2026-09-01T14:43:53.230Z

Ligavorschau

Kein klarer Meisterschaftsfavorit

Kreisklasse A Sinsheim +++ FuPa Baden Saisonprognose

von red. · 13.08.2025, 12:00 Uhr · 0 Leser
FuPa Baden erwartet in der anstehenden Saison, dass sowohl der TSV Ittlingen (dunklesTrikot), als auch der TSV Angelbachtal (helle Spielkleidung) ein gewichtiges Wort im Meisterschaftsrennen mitreden werden.
FuPa Baden erwartet in der anstehenden Saison, dass sowohl der TSV Ittlingen (dunklesTrikot), als auch der TSV Angelbachtal (helle Spielkleidung) ein gewichtiges Wort im Meisterschaftsrennen mitreden werden. – Foto: Brian Wirth

Wir haben uns wieder getraut. Ab sofort erscheinen in regelmäßigen Abständen Saisonvorschauen im FuPa Baden Gebiet, in denen wir unsere (subjektive) Meinung zur kommenden Runde samt Platzierungstipps der einzelnen Teams abgeben.

Im Kreis Sinsheim dürfte es vor der neuen Saison am schwierigsten sein, die Kreisklasse A zu tippen. Es gibt keinen klaren Meisterschaftsfavoriten. Zudem ein extrem dichtes Mittelfeld. Grundsätzlich könnte man bei den Platzierungs-Tipps vieles tauschen. Hoffen wir, dass die neue Saison so spannend wird, wie es aktuell zu erwarten ist. Im Übrigen standen wir noch unter dem Eindruck der ersten Pokalrunde, in der mancher A-Ligist (Bad Rappenau, Hilsbach und Adelshofen) überraschend deutlich abgewatscht wurde.

Eine Besonderheit ist, dass das erste Mal seit Ewigkeiten keine Reservemannschaft mehr in der Kreisklasse A mitspielt.

Also bitte nicht alles auf die Goldwaage legen, schließlich heißt das auch, dass wir einige Klubs auf Abstiegsplätze tippen. Seht es einfach als zusätzliche Motivation und gebt euer Bestes, unsere Einschätzungen ins Gegenteil zu verkehren.

TSV Ittlingen

Haarscharf schrammte der Turn- und Sportverein letzte Saison am Aufstieg vorbei. Am Ende fehlte ein Punkt für den direkten Aufstieg bzw. ein paar Tore, um an der Relegation teilnehmen zu dürfen. Unabhängig vom verpassten Aufstieg gab es auf dem Trainerstuhl eine Änderung. Der geschätzte Trainer Michael Keitel kehrt in den Kreis Sinsheim zurück und versucht die Ittlinger wieder zurück in die Kreisliga zu führen. Fehlen wird ihm hierbei Torjäger Kevin Oliveira, der letzte Saison 20 Tore beisteuerte. In Ittlingen löst das aber keine Depressionen aus, denn man konnte sich - dank einiger Neuzugänge - noch breiter aufstellen. Gerade das Mittelfeld mit Alves und dem wuchtigen Spielführer Möbius dürfte gegenüber den Konkurrenten ein dickes Plus sein. Der TSV Ittlingen ist jetzt nicht der e i n e große Meisterschaftsfavorit. Doch aufgrund der letzten Saison, dem vorhandenen Kader, den Neuzugängen und dem erfahrenen Coach trauen wir den Käfern am ehesten zu die Meisterschaft zu gewinnen.

TSV Angelbachtal

Seitdem Tobias Littig in der Winterpause das Ruder beim TSV übernommen hat, scheint ein neuer Wind beim Fusionsverein zu herrschen. Mit einer tollen Aufholjagd in der Rückrunde konnte man sich aller Abstiegssorgen entledigen. Auch die aktuelle Vorbereitung lief, inklusive eines Pokalsiegs gegen die Kreisliga Spitzenmannschaft von TG Sinsheim, erfolgversprechend. Da auch der abwanderungswillige Torjäger und Freistoß-Spezialist Fuentes dem Team erhalten bleibt, wird der TSV weiter nach oben klettern. Wenn das Team weiterhin an einem Strang zieht, so werden die Angelbachtaler mit ihrem starken Torwart Heinzmann das Überraschungsteam der Saison 2025/26.

