
Eine perfekte Woche liegt hinter dem KFC Uerdingen. Drei Spiele, drei Siege, dabei ist das Team von Julian Stöhr sogar ohne Gegentreffer geblieben. Zudem noch eine emotionale Veranstaltung zum 40. Jahrestag des „Wunders von der Grotenburg“ und eine sachliche und geradezu harmonische Mitgliederversammlung . Diese Tage haben dem Klub und seinem Umfeld neuen Schwung verliehen.
So darf es aus Sicht des KFC Uerdingen sicher gerne weitergehen, nach Möglichkeit schon am Samstagnachmittag bei der Holzheimer SG, die das Heimspiel allerdings nicht auf der heimischen Anlage austragen wird, sondern nach Neuss-Pomona ausweicht. Auf der dortigen Ludwig-Wolker-Anlage hatte der Klub bereits im Sommer 2024 ein Testspiel gegen Zweitligist Fortuna Düsseldorf ausgetragen und gute Erfahrungen gesammelt. Und gegen Uerdingen erwartet Holzheim keine 3500 Zuschauer, die damals gegen die Fortuna gekommen waren.
Für Trainer Julian Stöhr wird das Spiel am Samstag eine Premiere. Da er in der Nachspielzeit gegen den VfB Homberg die Rote Karte gesehen hatte , muss er nun zuschauen und darf auf das Spiel keinen Einfluss nehmen. Das ist in seiner Laufbahn bisher noch nicht vorgekommen. „Die Ansprache vor dem Spiel darf ich noch halten. Eine halbe Stunde vor Anpfiff muss ich mich dann aber vom Team entfernen“, erklärt der Coach.
Die Uerdinger wird es derweil freuen, dass das Spiel auf einem Rasenplatz und nicht auf dem Kunstrasenplatz stattfindet, auf dem der Neusser Klub sonst seine Spiele absolviert. Dort sei eine Trennung der Fanlager nicht möglich, an der Ludwig-Wolker-Anlage hingegen schon. So wird es zwei separate Eingänge geben, die Fans des KFC Uerdingen dürfen es sich auf der kleinen Tribüne bequem machen, während die Anhänger des gastgebenden Vereins das übrige Stadiongelände nutzen sollen. Ob der Umstand, dass die Holzheimer SG den Platz nicht gut kennt, ein Vorteil ist, dessen ist sich Stöhr nicht sicher: „Sie werden in jedem Fall sehr motiviert zu Werke gehen. Egal auf welchem Platz.“ Gleichzeitig betont der Trainer aber auch, dass sein Team auch auf Kunstrasen gut spielen könne.
Womöglich könnte die Ludwig-Wolker-Anlage aber doch zu einem kleinen Vorteil für den KFC werden. Und das liegt an dem Mann, der am Samstag zwangsläufig mehr in den Vordergrund rücken wird: Co-Trainer Botan Melik. Der kennt die Anlage nämlich von Berufs wegen ganz genau, als Lehrer ist er regelmäßig mit seinen Klassen vor Ort und unterrichtet dort Sport. Insofern habe er dem KFC schon den ein oder anderen Tipp geben können. Melik genießt nicht nur Stöhrs vollstes Vertrauen, sondern das des ganzen Vereins. „Für uns wird sich gar nicht so viel ändern. Botan kümmert sich vor den Spielen ohnehin immer um das Aufwärmprogramm“, berichtet Stöhr in der Presserunde vor dem Spiel, der erwartet, dass bei seiner Abwesenheit auch die Führungsspieler mehr Verantwortung übernehmen werden.
Personell wird der KFC hingegen etwas verändern müssen. Denn neben Stöhr wurde gegen Homberg ja auch Jesse Sierck des Feldes verwiesen . Er wurde für zwei Spiele gesperrt und wird dem KFC also sowohl beim Auswärtsspiel in Neuss als auch im Heimspiel gegen Adler Union Frintrop nicht zur Verfügung stehen. Das gilt ebenso für die beiden Mittelfeldspieler, die vor zwei Wochen beim 2:0-Sieg in Essen noch die Doppelsechs gebildet hatten: Nedzhib Hadzha fällt weiter verletzt aus, ebenso Dave Fotso Youmssi. Angesichts der Leistung von Noah Tomson und Maximilian Demitrijevski in den vergangenen Spielen dürften diese Ausfälle aber gut zu kompensieren sein.
Während viele Fans mit dem Auto oder dem ÖPNV nach Neuss kommen werden, hat sich Vorstandsmitglied Manuel Kölker für eine besondere Alternative entschieden. Er läuft die 25 Kilometer von Krefeld nach Neuss. Weitere Fans haben sich seinem Aufruf im Vorfeld allerdings nicht angeschlossen.