
Die verzwickte Situation des KFC Uerdingen soll am Mittwoch endlich klarer sein, denn auf der lang erwarteten Außerordentlichen Mitgliederversammlung sollte der bisherige Vorstand abgewählt werden. Seit der Insolvenzverwalter Thomas Ellrich die "Freunde und Förderer" auf die Kommandobrücke des Vereins gelassen hat, war das verbliebene Vorstandstrio de facto redundant - und jetzt tritt es am Tag vor der Veranstaltung lautstark zurück.
Der Dienstag brachte rund um den KFC Uerdingen eine Dynamik, die so nicht zu erwarten war. Ein Mitgliederbegehren, das auch Thema beim Oberlandesgericht Düsseldorf war, wurde nach monatelangem Warten von offizieller Stelle endlich durchgewunken - die Außerordentliche Mitgliederversammlung mit Hauptziel des Abwählens des Vorstandes um den Vorsitzenden Thomas Platzer, Dmitry Voronov und Christian Ritzenfeld sollte am Mittwoch über die Bühne gehen, doch dann meldete sich das in der Versenkung verschwundene Trio mit einer über 14.000 Zeichen langen Stellungnahme am Nachmittag zurück und erklärte am Ende: "Dem Verwaltungsrat haben wir heute geschlossen unseren Rücktritt von den Vorstandsämtern mitgeteilt."
Da drängte sich natürlich umgehend die Frage auf, ob die Mitgliederversammlung überhaupt noch vonnöten sei. Die Bestätigung folgte am Abend, als Jörg Gredig, seinerseits Mit-Initiator und -Organisator des Mitgliederbegehrens, mitteilte, dass aus "Gründen der Rechtssicherheit" die Veranstaltung und die Abwahl wie geplant stattfinden werden. Außerdem: "Unter Top 1 und Top 2 wird uns Mitgliedern die Möglichkeit geboten, Informationen aus erster Hand zu erhalten", erklärt Gredig. Neben der Abwahl gibt es zwei weitere Tagesordnungspunkte: Bericht zur Lage des KFC seitens des Insolvenzverwalters sowie Vorstellung der Konzepte möglicher Parteien, die sich um den Vorsitz des Vereins bewerben wollen. Hier läuft alles auf die "FuF" hinaus, der Bericht von Ellrich wird derweil mit Spannung erwarten, schließlich stehen die Finanzen des ehemaligen Bundesligisten immer im Fokus.
Im Weiteren legt das Trio dar, dass „sowohl die Gerichtsposse um die Vereinsrechte als auch um die Mitgliederversammlung“ nicht von ihm initiiert worden seien. Lediglich die Weigerung der Initiatoren, über die Beschaffung der Unterschriften zu sprechen, sei Anlass für die Beschwerde beim Oberlandesgericht gewesen. Diese Beschwerde habe zu der Entscheidung geführt, dass die Initiatoren der Unterschriften-Aktion nicht die erforderliche Anzahl der Stimmen zusammenbekommen hatten, um eine außerordentliche Versammlung einberufen zu können. Über das Zustandekommen der Unterschriften habe es demgegenüber aber keine Aufklärung gegeben. Gleichzeitig aber sei einem Antrag stattgegeben worden, dass zur Einberufung einer außerordentlichen Versammlung künftig lediglich zehn Prozent der Mitglieder zustimmen müssten. Damit sei „ein gefährlicher Präzedenzfall geschaffen“ worden, der es „Kleinstfraktionen zukünftig erlauben wird, die Arbeit eines Vorstands zu sabotieren.“
Es ist ein Abschied mit Beigeschmack - mal wieder. Alle weiteren Entwicklungen rund um die Außerordentliche Mitgliederversammlung des KFC Uerdingen könnt ihr am Mittwoch im Live-Blog von FuPa Niederrhein verfolgen.