SV 1910 Sinsheim

In der großen Kreisstadt gab es im Sommer keine spektakulären Spielerwechsel. Dafür jedoch einen ganz entscheidenden auf dem Trainerstuhl. Denn die Verantwortlichen des SVS angelten sich einen Meister seines Fachs: Neso Duric. Der ehemaliger Spieler der TSG Hoffenheim sollte in der Lage sein aus dem vorhandenen Kader noch etwas mehr rauszuholen. Somit könnte der Traditionsverein in dieser Saison um den Aufstieg mitspielen. Ein Ziel dürfte es auch sein, den ein oder anderen Jugendspieler in die Mannschaft zu integrieren. Im Gegensatz zum heutigen Trend hat der SVS doch recht viele U19-Spieler aus dem eigenen Stall dazubekommen. Unter Duric können diese sich nun peu à peu weiterentwickeln.

FV Sulzfeld

Der FVS konnte auf dem Transfermarkt einen Coup landen. Denn mit S. und T. Aljokhadar kommen zwei ehemalige Spieler ins Weindorf zurück. Beide werden die Qualität des Bilger-Teams anheben. In der neuen Saison wird es jedoch darum gehen, dass man die Anzahl der Gegentore reduziert. Mit einem Schnitt von 1,9 Gegentoren pro Spiel wird man nicht um den Aufstieg mitspielen können.

FC Stebbach/Richen

Die Spielgemeinschaft setzt auf Konstanz und geht mit Chef-Trainer Georg Wegmann in die siebte Saison. Diese Kontiniutät ist es auch, die auf lange Sicht Erfolg garantiert. Trotzdem stieg das Team letzte Saison sang- und klanglos aus der Kreisliga ab. In der Kreisklasse A steht nun ein Neubeginn bevor mit einem nahezu unveränderten Kader. Das Team wird sicherlich eine gute Rolle in der neuen Klasse spielen. Dass es nun zu einem Spitzenplatz reicht, darf von der SG jedoch nicht erwartet werden.

TSV Phönix Steinsfurt

Beim Phönix hat man schwere Zeiten hinter sich. Doch nach drei Abstiegen in Folge, gab es mit dem Aufstieg in die A-Klasse endlich wieder etwas zu feiern. Und die Verantwortlichen haben richtig gute Arbeit geleistet. Denn inzwischen spielen mit Hinderhauser und dem pfeilschnellen Medeiros dos Santos zwei richtige Juwele beim TSV. Zusätzlich konnte man den abgezockten Kevin Frei dazugewinnen, der in der Kürze der Zeit schon das Kapitänsamt übernommen hat. Klar scheint in dieser Saison, dass Steinsfurt nichts mit dem Abstieg zu tun haben wird. Das Team wird auf dem Platz auch nicht mehr bedingungslos von Spielertrainer Prommer abhängig sein. Selbst wenn er die ganze Saison nicht mehr spielen würde, würde man den Abstiegsrängen fern bleiben. Sollte er jedoch zeitnah wieder einsteigen können, so wird Steinsfurt sogar im Verfolgerfeld zu finden sein. Fazit: Nachdem es in den letzten vier Jahren an der Schindwaldstraße immer hoch und runter ging, so ist es höchst realistisch, dass der TSV 2026/27 das zweite mal hintereinander in derselben Spielklasse antritt.

FC Eschelbronn

Eigentlich scheint der Code des FC Eschelbronn leicht zu knacken. Man bewache hautnah Andreas Dinkel und vor allen Dingen den gefährlichen Paul Reischel und schon hat man der Schreinerdorf-Elf den Stecker gezogen. Dass dies aber nicht so leicht in die Praxis umzusetzen ist, zeigte auch die vergangene Saison. Mit 14 und 31 Toren erzielten die beiden 70 Prozent (!) der Eschelbronner Treffer. Das schöne beim Fußballclub ist, dass man am Saisonende nie Sorgen haben muss, dass entscheidende Spieler den Verein verlassen. Der FCE ist nämlich ein grundsolider Verein, der gefühlt schon Ewigkeiten mit demselben Kader agiert. Sicherlich schauen viele andere Vereine - mit hohen jährlichen Fluktuationen - argwöhnisch auf den Kallenberg.

