
Schicksalsspiel im Tabellenkeller: Das Schlusslicht SC Brühl empfängt am Sonntag den Vorletzten TFC Köln. Für die Schlossstädter ist es bei acht Punkten Rückstand auf den Kontrahenten wohl die sprichwörtlich letzte Chance, um im Kampf um den Klassenerhalt noch einmal ein Lebenszeichen zu senden.
Die Vorzeichen vor diesem Kellerduell könnten kaum brisanter sein. Der SC Brühl (3 Punkte) taumelt nach der herben 0:6-Klatsche gegen den FC Rheinsüd Köln dem Abstieg entgegen. Doch auch beim Türkischen FC Köln (11 Punkte) herrscht nach der 0:3-Heimpleite gegen Jan Wellem zum Rückrundenauftakt Ernüchterung. Das Hinspiel war mit einem 5:1-Erfolg eine klare Angelegenheit für den TFC, doch im Rückspiel stehen beide Teams mit dem Rücken zur Wand.
Brühls neuer Trainer Taner Durdu (56) warnt jedoch davor, nach seiner kurzen Amtszeit bereits Wunderdinge zu erwarten. „Es ist natürlich relativ schwierig, wenn man jetzt sagt, nach zwei oder drei Trainingseinheiten hat man die Mannschaft voll im Griff – das wäre so nicht richtig“, erklärt der erfahrene Übungsleiter.
Trotz der prekären sportlichen Lage und dem deutlichen Debakel am vergangenen Wochenende sieht Durdu positive Ansätze in seinem Kader. „Die Mannschaft ist intakt, das ist sicher“, versichert der 56-Jährige, schiebt jedoch direkt die personellen Sorgenfalten hinterher: „Aber durch das Spiel gegen Rheinsüd, das wir hoch verloren haben, haben wir leider zwei oder drei verletzte Spieler mitgenommen.“
Dennoch herrscht am Schlosshof – trotz der Roten Laterne – eine konzentrierte Arbeitsatmosphäre. Durdu baut auf die Einstellung seiner Jungs, um gegen den TFC die Wende zu erzwingen. „Gestern haben wir super gut trainiert, die Mannschaft zieht voll mit“, berichtet der Coach optimistisch.
Ob die Moral der Brühler ausreicht, um den Elf-Punkte-Vorsprung des TFC zu verkürzen, oder ob die Kölner wie im Hinspiel die Oberhand behalten, wird sich am Sonntag zeigen. Klar ist: Verlieren verboten, wenn der Traum vom Klassenerhalt nicht schon im Februar platzen soll.
Während der Heiligenhauser SV nach dem jüngsten Dämpfer in Zündorf Wiedergutmachung leisten will, reist der FC Rheinsüd mit der Empfehlung eines 6:0-Kantersieges an. Im Fokus stehen dabei vor allem die hochkarätig besetzten Offensivreihen beider Teams.
Die Vorzeichen vor dem Duell könnten kaum unterschiedlicher sein. Der Heiligenhauser SV musste am vergangenen Spieltag eine bittere 1:2-Niederlage beim Kellerkind Zündorf quittieren und droht den Anschluss an das obere Drittel zu verlieren. Ganz anders die Stimmungslage beim FC Rheinsüd Köln: Die Mannschaft von Stefan Krämer (Rang 4, 28 Punkte) fegte das Schlusslicht Brühl mit 6:0 vom Platz und untermauerte ihre Ambitionen in der Spitzengruppe. Das Hinspiel war mit einem 3:0-Erfolg eine klare Angelegenheit für die Kölner.
