. Ein Brief des Ex-Vorstands Christoph Lenz, den Limberg anschließend auszugsweise vorlas, zeigte den zuvor erwähnten „Albtraum“ im Detail auf: Krasse Fehlkalkulationen und eine Vielzahl von Rechnungen, die nicht zugeordnet werden konnten, hätten zur Finanzlücke beigetragen. Zusammenfassend schrieb Lenz: „Die schwarze Null konnten wir seit der letzten Insolvenz nie halten.“ Letztlich wurden der Vorstand und der Verwaltungsrat von 2022 nicht entlastet.
Danach folgte das Rumpfgeschäftsjahr 2023 von Januar bis Juni. Demnach gab es allein in diesem halben Jahr einen Fehlbetrag von rund 300.000 Euro, Teile davon sollen aber bereits in den 400.000 Euro aus 2022 liegen. Somit liegt der gesamte Fehlbetrag aus der Saison 2022/23 bei rund 550.000 bis 600.000 Euro, wie Limberg vorrechnete.
Von Juli 2023 bis Juni 2024 ergab sich ein weiterer Fehlbetrag von rund 140.000 Euro. „Man hat sich die Finanzplanung für die Saison 2023/24 schön gerechnet“, ergänzte Limberg dazu. Die Entlastung für 2023 sowie für das Jahr 2023/24 wurde schließlich von beinahe allen Mitgliedern im Anschluss verschoben, bis die vollständigen Zahlen vorliegen.
Im Anschluss wurden weitere Tagesordnungspunkte wie etwa mögliche Änderungen an der Satzung und eine Kommission zur Satzungsänderung besprochen. Dabei merkte man den Mitgliedern an, wie groß der Redebedarf auf der Veranstaltung war und wie tief einige der Probleme des Vereins liegen. Einige der Anwesenden konnten mit fortschreitender Dauer ihre Emotionen nur schwer im Zaum halten. Je länger der Abend ging, umso mehr lief die Versammlung aus dem Ruder. Immer öfter griffen einige Teile der Fans den Vorstandsvorsitzenden Thomas Platzer und die übrigen Vorstandsmitglieder direkt an. Es entwickelten sich Diskussionen, die wenig zielführend waren und immer öfter in Beleidigungen und Schuldzuweisungen endeten.
Letztlich führte der Abend vor allem zu viel Frust, denn Teile der Mitglieder fühlten sich immer weniger verstanden, viele Zahlen wurden durcheinander geworfen und Tatsachen aus dem Zusammenhang gerissen. Dies gipfelte letztlich in einem Vorschlag um 23 Uhr, die Versammlung zu diesem Zeitpunkt abzubrechen, da keine gemeinsame Lösung mehr abzusehen war.
Abschließend wurde noch die Frage gestellt, ob der Verwaltungsrat, der seinen Rücktritt zur nächsten Mitgliederversammlung vor einigen Wochen bereits angekündigt hatte, tatsächlich zurückgetreten sei. Diese Frage wurde von dessen stellvertretendem Vorsitzenden Harald Grassen beantwortet, der bekräftigte, dass der Verwaltungsrat seit diesem Abend offiziell nicht mehr im Amt sei. Allerdings werde er, bis ein neuer Verwaltungsrat gewählt ist, weiterhin kommissarisch tätig sein.