TSV Dühren

Im Sinsheimer Vorort ging es in den letzten Jahren immer nur in eine Richtung: nach oben. Doch einen ersten Rückschlag gab es bereits vor einem Jahr, als im Sommer der Ur-Dührener Torjäger D. Schock nach Waibstadt wechselte. In diesem Sommer ist der Aderlass nochmals erheblich höher. Die einen möchten den nächsten Schritt gehen, andere nochmals einen Tapetenwechsel und wieder andere beenden die Karriere. Die Rot-Weißen standen, bezüglich der neuen Saison, zwischendurch mit dem Rücken zur Wand. Doch man konnte nochmals auf dem Transfermarkt aktiv werden und u.a. mit vier Spielern von Türkgücü Sinsheim den Kader wieder auffüllen. Für Außenstehende sah es nach einer Notlösung aus. Doch die sehr positiven Ergebnisse in der Vorbereitung, inklusive der Pokalspiele, haben gezeigt, dass sich der neue Kader des Turn- und Sportvereins keineswegs verstecken muss. Die Dührener Fans dürfen sich also Hoffnung machen, dass ihre Mannschaft die Saison ähnlich erfolgreich abschließt, wie im letzten Jahr.

SG Untergimpern

Die SGU ist im Relegationsspiel dem drohenden Abstieg nochmals von der Schippe gesprungen. Im Umkehrschluss bedeutet dies aber nicht, dass man auch in der neuen Runde automatisch um den Klassenerhalt kämpfen wird. Denn bereits in der Rückrunde stabilisierte sich das Team vom Blutberg. Einen großen Anteil hatte dabei die Verpflichtung des Torhüters "Joe" Dumke. Nun haben die Verantwortlichen auch im Bezug auf die neue Saison schnell reagiert. Denn die Gimperner holten sich die Unterschrift vieler Grombacher Spieler, sowie den quirligen S. Sarr aus Neidenstein. Mit dem neuen Kader sollte die SGU wieder in sicheren Gefilden zu finden sein.

SG 2000 Eschelbach

Die SG hat sich, nach einem kurzen Gastspiel von zwei Jahren, als Meister aus der Kreisklasse B wieder verabschiedet. Für die A-Klasse ist es ein Gewinn, dass diese sympathische Mannschaft wieder eine Klasse höher spielt. Das Team von Spielertrainer Beckmann ist gut aufgestellt und sollte auch ohne externe Neuzugänge eine gute Rolle in der neuen Klasse spielen können. Viele junge Talente sprechen für eine rosige Zukunft. Wichtig wird es sein, dass die Euphorie aus der letzten Saison möglichst lange anhält. Viele anstehende Derbys werden dann das Salz in der Suppe sein (Waldangelloch, Angelbachtal, Dühren).

TSV Waldangelloch

Beim TSV war man nach dem ersten halben Jahr doch sehr überrascht, wie schwer man sich in der neuen Klasse tat. Am Ende sprang zumindest Platz 10 raus, so dass man sich keine Sorgen um den Klassenerhalt machen musste. Es überrascht, dass einige Angellocher Urgesteine (Ritzal, Stolac, Sitzler und Abele) den Verein verließen. Im Gegenzug nutzte man das Auseinanderfallen des SV Eichelberg und holte sich marokkanischen Flair an den Götzenberg. Hätte nicht Leistungsträger Robert Eisele das Runne-Team verlassen, so könnte man in dieser Saison sogar wieder weiter nach oben schielen. So aber wird Waldangelloch eine ähnliche Saison spielen, wie in der abgelaufenen Runde.

SV Adelshofen

Normalerweise hätten wir den Sportverein erheblich höher eingeschätzt. Doch seit dem Kalenderjahr 2025 geht es bei den Blau-Weißen nur noch in eine Richtung, so dass man im Sommer sogar die Kreisliga als Absteiger verlassen musste. Der scheidende Trainer Weissbeck war zwar bei den gegnerischen Mannschaften nicht Everybodys Darling, doch sein eigenes Team scheint er sehr gut im Griff gehabt zu haben. Der neue Coach Cardoso muss sein Augenmerk nun zwingend auf die Defensivarbeit legen. Denn 25 Gegentore in den fünf Spielen seit seinem Amtsantritt sprechen eine deutliche Sprache. Der Höhepunkt war dabei eine1:8 Klatsche in der ersten Runde des Kreispokals bei B-Ligist Siegelsbach. Diese Ergebnisse sind sehr überraschend, denn der Kader gleicht nahezu dem der Kreisliga.

