Der KFC Uerdingen rutscht an den Punkten vorbei - es braucht aber Zählbares im Abstiegskampf.
Der KFC Uerdingen rutscht an den Punkten vorbei - es braucht aber Zählbares im Abstiegskampf. – Foto: Pressefoto Eibner

Entscheidende Tage für den KFC Uerdingen

Am Mittwoch bestreiten die Uerdinger das nächste Heimspiel gegen Viktoria Köln, am Freitag steigt vor dem Amtsgericht die Gläubigerversammlung und am Samstag das Kellerduell beim 1. FC Kaiserslautern.

Als Teamchef Stefan Reisinger am Montag um 14 Uhr die Mannschaft in Hüls auf dem Trainingsplatz um sich scharte, war die 0:2-Niederlage des KFC Uerdingen gegen den Aufstiegsfavoriten Dynamo Dresden kein Thema mehr. Das Motto lautete: Neustart, alles auf Null, vier Meisterschaftsspiele bis zum Klassenerhalt und als Zugabe die Begegnungen im Niederrheinpokal.

Jürgen Press symbolisierte den Neustart. Der Fußballlehrer, der natürlich schon vorher Kontakt zu Stefan Reisinger und vielen Spielern hatte, stand erstmals als Trainer auf dem Platz in Hüls. Zuvor war er in der Kabine der Mannschaft offiziell vorgestellt worden, so dass auf dem Platz sofort die Arbeit begann. Teamchef Reisinger hatte die Leitung, aber Press brachte sich ein und leitete ebenfalls einige Übungen.

Der Mannschaftskapitän war allerdings nicht dabei. Assani Lukimya musste mit dem Training aussetzen. Es sei aber mehr eine Vorsichtsmaßnahme aufgrund der hohen Beanspruchung; sein Einsatz am Mittwoch (19 Uhr) in Lotte gegen Viktoria Köln sei nicht in Gefahr. Das ist beruhigend, denn in Edvinas Girdvainis fällt bereits einer der beiden Innenverteidiger wegen seiner gelb-roten Karte aus.

Das kann auf zwei Weisen kompensiert werden: indem Gino Fechner in die Viererkette rückt oder Leon Schneider zum Einsatz kommt. Für letztere Variante spricht, dass Schneider bei seinen Einsätzen ordentliche Leistungen gebracht hat und das starke defensive Mittelfeld mit Fechner, Dave Gnaase und Fridolin Wagner in bewährter Form bestehen bleiben könnte.

Die Situation der Uerdinger spitzt sich zu und wird in den kommenden Tagen entschieden. Eine Vorentscheidung wird bereits bis Samstag fallen. Sportliche stehen die richtungweisenden Spiele gegen Viktoria Köln und am Samstag beim 1. FC Kaiserslautern an. Und im wirtschaftlichen Bereich fällt am Freitag eine Entscheidung, wenn der Insolvenzverwalter Claus-Peter Kruth bei der Gläubigerversammlung vor dem Amtsgericht seinen Insolvenzplan vorlegt. Das werden äußerst spannende Tage, die durchaus das Zeug haben, in die Vereinsgeschichte einzugehen.

Wenngleich wirtschaftlich bereits eine Entscheidung fallen könnte, so dürfte es sich sportlich nur um eine Vorentscheidung handeln, denn die folgenden Spiele werden höchstwahrscheinlich ebenfalls bedeutsam sein. Dabei wird dem Derby gegen den MSV Duisburg im Viertelfinale des Niederrheinpokals allerdings nur untergeordenete Bedeutung zukommen, obwohl das Erreichen des DFB-Pokals nicht nur aus finanziellen Gründen lukrativ ist. Aber eines ist völlig klar: Der Klassenerhalt steht über allem. Denn der Absturz in die Regionalliga wäre nicht nur folgenschwer, sondern kurz-, sogar mittelfristig kaum reparabel.

Das wissen auch die Spieler, deren Verdienstmöglichkeiten bei einem Abstieg sinken. Entsprechend groß ist der Druck, der jedoch nicht lähmen, sondern sich druckvoll, spritzig, offensiv und mutig entladen sollte.

168 Aufrufe4.5.2021, 13:00 Uhr
RP / Thomas SchulzeAutor

Verlinkte Inhalte