2026-05-15T09:36:57.455Z

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KFC-Trainer Stöhr nimmt nach 1:6-Debakel seine Spieler in die Pflicht

Der KFC Uerdingen hat vier Punkte Rückstand auf die Spitze und nur noch drei Spiele bleiben. Trainer Stöhr warnt: „Ich hoffe nicht, dass es einen Knacks gibt." Die nächste Bewährungsprobe wartet bereits.

von RP/ Stefan Loyda · Heute, 08:00 Uhr · 0 Leser
Der KFC versucht, die 1:6-Pleite gegen Schonnebeck aus den Köpfen zu bekommen.
Der KFC versucht, die 1:6-Pleite gegen Schonnebeck aus den Köpfen zu bekommen. – Foto: Markus Becker

Es hätte am vergangenen Sonntag kaum einen härteren Dämpfer im Aufstiegskampf für den KFC Uerdingen geben können. Die Mannschaft von Trainer Julian Stöhr hatte sich auf einen Punkt an das Oberliga Niederrhein-Spitzenduo Ratingen 04/19 und den VfB Hilden wieder herangekämpft. Der Aufstieg, so wirkte es auch aufgrund des Momentums, war nahezu greifbar – nur um dann bei der Spielvereinigung Schonnebeck am Ende mit 1:6 unterzugehen. Der Coach hatte schon unmittelbar nach der Partie seinem Unmut kundgetan, sprach von einem Offenbarungseid.

Die Trainingswoche sei aber gut gewesen, meint Stöhr. Vor dem vorletzten Heimspiel der Saison gegen den 1. FC Kleve hat der KFC vier Punkte Rückstand auf die Spitze. „Wenn wir jetzt noch sieben oder acht Spiele hätten, wäre es was anderes“, sagt Stöhr. „Ich hatte gegen Ende des Spiels schon das Gefühl, wir hätten nicht nur da aufgegeben, sondern dass jetzt auch die ganze Saison vorbei ist.“ Seine Mannschaft habe dies aber unter der Woche beim Training abgestritten. Und nach allem, was bisher schon im Verlauf der Spielzeit passiert ist, kann auch in diesen drei letzten Partien noch alles geschehen. „Ich hoffe nicht, dass es einen Knacks gibt“, sagt Stöhr weiter, „weil wir dann eine gute Saison noch kaputt machen.“

Keine Videoanalyse für die Mannschaft

Groß thematisiert hatte er die Partie in Schonnebeck aber nicht mehr: „Ich war nach dem Spiel sehr deutlich. Ich habe mich bewusst dazu entschieden, keine Videoanalyse von uns oder Kleve zu machen. Wir haben nur auf dem Platz gearbeitet, weil ich die Jungs in die Pflicht genommen habe.“ Er selbst hatte ein Spiel der Klever gesehen und noch ein weiteres im Video. Die Themen, wie Stöhr es nennt, habe er dennoch ins Training mitgenommen. „Ich könnte mir vorstellen, dass sie sich tief stellen, uns den Ball überlassen und kontern werden. Kleve hat zuletzt elf Punkte aus fünf Spielen geholt und bringt daher Selbstbewusstsein mit. Im Endeffekt müssen wir aber abliefern.“

Was halt auch für Kleve gilt. Nach acht Jahren in der Oberliga Niederrhein droht dem Klub von der niederländischen Grenze der Gang in die Landesliga. Seit dem vierten Spieltag stand der Klub nur einmal nicht auf einem Abstiegsplatz. Zuletzt hat sich die erfahrene Truppe von Trainer Umut Akpinar aber wieder herangekämpft. Nach den Siegen gegen Biemenhorst und Büderich sind es nur noch drei Punkte Rückstand auf Platz 14, der in jedem Fall reicht, und ein Punkt auf Platz 15, der zum Abstiegsplatz wird, wenn neben dem Wuppertaler SV und der SSVg Velbert auch noch die U23 von Fortuna Düsseldorf aufgrund eines Abstiegs der Zweitliga-Profis runter muss. Die Klever werden also alles dafür tun, den 1:0-Hinspielerfolg zu wiederholen.

Abwehr muss umgebaut werden

Wie die Personalsituation aussieht, ist noch nicht ganz klar. Justin Möllering ist wieder dabei. Derrick Gyamfi ist wieder ins Training eingestiegen, Noah Thomson ist angeschlagen. Mit ihm stünden Stöhr 17 Feldspieler zur Verfügung. Für Ulrich Bapoh ist derweil nicht nur die Saison beendet, sondern es ist auch öffentlich geworden, dass das früher hochgehandelte Talent des VfL Bochum den KFC Uerdingen am Saisonende wieder verlassen wird. Ole Päffgen wird gegen den Tabellen-15. hingegen aus privaten Gründen fehlen. Das macht Stöhr vor allem im Hinblick auf seine Aussagen vom Sonntag noch einmal deutlich klar.

Der KFC-Coach hatte kritisiert: „Ich höre immer, dass Spieler Gespräche führen, und Berater reden von Regionalliga- und Drittliga-Angeboten. Da kriege ich einen Anfall, muss ich ehrlich sagen. Unsere Spieler sollen sich auf die aktuelle Situation konzentrieren“, sagte er unmittelbar nach dem Schonnebeck-Spiel. Etwaige Änderungen in der Startelf sollten aber nicht überinterpretiert werden: „Ich werde nicht den Stab über sie brechen, nur weil wir jetzt einmal untergegangen sind. Die Jungs haben sich eine neue Chance verdient. Wenn ich Wechsel vornehmen werde, soll das kein Schluss darauf sein, dass sie gemeint waren. Es waren ohnehin alle in der Verlosung.“ Nun bekommen sie ihre Chance auf Wiedergutmachung.