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Allgemeines

KFC Uerdingen verteidigt Hallen-Titel nach makellosem Finaltag

Hallenstadtmeisterschaft Krefeld: Der KFC Uerdingen behauptete sich im Finale gegen den KTSV Preussen Krefeld und sicherte sich zum dritten Mal in den vergangenen vier Jahren den Krefelder Hallentitel. Der CSV Marathon hatte den Oberligisten im Halbfinale noch am Rande einer Niederlage, zog aber im Neunmeterschießen den Kürzeren.

von Markus Becker · 04.01.2026, 21:58 Uhr · 0 Leser
Hier bejubelt der KFC das entscheidende Tor im Finale.
Hier bejubelt der KFC das entscheidende Tor im Finale. – Foto: Robin Bogaletzki

Die hiesige Konkurrenz hat dem KFC Uerdingen das Leben beileibe nicht einfach gemacht. Schlussendlich verteidigte der Oberligist aber doch den Titel der Hallenstadtmeisterschaft Krefeld mit einem knappen 1:0-Erfolg im Finale über Veranstalter KTSV Preussen Krefeld. Am Finaltag gewann der KFC sogar jedes seiner Spiele, geriet auf dem Weg dorthin aber auch das ein oder andere Mal in die Bredouille. Auch wenn der KTSV sich kurz vor dem maximalen Erfolg geschlagen geben musste, durfte sich der B-Ligist nach einem spektakulären Tag viel Lob abholen – sportlich, aber auch als Gastgeber des Budenzaubers.

Gruppe 1

Da der ESV Hohenbudberg von Beginn an nur vier Feldspieler stellen konnte, hielt sich der Spannungspegel innerhalb der Gruppe klar in Grenzen. Mit einem Mann in Unterzahl und ohne Wechselmöglichkeiten gab es schon bei der 0:5-Pleite gegen den TSV Bockum nichts zu holen. Zwar zeigte sich Schiefbahn im nächsten Spiel solidarisch und absolvierte die Partie ebenfalls mit vier Feldspielern, doch die inzwischen konditionell arg strapazierten Akteure des ESV mussten sich auch im zweiten Spiel mit einer 1:4-Niederlage begnügen. Weil sich in der Folge wohl auch noch ein weiterer Spieler verletze, zog sich Hohenbudberg vorzeitig zurück. Rückwirkend wurden alle Spiele 0:2 gegen den Moerser A-Ligisten gewertet.

Entsprechend konnten alle weiteren Teams der Gruppe schon frühzeitig mit dem Viertelfinal-Einzug planen, es ging ausschließlich um die Endplatzierungen, die letztlich auch die Paarungen der K.o-Phase-Phase entscheiden sollten. Wie in der Vorrunde setze sich Schiefbahn an die Tabellenspitze, verpasste nur nach einem späten Ausgleich gegen Bockum (2:2) die makellose Ausbeute in der Zwischenrunde. Bockum selbst konnte neben dem Hohenbudberg-Spiel keinen weiteren Sieg einfahren, hatte in großen Stücken aber auch nicht das Spielglück auf der eigenen Seite. Auf den Platzen zwei und drei zogen derweil SuS Krefeld und der TuS Gellep in die Endrunde ein.

Gruppe 2

Sowohl gegen den CSV Marathon (4:2) als auch Preussen Krefeld (3:2) ging der KFC zwischenzeitlich in Rückstand hatte schlussendlich jedoch in allen Zwischenrunden-Spielen die Nase vorne. Im geordneten Drei-Punkte-Abstand reihten sich die weiteren Teams hinter dem Oberligisten ein. Marathon konnte wie gewohnt auf seine durchschlagkräftige Offensive bauen, die besonders beim 6:3 gegen Fischeln eindrucksvoll zum Zuge kam. Im Vergleich zum Vortag wurden die Zweikämpfen in jedem Fall noch etwas härter geführt, was auch die ein oder andere längere Behandlungspause zur Folge hatte.

