F: Manfred Heyne
F: Manfred Heyne

KFC-Vorstand erhebt massive Vorwürfe gegen Lakis

Bei der Jahreshauptversammlung berichtet Vorsitzender Ponomarev von gravierenden finanziellen Ungereimtheiten.

Der Vorstand des KFC Uerdingen um seinen Vorsitzenden Mikhail Ponomarev hat bei der Mitgliederversammlung schwere Vorwürfe gegen den ehemaligen Vorsitzenden Lakis erhoben. Wie Ponomarev sagte, habe er mit einem massiven Schuldenhaufen zu kämpfen gehabt.

"In der Hälfte der Arbeitszeit musste der Vorstand Probleme der Vergangenheit lösen. Wir müssen seit dem Jahr 2012 alle finanziellen Bilanzen neu aufstellen. Die uns vorliegenden Zahlen sind im höchsten Maße unprofessionell. Bis jetzt fehlen uns noch Unterlagen, und bislang haben wir keine Unterstützung von Herrn Lakis bekommen, daher können wir keine zuverlässigen Bilanzen vorlegen." 2015 sei ein "komplett vermasseltes Jahr" gewesen. "Heute weiß ich den Hauptgrund, warum wir damals abgestiegen sind: Es gab enorme Verzögerungen bei den Gehaltszahlung. Das Vertrauen der Mannschaft zum Vorstand war weg", sagte Ponomarev und bestätigte so die Berichterstattung unserer Zeitung über diesen Zeitraum.

Unklar war bislang die Summe, die an Lakis beziehungsweise dessen Unternehmen noch zurückgezahlt werden muss. Bei der jüngsten Mitgliederversammlung hatte der Vorstand von Forderungen seitens der Lakis Group in Höhe von 1,5 Millionen Euro in Form eines Darlehens gesprochen. "Wir haben lediglich schriftliche, der Satzung entsprechende Unterlagen für ein Darlehen aus dem Jahr 2008 vorliegen in Höhe von 100.000 Euro, dem der Verwaltungsrat zugestimmt hat. Für alle anderen vorgelegten Darlehen gibt es weder Verträge noch Belege und auch keine schriftliche Zustimmung des Verwaltungsrates, die satzungsgemäß getätigt werden muss. Daher werden wir alle Forderungen, die über diese 100.000 Euro hinaus gehen, abschreiben", sagte Ponomarev. Heißt im Klartext: Laut Ponomarev stehen Lakis 100.000 Euro zu und mehr nicht. Ob diese Forderungen bereits auf juristischen Weg gebracht wurden, dazu sagte Verwaltungsratsvorsitzender Andreas Galland gestern nichts, nur: "Von unserer Seite aus wird es keinen Krieg gegen Lakis geben."

Für das kommende Jahr hat der Vorstand die Weichen gestellt, um die erste Mannschaft in eine GmbH auszugliedern. Diese GmbH ist bereits im Handelsregister eingetragen und trägt den Namen "KFC-Entertainment GmbH". Voraussetzung für die Umwandlung ist allerdings der Aufstieg in die Regionalliga. Dazu sagte Trainer André Pawlak, der gestern mit dem Team anwesend war: "Ich bin mir sicher, dass der Aufstieg klappt."

Die Wahlen zum Verwaltungsrat erfolgten im Block. Wie bislang gehören dem Gremium Andreas Galland, Mustafa Ertürk und Harald Grassen an. Neu im Team ist die ehemalige engste Vertraute und Büroleiterin des früheren Düsseldorfer Oberbürgermeisters Joachim Erwin, Christina Begale. Zudem stellte sich Ratsmitglied Christoph, genannt "Tito", Dahmen zur Wahl. Auch er wurde gewählt.

Übrigens: Der KFC Uerdingen hat für die Wintervorbereitung ein weiteres Testspiel vereinbart. Am 21. Januar bestreitet der Verein ein Spiel gegen den Zweitligisten Fortuna Düsseldorf. Möglicherweise kommen im Winter noch zwei oder drei neue Spieler zum Kader; dafür würden vielleicht zwei Spieler das Team verlassen, hieß es gestern. Außerdem plant der Club für das kommende Jahr die Einführung einer lebenslangen Dauerkarte, unabhängig der Spielklasse des KFC. Die Karte soll 1905 Euro kosten; 111 solcher Karten wird es geben. Gestern Abend wurden bereits zwei Karten vorbestellt.

Aufrufe: 15.12.2016, 22:00 Uhr
Oliver SchaulandtAutor

Verlinkte Inhalte