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KFC Uerdingen: Gehlings‘ Plan geht auf – ohne Insolvenz

Der Vorsitzende des Verwaltungsrates erkennt nicht nur eine positive Entwicklung beim KFC Uerdingen, sondern er ist optimistisch, dass der Traditionsverein die finanziellen Probleme meistert und endlich in ruhiges Fahrwasser kommt.

von Thomas Schulze · 25.07.2024, 08:30 Uhr · 0 Leser
Applaus für die Entwicklung.
Applaus für die Entwicklung. – Foto: Ralph Görtz

Nils Gehlings ist so entspannt wie lange nicht. Dazu hat natürlich auch sein Urlaub mit der Familie in Holland beigetragen, wo das Wetter zwar wechselhaft war, aber durchaus erholsam. Doch das ist es nicht allein. Auch die Entwicklung beim KFC Uerdingen hat dazu beigetragen, dass sein Wohlbefinden seit einigen Tagen deutlich verbessert ist. „Der Plan geht auf – ohne Insolvenz“, sagt er. Dabei klingt seine Stimme nicht nur erleichtert oder erfreut, sondern beinahe triumphal.

Das ist verständlich, da viele dem Traditionsverein einen erneuten Insolvenzantrag nahe gelegt hatten. Schließlich drücken den Pokalsieger von 1985 Verbindlichkeiten von über einer Million Euro, so dass der Aufsteiger mit einem reduzierten Etat in die Regionalliga geht. Wie soll das gehen eine Klasse höher mit kleinerem Budget? Doch der Reihe nach.

Ein guter Unternehmer

Dass die Suche nach einem neuen Vorstandsvorsitzenden erfolgreich abgeschlossen werden konnte, hat Gehlings Zuversicht beflügelt. „Thomas Platzer macht einen hervorragenden Eindruck“, sagt der Verwaltungsratsvorsitzende, was natürlich nicht verwundert angesichts dessen, dass er ihn berufen hat. Aber Gehlings begründet das auch: „Er stellt die richtigen Fragen, kommt nicht aus dem Fußball, hat aber ein Herz für den Sport und ist ein guter Unternehmer.“ Dieser Weg, den Verein mit Hilfe von Experten zu professionalisieren, die weder aus dem Vereinsumfeld, noch aus dem Fußball kommen, könnte weiter beschritten werden und würde sicherlich zur Beruhigung der stets sehr emotionalen, aber oft irrationalen blau-roten Szene beitragen.

Dazu passt, dass Platzer seinen unternehmerischen Hauptsitz in Kaufbeuren hat, jedoch eine Filiale in Köln, so dass er den Weg ins Rheinland kennt. „Im Zeitalter der Digitalisierung ist das eigentlich kein Problem“, sagt Gehlings. Ein Manko ist aber sicherlich, dass Platzer in Krefeld unbekannt und nicht vernetzt ist. „Aber da werden wir ihm helfen.“ Schon am Wochenende, wenn Platzer nach Krefeld kommt und nicht nur offiziell vom Verein vorgestellt wird, sondern auch einige Gespräche führen wird. So wird es Freitag einen Antrittsbesuch bei Stadtdirektor Markus Schön geben. Zudem will Platzer sein Bild vom Verein und der Organisation komplettieren, um dann zu entscheiden, wie er sein Team aufstellt: Vorstand und Geschäftsführung.

Bei aller Freude über die neue Führung sind damit nicht alle Probleme gelöst. Wie können die Altschulden zurückgeführt werden? Wie können die gegenüber dem Etat-Entwurf des alten Vorstands erhöhten Kosten aufgefangen werden? „Letzteres werden wir mit zusätzlichen Sponsoren-Einnahmen meistern“, gibt sich Gehlings zuversichtlich. „Da bin ich ganz optimistisch, denn, nachdem die Sponsoren anfangs sehr verhalten waren, was durchaus nachvollziehbar ist, hat sich in den vergangenen Tagen einiges getan. Und ich bin sicher, dass sich in den nächsten ein, zwei Wochen noch einiges tut.“ Auf jeden Fall rollt dann der Ball und ein halbwegs gelungener Start in die Saison wäe sicherlich nicht von Nachteil.