Für den CSV musste so beispielsweise Stürmer Dennis Lerche die längste Zeit mit einem spontan angefertigten Turban auflaufen, auch der Torhüter des Bezirksligisten musste nach einem Zusammenprall ausgewechselt werden. Fischeln hatte im Vergleich zum Vortag deutlich mehr Probleme und legte nur im ersten Spiel gegen den letztlich ausgeschiedenen FC Hellas Krefeld II (5:1) die zuvor gewohnte Souveränität und Spielfreude an den Tag. Der KTSV zog als viertes Team der Gruppe in die Endrunde ein, punktete jedoch ausschließlich mit dem 2:0-Erfolg gegen den FC Hellas.

Viertelfinale

Größtenteils taktisch geprägt, hielten sich klaren Torraumszenen lange in Grenzen. Die beste Gelegenheit nutzte der KTSV eiskalt. Nach einer Vorlage über die Bande kam Thore Bergmann freistehend zum Abschluss und drückte die Kugel aus kurzer Distanz über die Linie. Auch in der Folge blieben die ganz dicken Tormöglichkeiten aus, beide Seiten versuchten sich immer wieder mit Versuchen aus der Distanz, die letztlich nicht von Erfolg gekrönt sein sollten. Minimalistisch wie nervenstark kämpfte sich der KTSV in die Rund der letzten vier vor.

Es ging munter und los. Nach einem öffnenden Ball in die Spitze überwand Niklas Geraets den gegnerischen Keeper mit einem feinen Heber (2.). SuS Krefeld fand mit einem wuchtigen Abschluss in den Winkel durch Luke Winkler aber auch schnell wieder ins Spiel (5.). Daraufhin wurde das Spiel hitziger, beide Teams agierten mit offenem Visier, doch Fischeln erzielte die Tore. Zunächst mit einem platzierten Flachschuss aus der Distanz von Jerome Schubert (7.), daraufhin Amir Alili nach einem Abpraller (11.). SuS Krefeld hatte in der Zwischenzeit so manche Entscheidung des Unparteiischen zu bemängeln, unter anderem blieb ein Handspiel der Fischelner im eigenen Strafraum ungeahndet. Spätestens mit dem zweiten Treffer von Geraets war dann auch der Deckel drauf (12.). SuS hielt zwar aufopferungsvoll mit dem Bezirksligisten, letztendlich machte dessen Kaltschnäuzigkeit aber den Unterschied.

Der weiterhin mit einem Turban agierende Dennis Lerche stach früh per Doppelschlag. Zunächst per Abstauber (2.), daraufhin umkurvte der Stürmer den gegnerischen Schlussmann zum 2:0 – zu diesem Zeitpunkt bereits sein elfter Turniertreffer (4.). Gellep hatte daraufhin eine absolute Mammutaufgabe vor sich, prallte über weite Strecken jedoch am Defensivverbund von Marathon ab. Erst kurz vor Ablauf der regulären Spielzeit spitzelte Abdelhinan Huro das Leder noch aus kurzer Distanz zum Anschlusstreffer über die Linie (10.). Ernsthafte Hoffnungen auf ein Comeback wurden jedoch schnell im Keim erstickt, weil Marathon in der Schlussphase noch einmal aufs Gaspedal drückte. Marcel Lüft, Ilay Baris, Fritz Fiedler und erneut Lerche sorgten spät für klare Verhältnisse.

Der KFC brachte seine gewohnt lautstarken Anhänger schon früh ins Jubeln. Nach einer Umschaltsituation fand Alexander Lipinski den freistehenden Ephraim Kalonji am zweiten Pfosten, der das Leder nur noch ins leere Tor bugsieren musste (2.). Bockum blieb in der Folge alles andere als chancenlos, doch beim Oberligisten kam dann doch die überlegene Qualität zum Vorschein. Am Ende eines sauber vorgetragenen Angriffs über Ole Päffgen und Yassin Benslaiman schob Kalonji zu seinem Doppelpack ein (7.).

Direkt im Anschluss hatten die Uerdinger auch noch etwas Dusel als Amadou Fofana den Anschlusstreffer verpasste, indem er am Querbalken des KFC-Tors scheiterte (8.). Als dann auch noch Benslaiman einen Strafstoß sicher zum 3:0 verwandelte (9.), schien der Spielausgang klar, doch der TSV blieb immerhin noch am Leben. Die Treffer von Jannik Ott (11.) und Viron Anagnostou (12.) brachten den Außenseiter wieder auf ein Tor heran, doch die Zeit für ein Comeback blieb zu knapp. Beinahe mit dem Schlusspfiff machte Mustafa Doganci zusätzlich mit dem Treffer zum 4:2 auch den Deckel drauf (12.).

