2026-04-01T09:09:12.390Z

Vereinsnachrichten

Kevin Mayer verabschiedet sich im Sommer aus der Landesliga

von Thomas Nast · Heute, 11:20 Uhr · 0 Leser
– Foto: Thomas Nast

Mit über 420 Spielen bis dato für den SV Waldhausen gehört Kevin Mayer schon längst zum Inventar oder wie manche sagen würden: zum festen Mobiliar auf und neben dem Platz. Über Jahre hinweg prägte er den Verein, sammelte unzählige Tore, Emotionen und Geschichten. Jetzt tritt er etwas kürzer, bleibt dem Verein aber natürlich erhalten. Im Interview spricht er über schwere Beine, große Momente und warum ganz ohne Fußball für ihn sowieso nicht geht.

Als ich die Nachricht von dir bekam, wusste ich direkt: das gibt ein Interview und du wirst ja auch nicht jünger. Wann hast du gemerkt, dass die Landesliga vielleicht doch kein Dauerzustand mehr ist?

So die letzten zwei Jahre kamen die Gedanken immer öfter. Man merkt halt einfach, dass man älter wird und der Körper nicht mehr alles so mitmacht wie früher. Und die Landesliga ist eben keine Bananenliga, da spielst du nicht mal eben im Vorbeigehen mit.

Über 420 Spiele bisher für Waldhausen! Da hat man ja fast mehr Minuten gesammelt als andere Kilometer im Jahr. Was war gut, was war eher zum Vergessen?

Wenn du so viele Spiele für einen Verein machst, dann gibt’s ehrlich gesagt nicht viel Negatives. Klar, ärgerlich ist, dass ich den Bezirkspokal nie holen konnte, obwohl wir dreimal im Halbfinale waren. Und das Ende in Tübingen war natürlich auch bitter – aber am Ende überwiegt der Stolz.
Die Highlights sind ganz klar der Aufstieg in die Landesliga und die drei Relegationsspiele letztes Jahr, sowas erlebt man nicht alle Tage. Natürlich waren auch die Mannschaftsausflüge immer top. Vor allem bleiben aber die ganzen Mitspieler und Freundschaften hängen, die über die Jahre entstanden sind. Da merkt man einfach, wie sehr Fußball verbindet. Und ganz ehrlich: Der ganze Verein Waldhausen ist einfach positiv – egal ob Trainer, Betreuer, Spieler oder Fans. Da gibt’s richtig viele gute Leute.

Hand aufs Herz: Was toppt selbst den schönsten Fußballmoment?

Ganz klar die Geburt meiner Tochter. Fußballerisch gab’s so viele schöne Momente, da könnte ich keinen einzelnen rauspicken.

Ganz ehrlich: Gibt’s überhaupt einen Verein, der dich aus Waldhausen loseisen könnte? Oder ist das Ding durch?

Vorstellen kann ich’s mir schon, aber es würden nicht viele Vereine infrage kommen. Und Waldhausen ist und bleibt einfach die Nummer 1 für mich.

Weißt du noch, wie dein erstes Spiel lief oder hast du das erfolgreich verdrängt?

Leider weiß ich das noch ganz gut. Mein erstes Pflichtspiel war im Pokal in Kerkingen – ich hatte ein paar Chancen, aber wir haben 1:0 verloren.
Das erste Punktspiel war daheim gegen Unterkochen, ging 1:1 aus. Und ich hab in der 90. Minute noch die dicke Chance zum Sieg liegen lassen.

Du bist ja nicht nur für Tore bekannt, sondern auch fürs „emotionale Spiel“. Trainerbank statt Rasen, kannst du dir das wirklich vorstellen?

Ja, auf jeden Fall. Ich werde kommende Saison als spielender Co-Trainer in der zweiten Mannschaft von Waldhausen fußfassen und dann schauen was die Zukunft so bringt. Aber da hab ich richtig Bock drauf.

Jetzt mal ehrlich: Was macht man mit so viel Freizeit ohne Landesliga-Stress? Oder wird dir sofort langweilig?

Ich werde auf jeden Fall mehr Zeit mit Familie und Freunden verbringen. Aber ganz ohne Fußball geht’s natürlich nicht, man wird mich weiterhin auf einigen Sportplätzen sehen. Mit der neuen Aufgabe wird’s auch nicht langweilig, das wird genug Zeit in Anspruch nehmen.

Dein erstes wichtiges Tor für den SVW, eher Traumtor oder Kategorie „Hauptsache drin“?

Eher Kategorie „Hauptsache drin“ . Zweiter Spieltag in Bopfingen, Flanke von Christian Stussig auf den langen Pfosten, ich halt einfach den Fuß hin und das Ding ist drin.

Jetzt wird’s heikel: Wer war der angenehmste Mitspieler – und gegen wen hattest du absolut keinen Bock zu spielen?

Boah, schwierig. Mit Michi Weiß im Training war’s immer top. Und als Gegenspieler war zum Beispiel Michi Schiele schon unangenehm. Aber auch Camara oder Ivezic waren richtig eklig zu bespielen.
Am liebsten hab ich ehrlich gesagt gegen Neresheim gespielt, da hab ich gefühlt immer getroffen. Grüße gehen raus an Kazymov.

Nun sind wir am Ende angekommen, was wünschst du deinen Landesliga-Team und was bedeutet für dich persönlich #herzblut was zum Slogan des SVW gehört?

Ich wünsche echt jedem nur das Beste und vor allem, dass alle verletzungsfrei bleiben. Und ich hoffe, dass jeder zu schätzen weiß, für so einen Verein auflaufen zu dürfen. Herzblut bedeutet für mich alles: Familie, Freunde wo jeder für jeden alles gibt und man sich zusammen unterstützt in jeder Lebenslage.

Lieber Kevin ich danke dir für deine Zeit und für deine ehrliche Antworten. Ich persönlich wünsche dir nur das Beste für dein neues Kapitel. Mir wird dein theatralisches schreien bei der kleinsten Berührung im Landesliga-Team fehlen oder deine eiskalten Tore. KM14-Fußballgott für immer!