HSV-Trainer Andy Esins erinnert sich nur ungern an das erste Aufeinandertreffen in dieser Spielzeit. „Wir treffen auf einen Gegner, der uns im Hinspiel mit 3:0 nach Hause geschickt hat. Da haben wir ordentlich Lehrgeld bezahlt“, erklärt der 43-jährige Übungsleiter gegenüber FuPa. Für das Rückspiel nimmt er seine Mannschaft in die Pflicht: „Am Sonntag wollen wir ein anderes Gesicht zeigen und mit deutlich mehr Überzeugung auftreten als am vergangenen Wochenende.“
Trotz des deutlichen Sieges gegen Brühl tritt Rheinsüd-Coach Stefan Krämer (39) auf die Euphoriebremse. Er stellt sein Team auf einen weitaus ungemütlicheren Nachmittag ein. „Ich glaube, dass uns ein komplett anderes Spiel erwartet als zuletzt gegen Brühl. Auch der Gegner ist ein ganz anderer – darauf müssen wir uns einstellen. Am vergangenen Sonntag hatten wir sehr wenig Gegenwehr. Wir wurden nur bedingt gefordert und einige Dinge, die wir nicht gut gemacht haben, wurden nicht bestraft. Das wird jetzt anders sein“, warnt Krämer.
Besonders die individuelle Qualität der Heiligenhauser hat es dem 39-Jährigen angetan. „Heiligenhaus ist offensiv sehr gut besetzt, nicht zuletzt mit einem Neuzugang wie Julius Biada im Winter. Mit Spielern wie Anton Musculus und Biada – und darüber hinaus weiteren Qualitätsträgern – bringen sie enorme Klasse mit, wenn man sie ins Spiel kommen lässt.“
Die Marschroute für die Kölner ist klar: Die Räume eng machen und vor dem Tor eiskalt zuschlagen. „Genau das wollen wir verhindern: ihnen möglichst wenig Räume bieten, sie aggressiv verteidigen und vom Tor fernhalten. Gleichzeitig wollen wir mit Selbstvertrauen auftreten und nach vorne mehr Durchschlagskraft entwickeln“, so Krämer.
Zudem stellt er seine Elf auf eine „hitzige Kulisse“ ein, die in Heiligenhaus traditionell auf die Gäste wartet. „Entscheidend wird sein, dass wir uns auf uns konzentrieren und unser Spiel durchziehen. Wenn wir das nötige Bewusstsein und die Bereitschaft haben, dass uns ein anderes Spiel erwartet als zuletzt, dann bin ich überzeugt, dass dort etwas drin ist.“
Auftakt nach Maß für beide Teams: Nach ihren Siegen zum Rückrundenstart treffen die SpVg Rheindörfer Köln und Germania Zündorf am Sonntag aufeinander. Während die Hausherren ihre Ambitionen im oberen Drittel untermauern wollen, kommt mit Zündorf ein Gegner, der unter Neu-Coach Andreas Dick direkt ein Lebenszeichen gesendet hat.
Die Vorzeichen am Kölner Norden versprechen eine spannende Partie. Die Rheindörfer (Rang 6, 28 Punkte) schwimmen nach dem souveränen 5:2-Derbysieg in Niehl auf einer Erfolgswelle. Doch auch die Gäste aus Zündorf (Rang 14, 14 Punkte) reisen mit breiter Brust an, nachdem sie am vergangenen Spieltag den Heiligenhauser SV mit 2:1 besiegt haben. Zwar spricht die Statistik klar für die Rheindörfer – sie gewannen sowohl das Hinspiel mit 5:2 als auch das Pokalduell vor zwei Wochen –, doch Trainer Sebastian Tillmann (35) tritt vor dem Wiedersehen auf die Euphoriebremse.
„Das kommende Spiel gegen Germania Zündorf wird definitiv keine einfache Aufgabe für uns. Auch wenn wir das Pokalspiel vor zwei Wochen für uns entscheiden konnten, wissen wir genau, was uns erwartet. Zündorf ist ein unangenehmer Gegner, der sehr kompakt auftritt und nach dem Trainerwechsel im Winter sicherlich noch einmal neue Impulse bekommen hat“, erklärt Tillmann.
