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KFC Uerdingen: Schlammschlacht mit Vorwürfen der kriminellen Handlung

Die "FuF" des KFC Uerdingen haben Zugang zur Geschäftsstelle erhalten. Es geht um schwere Vorwürfe und (fehlende) Befugnisse.

von André Nückel · 27.07.2025, 14:18 Uhr · 0 Leser
Vorwürfe und neue Themen in Uerdingen.
Vorwürfe und neue Themen in Uerdingen. – Foto: Ralph Görtz

Die "Freunde und Förderer" des KFC Uerdingen haben Zugang zur Geschäftsstelle des Traditionsvereins, die sich im sogenannten "Gelben Haus" am Grotenburg-Stadion befindet, erhalten. Das hat vor allem in den Sozialen Medien für Aufsehen gesorgt, denn es kursieren schwere Vorwürfe, gegen die sich die neue, noch nicht gewählte, Vereinsführung ausdrücklich wehrt.

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Ein Account namens "Vorstand KFC Uerdingen 05" hat sich am Freitag in den bekannten Uerdinger Gruppen gemeldet. Konkret geht es um schwerwiegende Vorwürfe gegen die "Freunde und Förderer", die durch den Insolvenzverwalter Thomas Ellrich als neue Vereinsführung eingesetzt wurden. Der Account behauptet, dass die "FuF" sämtliche Schlösser mit einem Schlüsseldienst aufgebrochen haben sollen. "Der amtierende Vorstand wird damit ohne Legitimation vom Betreten der Geschäftsstelle und der Ausübung seiner Pflichten ausgeschlossen", heißt es weiter.

Kriminelle Handlungen werden vorgeworfen

"Die Türen wurden ohne Gerichtsbeschluss, ohne Anwesenheit des Eigentümers und ohne Information an den Vorstand gewaltsam geöffnet. Mit von der Partie waren zwei sogenannte und uns wohlbekannte bewaffnete "szenekundige Beamte" der hiesigen Polizei. Nach dem Aufbrechen der Räumlichkeiten wurden diverse Gegenstände entwendet. Warum die Beamten nicht eingegriffen haben, bleibt zunächst unklar", teilt der Account mit und erhebt dann schwere Vorwürfe: „Die gesamte Aktion wurde umfangreich auf Video- und Tondokumenten festgehalten auf denen alle beteiligte Personen zu erkennen sind und eben auch die Entwendung von Vereinseigentum festgehalten wurde! Nach finaler Begutachtung des Materials werden wir angemessene Maßnahmen ergreifen. Wir sind sichtlich überrascht, dass ein Mitglied der steuerberatenden Berufe die Aktion angeführt und offenkundig Personen des SC Krefeld federführend mit beteiligt waren! Nähere Informationen dazu folgen."

Diese Ausführungen und Behauptungen schlugen sofort Wellen, schließlich bleibt der KFC Uerdingen ein fragiles Konstrukt, das weiterhin einem Pulverfass gleicht. Entsprechend wenden sich die "FuF" am Sonntag mit einer Gegendarstellung an die Öffentlichkeit. Die vom Insolvenzverwalter eingesetzte Führung, die aktuell auch den sportlichen Neuaufbau verwaltet, der vom Fußballverband Niederrhein anerkannt ist, stellt dabei noch einmal klar, dass es zwar noch einen amtierenden Vorstand gebe, dieser aber seit Insolvenzeröffnung zum 1. April keine Befugnisse mehr besitze. Gleichzeitig soll sich der Vorstand wenig kooperativ zeigen, wie behauptet wird:

"Die „Freunde und Förderer des KFC Uerdingen“ haben in Vollmacht und in Vertretung des Insolvenzverwalters Thomas Ellrich gemeinsam mit der Stadt Krefeld und der Polizei Krefeld Zutritt zum „gelben Haus“, auf dem Gelände des Grotenburg-Stadions erhalten. Die Immobilie wurde zuletzt als Geschäftsstelle des KFC genutzt. Der KFC Uerdingen befindet sich seit dem 1. April 2025 in einem eröffneten Insolvenzverfahren. Der Vorstand hat daher keinerlei Verfügungsbefugnisse über den Verein und allem, was sich im Besitz oder Eigentum des Vereins befindet. Hinzu kommt, dass die Stadt Krefeld dem KFC zum 31. Mai 2025 die Nutzung des „gelben Hauses“ gekündigt hatte", erklären die "FuF". "Der Vorstand hat jedoch mehrfach verweigert, die Schlüssel der Stadt oder dem Insolvenzverwalter zurückzugeben. Mehr noch: Bis vor wenigen Tagen wurden regelmäßig Vorstandsmitglieder des KFC und ihnen nahestehende Personen im „gelben Haus“ und im Stadion gesehen. Zuletzt hatte es den Anschein, dass EDV und weiteres Mobiliar, das sich im Vereinseigentum befand, entwendet wurde. Zur Sicherung der Insolvenzmasse kam es nun zum Zutritt und zum Austausch der Schlösser durch einen professionellen Schlüsseldienst. Nach einer ersten Sichtung hat sich der Verdacht der Entnahme von Vereinseigentum erhärtet. Aktuell erfolgt eine Bestandsaufnahme."

KFC-Vorstand: Vereinsinteresse oder verletzter Stolz?

Kurzum: Es geht um schwerwiegende Vorwürfe von beiden Seiten, wenngleich sich ein Eindruck seit Wochen und bald Monaten erhärtet: Will der noch amtierende Vorstand, der seit Insolvenzbeginn keinerlei Befugnisse mehr besitzt, wirklich noch das Beste für den KFC Uerdingen oder geht es hier vielmehr um persönliche Befindlichkeiten, weil sich der Insolvenzverwalter für die Opposition entschieden hat? Wenn die Stadt Krefeld dem KFC Uerdingen die Nutzung der Geschäftsstelle zum 31. Mai des laufenden Jahres gekündigt hat, ist eine Übernahme der Stadt und eine "Weiterreichung" oder Öffnung der Immobilie an die "Freunde und Förderer" zwei Monate nach Ablauf der Vereinbarung alles andere als ein Vergehen.

Wenn nicht in absehbarer Zukunft die dringend benötigte Mitgliederversammlung über die Bühne geht, dürften weitere Kapitel und Vorwürfe in dieser Schlammschlacht folgen.