
Der TSV Murnau gewinnt 2:0 gegen Neuperlach. Doch Trainer Wagner ärgert sich über verschossene Strafstöße und vergebene Chancen.
Ein Sieg mag ein Sieg sein. Daran hatte sich Martin Wagner am Abend öfters zu erinnern. Murnaus Trainer war nicht rundum zufrieden mit dem, was seine Fußballer beim 2:0 über Neuperlach anstellten. Sinnbildlich für den Nachmittag steht eine neue Baustelle, die wahrscheinlich kein anderes Team der Landesliga zu bearbeiten hat. Der TSV hat ein echtes Elfmeter-Problem. Einerseits schön, dass er sich in vier Rückrunden-Partien bereits fünf Strafstöße erarbeitet hat. Allerdings gingen drei am Ziel vorbei, gegen den SVN am Samstag gleich zwei Versuche. „Wirklich keine gute Quote“, betont Wagner.
Fabian Erhards Fehlschuss am Ende mag noch zu verzeihen gewesen sein. Der Stürmer rackerte die gesamte Spielzeit, ach die ganze Woche für sein Tor, zudem zeigte Torwart Stanislav Stankic eine seiner vielen Glanztaten. „Eigentlich ganz gut geschossen“, merkt der TSV-Coach an. Gleiches ließ sich nicht von Bastian Adelwarts Version behaupten. Er probierte es im Panenka-Stil, chippte den Ball in die Mitte des Tores, nur um sich dem Gespött der Gäste auszusetzen – und seinen Trainer zur Verzweiflung zu bringen. Hatte der doch nur wenige Minuten zuvor in der Kabine einen seriösen, respektvollen Umgang mit dem Tabellenletzten eingefordert. „Das passt nicht so ins Bild.“
Diese kapriziöse Lässigkeit übertrug sich auf mehrere Spieler bei den Gastgebern, wie sich auch später noch zeigte. Pfostenschüsse, ausgelassene Top-Chancen, teilweise in Slapstick-Manier sorgten für eine innere wie äußere Unruhe bei Wagner. „Wir müssen 5:0 oder 6:0 gewinnen, teilweise war das kläglich“, sagt er, nur um sich selbst zu maßregeln: „Am Ende interessiert es ohnehin keinen, wie hoch du gewinnst.“ Er hatte seine Mannen auch darauf vorbereitet, dass der Gegner im Angesicht einer drohenden Niederlage zu unlauteren Mitteln greifen könnte. Doch davon war überhaupt nichts zu sehen, vielmehr das Gegenteil. Die Neuperlacher, quasi der erste Absteiger aus der Landesliga, präsentierten sich als überaus faire und disziplinierte Einheit. Aber auch als sehr harmlos. Zwei Schüsse aufs Murnauer Tor feuerten sie ab. Das war’s.
Die Überlegenheit der Drachen nahm mit der Zeit zu. Dazu trug auch die Reaktion auf den verschossenen Elfer bei. „Cool, dass wir uns davon nicht aus der Ruhe bringen lassen“, lobt der TSV-Coach. Adelwart selbst korrigierte seinen Leichtsinn mit dem Führungstor nach 32 Minuten, als er eine schöne Einzelaktion von Michael Moser im Nachschuss versenkte. Nur elf Minuten später gelang Phillip Mühlbauer eines jener Tore, die Wagner explizit einstudieren lässt und „gerne öfters sehen will“. Sanel Dacic brach über Rechtsaußen durch, bediente den Rückkehrer und Kapitän, der seinen starken Formanstieg bestätigte und für seinen Trainer der beste Mann am Platz war. Der Sieg lag damit schon zur Pause im Eisfach, auch wenn danach die große Chancenparade folgte.
Im Vereinsheim in lockerer Runde ließ sich danach wunderbar flachsen, was auf dem Platz noch ein Reizthema gewesen war. „Ein Kutter hätte mit Gipsfuß und Krücken drei Tore gemacht, haben wir zum Spaß gesagt“, scherzt Wagner. Er fand eine Version, die sich im Laufe der Woche gut erzählen lässt in Vorbereitung auf das bedeutend anspruchsvollere Spiel am Samstag beim FC Schwabing, seines Zeichens Tabellenachter: „Ich hoffe, dass sich die Jungs die Tore fürs nächste Spiel aufgehoben haben.“