Für den 35-jährigen Übungsleiter wird es darauf ankommen, die Konzentration über die volle Distanz hochzuhalten. „Wir müssen von Beginn an wach sein, die Intensität hochzuhalten und unser Spiel konsequent durchzuziehen. Wir wollen die Zweikämpfe annehmen, geduldig bleiben und gleichzeitig unsere Qualität auf den Platz bringen“, fordert Tillmann von seiner Mannschaft.
Dass der deutliche Sieg in Niehl nur der Anfang gewesen sein soll, macht der Trainer ebenfalls deutlich. Die Zielsetzung für die kommenden Monate ist klar definiert: „Wir haben uns für das Jahr 2026 einiges vorgenommen und wollen Schritt für Schritt ein neues Gesicht zeigen.“ Ob die Rheindörfer diesen Weg gegen die erstarkte Germania konsequent weitergehen können, wird sich am Sonntag zeigen.
Die SpVg Deutz 05 empfängt als frischgebackener Tabellenführer den CfB Ford Niehl. Während die Diekamp-Elf ihren „Platz an der Sonne“ zementieren will, hoffen die Gäste nach dem Derby-Debakel auf die Wende.
Die Vorzeichen könnten gegensätzlicher kaum sein. Deutz 05 thront nach dem souveränen 3:0-Erfolg in Hoffnungsthal ganz oben im Klassement. Ganz anders die Gefühlswelt beim CfB Ford Niehl: Die 2:5-Klatsche gegen die Rheindörfer am vergangenen Sonntag sitzt noch tief. Zudem weckt die Erinnerung an das Hinspiel bei den Niehlern wenig Vorfreude – damals fegte Deutz mit 7:0 über den CfB hinweg.
Trotz der Favoritenrolle tritt Deutz-Coach Hannes Diekamp auf die Euphoriebremse. Der Erfolg beim TVH soll nur der Anfang gewesen sein. „Wir wollen natürlich den Schwung aus dem ersten Spiel mitnehmen und die gleiche Intensität sowie Leidenschaft auf den Platz bringen wie zuletzt. Gleichzeitig möchten wir uns Woche für Woche auch fußballerisch weiterentwickeln – sowohl mit dem Ball als auch gegen den Ball“, erklärt Diekamp die Marschroute.
Für den Übungsleiter des Spitzenreiters ist die Konzentration auf das eigene Spiel der Schlüssel zum Erfolg: „Das vergangene Wochenende hat erneut gezeigt, dass in dieser Liga jeder jeden schlagen kann. Deshalb müssen wir in erster Linie auf uns schauen. Entscheidend wird sein, die richtige Intensität mitzubringen und uns spielerisch weiter zu verbessern. Wenn wir diese beiden Punkte nicht verinnerlichen und weiterentwickeln, wird es schwierig, sonntags drei Punkte zu holen.“
Auf der Gegenseite herrscht nach dem Derby-Schock Aufbruchstimmung. Trainer Dogan Oymak nahm seine Truppe unter der Woche in die Pflicht – offenbar mit Erfolg. „Im Training war endlich wieder eine andere Energie zu spüren – mehr Intensität, mehr Kommunikation und eine deutlich bessere Körpersprache. Das war in den letzten Wochen nicht immer so. Und ganz ehrlich: Da geht einem als Trainer das Herz auf“, berichtet Oymak sichtlich erleichtert.
Ob die gesteigerte Trainingsqualität ausreicht, um beim Branchenprimus zu bestehen, bleibt abzuwarten. Oymak weiß um die Schwere der Aufgabe: „Die Derby-Niederlage müssen wir schnell abhaken und die Köpfe freibekommen. Die Tabelle hat am Wochenende nicht gerade für uns gespielt, deshalb ist die Ausgangslage klar.“ Über den Gegner findet er lobende Worte: „Mit Deutz erwartet uns eine Mannschaft, die unter dem neuen Trainer Hannes Diekamp sicher sehr klar und strukturiert auftreten wird und ihre aktuelle Tabellensituation bestätigen möchte. Das wird eine richtig anspruchsvolle Aufgabe.“
Wiedergutmachung ist das Gebot der Stunde: Nach dem bitteren Verlust der Tabellenführung empfängt die DJK Südwest Köln am Sonntag den TV Hoffnungsthal. Während die Kölner ihre Defensive stabilisieren müssen, hoffen die Gäste nach der Pleite gegen den neuen Spitzenreiter auf eine Trotzreaktion.
