
Der KFC Uerdingen kämpft sportlich nach wie vor um den Klassenerhalt in der Regionalliga West. Mit 22 Zählern stehen die Blau-Roten derzeit über dem Strich und haben vier Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz.
Doch es gibt mehrere Faktoren, die eine Rolle spielen können bzw. werden. So hängt auch einiges von Rot-Weiss Essen in der 3. Liga ab. Gelingt den Essenern der Klassenerhalt, und steigt auch sonst kein West-Team ab, würden sogar nur drei Teams aus der Regionalliga West absteigen. Damit müsste der KFC nur noch drei Teams hinter sich lassen. Essen hat aktuell einen Lauf und holte aus den vergangenen vier Spielen zehn Punkte, steht damit aber trotzdem nur einen Punkt vor einem direkten Abstiegsplatz.
Außerdem schwebt über dem KFC auch noch der Abzug von neun Zählern, sollte das Insolvenzverfahren eröffnet werden. Denn wie der Verband auf Nachfrage erklärt, erfolgt der Abzug gemäß den Regularien erst mit der offiziellen Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Denn der Eigeninsolvenzantrag allein führt noch nicht automatisch zum Punktabzug. Da das Verfahren aktuell nur geprüft, aber noch nicht eröffnet wurde, sind die Punkte noch auf dem Konto der Uerdinger. Daher wird der Punktabzug erst dann offiziell umgesetzt, wenn es eine entsprechende Mitteilung der zuständigen Stelle gibt.
Auf der anderen Seite bedeutet das aber auch, dass der KFC nach wie vor die Möglichkeit hat, den Punktabzug sogar noch abzuwenden. Denn sollte das Verfahren wider Erwarten nicht eröffnet werden und der Verein seinen finanziellen Verpflichtungen nachkommen, könnte es dazu kommen, dass kein Punktabzug erfolgt, wie der Verband weiter erklärt.
Tragischerweise sind dem Klub bereits drei Punkte, die eigentlich fest ihm hätten gehören können, abgezogen worden. Grund war die Einwechslung Joey Tshitokus beim Auswärtsspiel in Wuppertal Anfang November. Der Innenverteidiger stand nicht auf dem Spielberichtsbogen, bei der Übermittlung damals sei der Spieler schlicht vergessen worden, wie es Vorstandsmitglied Peter Kahstein seinerzeit auf Anfrage erklärte.
Zwar ging der KFC nach dem Abzug der Punkte und der Wertung zu Gunsten Wuppertals gegen die Entscheidung mit einem Einspruch vor, doch auch wenn Wuppertal die Punkte in nächster Instanz ebenfalls nicht zugesprochen bekam, so waren die Zähler für den KFC dennoch hinfällig.
Mit diesen drei Punkten stünde der KFC deutlich besser da und läge mit 26 Zählern auf Rang elf. In diesem Fall täten die neun Punkte, die vom Verband abgezogen werden könnten, zwar immer noch sehr weh, allerdings würde der KFC dann mit 17 Punkten punktgleich mit Hohkeppel und nur einen Punkt hinter Schalke II und Wiedenbrück stehen – bei noch einem ausstehenden Spiel mehr, da die ausgefallene Partie gegen Türkspor Dortmund ja noch nachgeholt werden muss. Die Ausgangslage wäre also deutlich angenehmer.
Sollten den Krefeldern am langen Ende aber insgesamt zwölf Punkte abgezogen werden, ist das eine enorme Hypothek, die es sehr schwierig macht, den Klassenerhalt zu bewerkstelligen. Wenn man es zwar jemandem zutraut, auch diese Widerstände zu überwinden, dann KFC-Trainer René Lewejohann, dessen Team bislang eine enorme Resilienz aufweist. Doch es hat bereits jetzt schon sehr viel von Sisyphus, der den Felsen ständig den Berg heraufrollen musste, nur um am Ende immer wieder zu scheitern.