– Foto: Adrian Goldberg

Schwacher KFC Uerdingen taumelt dem Abstieg entgegen

0:3-Schlappe in Verl

Der KFC Uerdingen taumelt dem Abstieg entgegen. Die von Interimstrainer Stefan Reisinger betreute Mannschaft verliert beim SC Verl hochverdient mit 0:3. Die tabellarische Situation ist allerdings weniger schlecht als die fürchterliche Darbietung des Teams.

Die etwa 30 Fans des KFC, die sich an der Ecke der Südtribüne in Verl eingefunden hatten, von wo der Blick auf den Rasen möglich ist, unterstützten die Uerdinger Mannschaft lautstark, doch auch das half nicht. Nach einer verkorksten ersten Halbzeit bäumen sich die Gäste zwar auf, aber die Fehler in der Abwehr und die Abschlussschwäche sind bei der 0:3 (0:2)-Pleite beim SC Verl entscheidend.

Nach der Trennung von Trainer Stefan Krämer stellte sich die Frage: Was würde Stefan Reisinger ändern? Personell nicht allzu viel, denn ihm waren aufgrund der Ausfälle von Adriano Grimaldi (Corona) und Christian Kinsombi (Muskelfaserriss) die Hände gebunden. Gino Fechner hatte zwar seine Corona-Erkrankung einigermaßen überstanden, doch war er körperlich einfach noch nicht in der Lage, beim Anpfiff auf dem Platz zu stehen.

Drei Wechsel nahm Reisinger jedoch vor, die bereits signalisierten, dass er die Mannschaft offensiver ausrichten würde: für Kolja Pusch, Fridolin Wagner und Haktab Omar Traoré gehörte Peter van Ooijen, Gustav Marcussen und Muhammed Kiprit der Anfangsformation an. Im defensiven Bereich gab es keine Veränderung, auch nicht zwischen den Pfosten: Lukas Königshofer erhielt den Vorzug gegenüber Hidde Jurjus.

Angriff ist die beste Verteidigung – nach diesem Motto wollten die Uerdinger dem SC Verl, der über den besten Angriff der Liga verfügt, den Schwung nehmen. Doch das funktionierte nur bedingt, denn die Gastgeber gingen in der 17. Minute quasi durch einen Konter in Führung. Nach einem langen Ball auf Zlatko Janjic lupfte Mael Corboz den Ball über Königshofer, der machtlos war. Sechs Minuten später hätte Janjic auf 2:0 erhöhen müssen, doch köpfte er den Ball Torhüter Königshofer in die Arme. Offensiv zeigten die Uerdinger einige Ansätze, doch die ganz große Chance gab es nicht. Sie drängten auf den Ausgleich und wurde auch noch ein zweites Mal ausgekontert. Die linke Abwehrseite, die Dorda dichtmachen sollte, war völlig verwaist, so dass Sascha Korb allein vor Königshofer und flach ins Eck schoss. Das war in der 36. Minute bereits die Vorentscheidung.

Reisinger war restlos bedient und wechselte in der Halbzeit gleich vier Mal: Feigenspan, Marcussen, Gnaase und Göbel raus, dafür Kolja Pusch, Hans Anapak, Fridolin Wagner und Traoré rein. Damit könnte der KFC im deutschen Fußball Geschichte geschrieben haben. Die Gäste waren nun nicht nur optisch überlegen, sondern arbeiteten sich in die Partie. Prompt kamen sie in der 55. Minute zu ihrer besten Möglichkeit, doch Kiprit schoss aus zwölf Metern über das Tor. Sieben Minuten später hatten die Uerdinger den Torschrei schon auf den Lippen, doch verls Torhüter Robin Brüseke parierte glänzend gegen Kolja Pusch.

Die Ostwestfalen bekamen die Begegnung aber wieder in den Griff und sorgten in der 7. Minute endgültig für die Entscheidung, als Lars Ritzka schoss und Königshofer zwar mit den Fingerspitzen an den Ball kam, aber ihn nicht um den Pfosten lenken konnte. Der erst zur Pause gekommene Traoré, der beim Aufwärmen einen lustlosen Eindruck gemacht hatte, sah in der 79. Minute die gelb-rote Karte. Verl hätte das eine oder andere Tor mehr erzielen können. Die beste Chance vergab Janjic, der in der Schlussminute freistehend den Pfosten traf.

Es war ein rundum enttäuschender Auftritt der Uerdinger, die mit solch einer schwachen Leistung im Kampf um den Klassenerhalt nicht bestehen können.

Das nächste Spiel bestreitet der KFC am 24. April bei Türkgücü München.

Aufrufe: 017.4.2021, 14:27 Uhr
RP / Thomas SchulzeAutor

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