Die DJK Südwest Köln musste am vergangenen Wochenende einen Rückschlag hinnehmen und gab durch ein wildes 3:4 in Hürth die Spitzenposition an Deutz 05 ab. Nun wartet mit dem TV Hoffnungsthal ausgerechnet die Mannschaft, die Südwest im Hinspiel beim spektakulären 6:3 eine von zwei Saisonniederlagen beibrachte.
Südwest-Coach Daniel Errens hat die Lehren aus der jüngsten Niederlage gezogen. „Das Spiel in Hürth haben wir aufgearbeitet und abgehakt, der Blick geht klar nach vorne“, betont der Übungsleiter. Die Marschroute gegen die offensivstarken Hoffnungsthaler steht fest: „Sie haben in mehreren Spielen fünf, sechs oder sogar zehn Tore erzielt. Unsere Hauptaufgabe wird es sein, die richtigen Mittel gegen diese starke Offensive zu finden.“
Besonders der Blick auf die Gegentor-Statistik bereitet Sorgenfalten. „Wir müssen wir unsere Defensivleistung stabilisieren – sowohl mit Blick auf die sechs Gegentore im Hinspiel als auch auf die vier Gegentore vom vergangenen Sonntag“, erklärt Errens. Ziel sei es, taktisch disziplinierter aufzutreten als im ersten Aufeinandertreffen: „Hoffnungsthal hat es im Hinspiel taktisch sehr gut gemacht, deshalb arbeiten wir intensiv an unserer Ausrichtung und an Lösungen für dieses Spiel. Wir wollen die ersten Punkte in diesem Jahr holen und endlich in einen guten Rhythmus kommen.“
Auch beim TV Hoffnungsthal herrscht nach dem 0:3 gegen Deutz 05 Redebedarf. Maciek Gawlik, der sportliche Leiter des TVH, weiß um die Schwere der Auswärtsaufgabe: „Südwest ist eine sehr eingespielte, homogene Mannschaft. Dort zu spielen ist immer unangenehm, allein schon wegen des großen Platzes. Trotzdem haben wir in der Hinrunde gezeigt, dass man sie ärgern kann.“
Trotz des Respekts vor dem Tabellenzweiten fahren die Hoffnungsthaler mit Ambitionen in den Kölner Westen. „Wir wollen unser Bestes geben und fahren mit dem klaren Ziel zum Auswärtsspiel, drei Punkte zu holen. Nach dem vergangenen Sonntag haben wir einiges gutzumachen“, so Gawlik, der auf personelle Entspannung hofft: „Ich hoffe, dass uns ein oder zwei Spieler wieder zur Verfügung stehen, die zuletzt krankheits- oder urlaubsbedingt gefehlt haben.“
Vor allem vor der individuellen Klasse der Hausherren warnt der sportliche Leiter. „Natürlich ist der Gegner top besetzt, der Zusammenhalt in der Mannschaft wirkt enorm. Dazu kommen vorne echte Ausnahmespieler, die eine hohe Qualität mitbringen. Das macht Südwest zu einem sehr gefährlichen Gegner. Wir werden unsere beste Leistung abrufen müssen, um dort etwas mitzunehmen. Ich hoffe, dass die Jungs nach dem letzten Sonntag eine klare Trotzreaktion zeigen.“
Für den FC Hürth II kommt es zum nächsten Härtetest. Nach dem Coup gegen Südwest Köln wartet auf die Mannschaft von Thomas Frohn am Sonntag der nächste dicke Brocken. Gastgeber SV Schönenbach will nach dem verpassten Sprung an die Spitze Wiedergutmachung leisten.