TSV Zaisenhausen

Marcel Kugler ist beim Turn-und Sportverein zurück und somit ein echter Torgarant. Kaum stand der Linksfuß wieder auf dem Platz, da tauchte er auch schon wieder in der Torschützenliste auf. Sollte er seine Quoten aus der Vergangenheit aufrecht erhalten könnnen, so wird das Doll-Team erneut nicht auf den Abstiegsrängen landen. Mit drei Neuzugängen aus Heidelsheim konnte man den Kader zudem breiter aufstellen, was den beiden Spielertrainern mehr Möglichkeiten bei der Aufstellung gibt. Das Team aus dem südlichen Fußballkreis dürfte im Verlauf der Saison (zusammen mit dem FVS Sulzfeld) die meisten Auswärtskilometer ansammeln.

SV Hilsbach

Beim Sportverein war der Schrecken groß, als Eric Heller im Frühjahr verkündete, dass er den Verein Richtung Landesliga Odenwald verlassen wird. In den letzten beiden Saisons erzielte er jeweils über 20 Tore. Diese vielen Treffer werden fehlen. Die Hoffnungen ruhen nun auf dessen Bruder Jan, der in der abgelaufenen Runde ebenfalls 20 Treffer markierte. Einen Ersatz konnte man leider nicht an den Waldsee locken. Eine große Veränderung ergab sich auch auf dem Trainerposten. Nach sieben Jahren verließ A. Kuczynski die Rot-Schwarzen. Hier hat man mit dem 34jährigen Benjamin Huwer einen dicken Fisch an Land ziehen können. Wenn dieser seine Ideen implementieren kann und sich das Team die fehlenden Heller-Tore aufteilt, kann es aber auch für einen einstelliger Tabellenplatz reichen.

SV Babstadt

Beim SV Babstadt fragt man sich, was vier Spieler, die regelmäßig zum Einsatz kamen, dazu veranlasst, freiwillig eine Klasse tiefer in die B-Klasse zu wechseln. Letztendlich spielt es auch keine Rolle. Fakt ist jedoch, dass dieses Quartett mit den Führungsspielern Hassert und M. Feierabend beim SVB in der nächsten Saison fehlen wird. Da es in den letzten Jahren immer wieder zu einzelnen Abgängen von Stammspielern kam, wird es eine sehr schwere Runde für die Grün-Weißen werden. Um den Abstiegsplätzen fern zu bleiben, darf sich möglichst kein Spieler verletzten. Denn die Anzahl der A-Klasse-fähigen Spieler schmilzt am Sportplatzweg dahin. Hoffnung macht, dass die Erfahrenen D. Schwietz und M. Begoihn mehr oder weniger oft wieder die Kickschuhe für das Bartsch-Team schnüren wollen.

VfB Bad Rappenau

Die Kurstädter waren bereits im Sommer nach einer glücklosen Saison nur wenige Zentimeter von der Relegation entfernt. Mit Ach und Krach konnten die VfBler die Klasse halten. Zu allem Übel verließen nun auch noch mit M. Weigelt und D. Bödinger Führungsspieler den VfB. Auf der Zugangsseite konnte man keine Erfolge verbuchen, so dass sich nun erst einmal eine neue Achse finden muss. Die Vorbereitung verlief inklusive eines Pokal-Debakels enttäuschend, so dass wir davon ausgehen, dass die Elf des emsigen Trainers Sergej Wirch den Weg in die B-Klasse antreten muss.

Getippte Abschlusstabelle

1.) TSV Ittlingen
2.) TSV Angelbachtal
3.) SV Sinsheim
4.) FVS Sulzfeld
5.) SG Stebbach/Richen
6.) TSV Phönix Steinsfurt
7.) FC Eschelbronn
8.) TSV Dühren
9.) SG Untergimpern
10) SG 2000 Eschelbach
11.) TSV Waldangelloch
12.) SV Adelshofen
13.) TSV Zaisenhausen
14.) SV Hilsbach
15.) SV Babstadt
16.) VfB Bad Rappenau