2026-02-20T12:29:42.904Z

Allgemeines

KFC Uerdingen scheitert wieder einmal an der Effizienz

Oberliga Niederrhein: Trotz großer Euphorie und druckvoller zweiter Halbzeit steht der KFC Uerdingen nach umkämpften 90 Minuten gegen den FC Büderich mit leeren Händen da und verlieren mit 0:1. In den entscheidenden Momenten war der KFC abermals zu ungenau.

von Marvin Wibbeke · Heute, 12:30 Uhr · 0 Leser
KFC Uerdingens Chancenverwertung ist ausbaufähig
KFC Uerdingens Chancenverwertung ist ausbaufähig – Foto: Ralph Görtz

Am Freitagabend hatte Ratingen 04/19 im Duell mit der SpVg Schonnebeck nur einen Punkt geholt. Für den KFC Uerdingen bedeutete das, dass der Rückstand auf die Spitze der Oberliga mit einem Sieg gegen Büderich auf vier Punkte verkürzt werden konnte – mit einem Nachholspiel noch in der Hinterhand. Nach den 90 Minuten in der Grotenburg ist aber klar: Der KFC verpasst es, den Aufstiegskampf wieder richtig spannend zu machen. Am Ende jubelten die Gäste beim 0:1 (0:0)-Auswärtssieg, der in der Entstehung nicht wirklich verdient war.

Möllering gegen seinen Ex-Klub

Nach der Verkündung des neuen Vorstandsteams im Vorfeld der Partie war die ohnehin schon große Euphorie mit noch mehr Vorfreude angereichert worden. Und beinahe hätte diese besondere Stimmung einen sehr frühen Dämpfer bekommen. Ein zu kurzer Rückpass auf Justin Möllering, der gegen seinen Ex-Verein das KFC-Tor hüten durfte, war von einem Büdericher erlaufen worden. Möllering gelang es mit ein wenig Glück, den Gegenspieler anzuschießen, sodass es Abstoß für Uerdingen anstatt einer Ecke gab (3.). Auf der anderen Seite sorgte „Geburtstagskind“ Alexander Lipinski, dessen großer Tag eigentlich am 29. Februar ist, für die erste KFC-Chance. Sein Schuss wurde vom Büdericher Schlussmann Robin Offhaus zur Ecke abgewehrt (8.).

Die Anfangsphase ließ es schon vermuten, dass sich an diesem Nachmittag ein eher zerfahrenes Oberliga-Spiel entwickeln sollte. Dem KFC gelang es in der ersten Halbzeit nicht, sein Spiel durchzudrücken. Immer wieder unterliefen den Uerdingern Ungenauigkeiten im Zuspiel, was zu einigen Ballverlusten führte. Andere Gegner hätten daraus womöglich Kapital schlagen können, Büderich blieb bis auf einen eher harmlosen Schuss, den Möllering abprallen ließ, aber ungefährlich. Die Ungenauigkeiten in der gegnerischen Hälfte wiederum führten dazu, dass der KFC kaum in aussichtsreiche Abschlusschancen kam. Eine schöne Kombination zwischen Mohamed Benslaiman Benktib, Ephraim Kalonji und Noah Tomson wurde wegen einer Abseitsposition abgepfiffen.

Nach einer knappen halben Stunde war es wieder Lipinski, der sich ein Herz nahm und es aus der Distanz versuchte. Sein Schuss wurde zur Ecke abgewehrt. Im Anschluss daran setzte sich der KFC kurzzeitig fest, ließ sich dann aber eiskalt auskontern. Mit fünf Angreifern stürmte Büderich auf das Uerdinger Tor zu, während nur drei Verteidiger im Rückwärtsgang waren. Wieder hatte der KFC Glück, dass Büderich die große Chance grob fahrlässig liegen ließ. Auf der anderen Seite hätte Kalonji die Uerdinger wiederum in Führung bringen können, sein Kopfball verfehlte das Tor nur knapp (33.).

Trotz des zähen Verlaufs zog das Spiel die 1843 Zuschauer in den Bann. Ein zweiminütiger Sirenenalarm im ersten Durchgang interessierte in der Grotenburg niemanden, alles konzentrierte sich auf den Rasen, wo Kalonji aus der Distanz knapp das Tor verfehlte (40.).

Eigentlich wäre mehr drin gewesen

Zur Pause wechselte Trainer Julian Stöhr und brachte Dave Fotso Youmssi und Adam Tolba. Besonders letztgenannter war von Beginn an eine Belebung für die KFC-Offensive. Er kam in der 46. Minute selbst zum Abschluss und leitete mit einer Freistoßflanke wenig später eine weitere Gelegenheit ein. Was jedoch weiter fehlte, war der Führungstreffer. Auf diesen drängte der KFC seit Beginn der zweiten Halbzeit mehr und mehr, musste hinten aber stets aufpassen, Büderich nicht zu Chancen einzuladen. Die größte Möglichkeit hatte Lipinski, der am zweiten Pfosten komplett vergessen wurde, aber den Ball knapp am offenen Tor vorbei legte (59.). Die Grotenburg merkte, dass jetzt etwas in der Luft lag. Angefeuert von lauten „Uerdingen, Uerdingen“-Rufen feuerten die Fans ihr Team an, die Druckphase erfolgreich zu gestalten.

Und obwohl sich die Uerdinger immer wieder in Powerplay-Manier um den Gästestrafraum versammelten, bekamen die Büdericher in den entscheidenden Situationen noch ein Bein dazwischen – oder die KFC-Spieler entschieden sich für den falschen Pass. Und plötzlich jubelten die Gäste. Einer der wenigen Nadelstiche nach der Pause fand den Weg in den Uerdinger Strafraum – und der eingewechselte Glayne Baptiste Wago bezwang Möllering im KFC-Tor (79.). In den Schlussminuten versuchten die Uerdinger alles, um zumindest noch auszugleichen, doch das Büdericher Tor war an diesem Nachmittag wie vernagelt.