Die Tabellensituation in der Bezirksliga Staffel 1 bleibt nach dem ersten Spieltag des neuen Jahres hochspannend. Der SV Schönenbach liegt nach der 1:2-Niederlage gegen Bergfried auf dem dritten Platz und verpasste die große Chance, den Thron zu erklimmen. Nun empfangen sie den FC Hürth II, der mit 21 Zählern auf Platz neun rangiert, aber mit mächtig Rückenwind anreist. Das Hinspiel war eine knappe Angelegenheit, die Schönenbach mit 1:0 für sich entscheiden konnte.
Die Elf von Trainer Thomas Frohn befindet sich aktuell im „Wochen der Wahrheit“-Modus. „Wir fahren nach Schönenbach und haben damit nach Deutz und Südwest den dritten Gegner in Folge aus den Top 3. Wir reisen mit viel Selbstbewusstsein an, weil wir sowohl gegen Deutz als auch gegen Südwest gute Spiele gemacht haben – auch wenn wir gegen Deutz am Ende verloren haben“, erklärt der 39-jährige Coach.
Trotz der Euphorie nach dem 4:3-Erfolg gegen den ehemaligen Spitzenreiter Südwest Köln am vergangenen Wochenende ist man gewarnt. Frohn stellt sein Team auf einen hochmotivierten Gegner ein: „Wir erwarten einen sehr starken Gegner mit viel individueller Klasse, der sicherlich mit Wut im Bauch auftreten wird, nachdem sie ihr erstes Rückrundenspiel verloren haben. Entsprechend sind wir gewarnt.“
Dennoch will sich der FC Hürth II nicht verstecken. Die Zielsetzung ist es, die Form aus dem Überraschungssieg zu konservieren und auch im Oberbergischen mutig aufzutreten. „Wir wollen unser Selbstvertrauen aus dem ersten Spiel mitnehmen, wieder auf den Platz bringen und an unsere Leistung anknüpfen“, so Frohn kämpferisch.
Nach ihren Überraschungserfolgen zum Rückrundenauftakt treffen der SC Schwarz-Weiß Köln und der SV Bergfried Leverkusen im direkten Schlagabtausch aufeinander. Wer kann sich weiter von der Gefahrenzone absetzen?
Die Ausgangslage vor diesem „Müller-Gipfel“ – Sven Müller (Köln) gegen Stefan Müller (Leverkusen) – könnte brisanter kaum sein. Schwarz-Weiß Köln rangiert mit 14 Punkten auf Platz 13, nur drei Zähler hinter den Gästen aus Bergfried (17 Punkte, Platz 12). Beide Teams kommen mit Rückenwind aus dem vergangenen Wochenende: Während Köln in Unterzahl einen dramatischen 3:2-Last-Minute-Sieg in Frielingsdorf feierte, bezwang Bergfried den Aufstiegsaspiranten Schönenbach mit 2:1. Das Hinspiel endete 3:3-Remis.
Für SW-Coach Sven Müller ist die Marschroute klar. Das bittere Unentschieden aus der Hinrunde, als man eine 2:0-Führung noch aus der Hand gab, dient als Warnung. „Das war ein klarer Hinweis darauf, dass es gegen Bergfried nicht reicht, nur phasenweise konzentriert zu agieren. Wir müssen über 90 Minuten konsequent, stabil und klar in unserem Spiel bleiben“, erklärt Müller.
Trotz des mentalen Vorteils durch den jüngsten Kraftakt in Frielingsdorf mahnt der Übungsleiter zur Balance: „Entscheidend wird sein, unsere Chancen effizient zu nutzen und im Ballbesitz klare Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig dürfen wir die Balance nicht verlieren, um Bergfried keine unnötigen Räume anzubieten.“ Müller setzt dabei voll auf den Heimvorteil: „Wir wissen um die Bedeutung dieses Spiels und wollen die Situation als Chance nutzen – mit einem Sieg nicht nur tabellarisch gleichzuziehen, sondern auch ein klares Zeichen zu setzen. Wir spielen zu Hause, was für uns ein Vorteil ist. Bei uns zu spielen, ist für jeden Gegner unangenehm.“
Auf der anderen Seite bereitet sich Bergfried-Trainer Stefan Müller auf einen hochmotivierten Gegner vor. „Mit Schwarz-Weiß Köln wartet der nächste große Brocken auf uns. Sie kommen mit viel Selbstvertrauen, ein Auswärtssieg in Unterzahl in Frielingsdorf ist alles andere als selbstverständlich“, zollt der 45-Jährige dem Konkurrenten Respekt.