Halbfinale

Gegen die leicht favorisierten Fischelner setzte der KTSV schon wenige Momente nach Spielbeginn den ersten Stich. Lukas Hermesmann stand nach einem Bandenabpraller ins Zentrum goldrichtig und schob von dort ins leere Tor ein (1.). Danach war der VfR naturgemäß gefordert, konnte aber nur wenig zwingende Chancen generieren. Mit fortschreitender Spieldauer wurde sogar der B-Ligist immer stärker, verpasste jedoch ein ums andere Mal die Vorentscheidung. Um ein Haar sollte sich das noch rechnen, als Fischeln kurz vor Abschluss der Partie mit einem wuchtigen Schuss aus der Distanz noch den Querbalken touchierte, doch letztlich stand einmal mehr die Null beim Team von Tim Rother, das vor einem begeisterten Publikum den Einzug ins Finale feiern konnte.

Ein direkter Freistoß von Yassin Benslaiman brachte den KFC zunächst auf die Siegerstraße (5.), bis zum Finaleinzug sollte es aber noch eine ruckelige Fahrt werden. Ein wesentlicher Grund dafür war ein mutig aufspielender CSV Marathon, der nach dem anfänglichen Rückstand sogar das spielbestimmende Team war, aber auch gleichzeitig teils hochkarätige Chancen liegenließ. So zeigte sich der KFC zunächst kaltschnäuziger, als Pierre Rogasik nach herausragender Vorarbeit von Ole Päffgen ins leere Tor einschoss (9.). Weil der CSV durch Daniel Sperling aber auch prompt zum Anschlusstreffer antwortete (10.), blieb der Spielausgang weiter offen.

Erneut hatte Marathon die vielversprechenderen Möglichkeiten, ließ sich aber für den schlussendlichen Ausgleich lange Zeit. Erst kurz vor Schluss drückte Ilay Baris einen Nachschuss aus kurzer Distanz über die Linie (12.), sorgte damit für den dramaturgischen Zwischenhöhepunkt des Turniers: Es ging ins Neunmeterschießen.

Vom Punkt bewies der KFC Nervenstärke und verwandelte jeden seiner vier Versuche, während Marathon zwei Mal vergab. Mit dem Fehlschuss von Sperling war die Chance auf den großen Coup gegen den Oberligisten begraben. Der CSV darf sich dafür immerhin den Titel der besten Offensive des Turniers auf die eigene Fahne schreiben, dazu schnappte sich Dennis Lerche mit zwölf Treffern die inoffizielle Torjägerkrone.

Spiel um Platz 3

Statt eines vollwertigen Spiels verständigten sich beide Teams auf ein umgehendes Neunmeterschießen, wo der CSV diesmal die Oberhand behielt und sich damit den Platz auf dem Podium sicherte.

Finale

Im Finale behauptete sich der KFC knapp.
Im Finale behauptete sich der KFC knapp. – Foto: Robin Bogaletzki

Anders als im Zwischenrundenspiel vom gleichen Tag übernahm der KFC diesmal von Beginn weg die Spielkontrolle, belohnte sich verdienterweise durch den Führungstreffer von Yassin Benslaiman, der nach Zuspiel von Alexander Lipisnki nur ins leere Tor einschieben musste. Danach blieb es in großen Teilen ein Spiel auf ein Tor, der KTSV konnte nur durch gelegentliche Umschaltsituationen auch selbst offensiv in Erscheinung treten. Doch obwohl der KFC das Spiel in der Hand zu haben schien, blieb es bei dem knappen Vorsprung, was dem B-Ligisten bis zum Schlusspfiff weiter Hoffnung auf einen Lucky Punch verlieh. Und genau dieser fiel Lukas Hermesmann auch wenige Momente vor Schlusspfiff eigentlich vor die Füße, doch der 27-Jährige platzierte das Leder nur an den rechten Innenpfosten. Eine weitere dicke Chance blieb aus, der KFC Uerdingen setzte sich schlussendlich mit so mancher stressbedingten Schweißperle erneut die Krefelder Hallenkrone auf.

Siegerfoto des KFC.
Siegerfoto des KFC. – Foto: Robin Bogaletzki