Sorgenfalten bereitet in Leverkusen jedoch die medizinische Abteilung. „Für uns ist die personelle Situation aktuell etwas schwierig. Aufgrund vieler Erkältungen ist die Personaldecke angespannt. Da müssen wir schauen, wie wir das lösen“, berichtet Müller. Dennoch gibt er sich kämpferisch: „Aber Angst gilt nicht. Wir werden uns der Aufgabe stellen, uns gut vorbereiten und hoffen, den Gegner auf Distanz halten zu können. Woche für Woche wollen wir unsere Hausaufgaben machen – und das ist jetzt die nächste.“
Nach dem Pokal-Abenteuer unter der Woche gegen den Mittelrheinligisten Eintracht Hohkeppel empfangen die Bergisch Gladbacher am Sonntag den SV Frielingsdorf. Während die Hausherren den nächsten „Dreier“ fest im Blick haben, reisen die Gäste mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch an.
Der Mittwochabend war für den SSV Jan Wellem ein Wechselbad der Gefühle. Im Mittelrheinpokal führte der Bezirksligist gegen den Favoriten Eintracht Hohkeppel sensationell mit 1:0, traf den Pfosten und musste sich am Ende aber doch deutlich mit 1:6 geschlagen geben. Doch viel Zeit zum Wundenlecken bleibt nicht, denn am Sonntag wartet bereits die nächste Aufgabe in der Meisterschaft.
Jan-Wellem-Coach David Gsella (43) richtet den Blick unmittelbar nach dem Pokal-Aus wieder nach vorne. „Jetzt liegt der Fokus auf Sonntag, auf Frielingsdorf. Am Donnerstag werden wir uns ein bisschen erholen und dann locker trainieren. Und dann wollen wir am Sonntag gegen Frielingsdorf den nächsten Dreier holen“, gibt sich der Übungsleiter angriffslustig.
Ein wichtiger Faktor für das kommende Heimspiel ist die personelle Situation, die trotz der hohen Belastung unter der Woche stabil bleibt. „Personell ist nichts passiert, keiner hat sich im Pokal verletzt. Deswegen alles gut. Und wie gesagt, voller Angriff auf Frielingsdorf“, so Gsella, der nach dem 3:0-Erfolg beim TFC Köln am vergangenen Spieltag nun den zweiten Ligasieg in Folge einfahren möchte.
Für den SV Frielingsdorf geht es hingegen darum, einen herben Rückschlag zu verarbeiten. Die 2:3-Niederlage gegen Schwarz-Weiß Köln am vergangenen Sonntag, bei der man trotz langer Überzahl in der letzten Minute den entscheidenden Gegentreffer kassierte, schmerzt noch immer. Dennoch will Trainer Andreas Dreiner (37) in Bergisch Gladbach mutig auftreten.
„Nach dem bitteren Sonntag kommt jetzt eine der Top-Mannschaften der Liga auf uns zu – individuell sicher eine der stärksten. Das Hinspiel hat aber gezeigt, dass wir auch einen solchen Gegner bespielen können“, erinnert Dreiner an das 1:1-Remis aus der Hinserie. Für den 37-jährigen Übungsleiter zählen am Sonntag vor allem die Grundtugenden: „Unabhängig von unserer taktischen Herangehensweise wird es entscheidend sein, als Team aufzutreten und das Spiel mit viel Leidenschaft und Willen anzugehen. Nach einer guten Trainingswoche wollen wir mit breiter Brust nach Gladbach fahren und dort ein gutes Spiel abliefern.“