– Foto: SC Großrosseln

Kaufmann brilliert als Solist, Portz-Doppelschlag schockt Wadern

Am siebten Spieltag setzte die SG Großrosseln ihren Siegeszug fort, während Reimsbach dank seines Spielertrainers den nächsten Rückschlag erfolgreich abwendete

Der 1. FC Reimsbach ist dank eines Doppelschlags von Spielertrainer Nicolas Portz im Kreisduell bei Kellerkind FC Noswendel Wadern in die Erfolgsspur zurückgekehrt. Auch die SG Großrosseln konnte sich beim dritten Sieg in Folge auf einen Doppelpacker verlassen: Der junge Jakob Kaufmann brachte das Team von Trainer Tim Latz gegen Schlusslicht Wahlen im Alleingang früh auf Kurs. Reisbach wahrte im Topspiel gegen Riegelsberg trotz Problemen nach der Pause seine weiße Weste. Aufsteiger Bous büßte derweil Platz zwei auf bittere Weise vorerst ein.

FSG Bous – SG Perl-Besch 1:1 (0:0)

In einer unterhaltsamen Partie wurden die Gastgeber kurz vor dem Abpfiff kalt erwischt und büßten ihren zweiten Tabellenplatz ein. Nach einem 35-Meter-Freistoß in den Bouser Strafraum ging Gästeakteur Moussa Karamoko zum Kopfball, kam allerdings wohl nicht mehr an den Ball heran. Die Kugel bahnte sich daraufhin aber trotzdem irgendwie den Weg ins Tor (92.) – und rettete den lange glücklosen Moselanern auf den letzten Drücker ein Remis. Das Tor ging letztlich an Steffen Sieren, der damit bereits sein siebtes Tor im siebten Spiel bejubeln durfte. „Der Ausgleich in der Nachspielzeit ist für uns natürlich maximal unglücklich“, sagte FSG-Trainer Dirk Andres, nachdem es ganz knapp nicht zum vierten Sieg in Folge gereicht hatte – wobei er aber auch den Gegner für eine couragierte Vorstellung lobte. „Wir haben es vielleicht verpasst, nach unserer Führung das 2:0 nachzulegen. Auf der anderen Seite hatte Perl-Besch auch drei Aluminiumtreffer und sich das Ergebnis somit irgendwo verdient.“ Bereits in der ersten Halbzeit hatte Sieren den Pfosten anvisiert (28.), nach der Pause scheiterte Fabian Moritz an der Latte (63.) und Yannick Zambon traf ebenfalls den Pfosten (70.), sodass der Bouser Führungstreffer durch Domenic Schuh (63.) bis in die Nachspielzeit hinein der einzige blieb.

FC Noswendel Wadern – 1. FC Reimsbach 2:3 (2:1)

„Es war ein offener Schlagabtausch mit dem glücklicheren Ende für Reimsbach. Der Doppelschlag von Nico Portz kam fast aus dem Nichts“, sah Noswendel Waderns Betreuer Bastian Brutscher eine bittere Heimniederlage für den FC, der erst vor Wochenfrist – ebenfalls zuhause – den ersten Saisonsieg gefeiert hatte. Gegen Reimsbach setzte es auch deshalb die fünfte Niederlage im siebten Spiel, weil Spielertrainer Alexander Neu in der Endphase einen Elfmeter ungenutzt ließ. Nachdem sein eingewechselter Trainerkollege Philipp Weber gefoult worden war, scheiterte Neu mit dem Strafstoß an der Parade von Gästetorwart Julian Wamsbach. „Der verschossene Elfmeter ist symptomatisch für unsere bisherige Saison“, so Brutscher. Die Heimelf hatte die erste Hälfte diktiert und verdient 2:1 vorne gelegen, ehe Portz den Spielverlauf nach der Pause binnen drei Minuten auf den Kopf stellte: Zunächst köpfte er eine Flanke von Timo Spurk zum 2:2 ein (62.). Sekunden später war Portz nach einer Hereingabe von Joshua Kartheiser mit dem Fuß und dem 3:2-Siegtor für Reimsbach zur Stelle.

SV Walpershofen – SV Losheim 1:3 (0:0)

Die Gäste aus Losheim verteidigten über weite Strecken der Partie stark – und brachten den Auswärtssieg im Spitzenspiel nach der Pause mit eiskalten zehn Minuten unter Dach und Fach. Losheims Routinier Thomas Bies traf das bis dahin überlegene Walpershofen mit seinem 30-Meter-Schuss ins linke untere Eck mitten ins Mark. „Das 0:1 fiel aus dem Nichts“, konstatierte SVW-Co-Trainer Pascal Mallon: „Danach haben wir die Ordnung verloren“ – und Losheim machte schnell den Deckel drauf. Paul Schulz legte nach seinem Solo durchs Mittelfeld auf für Jannick Schmitt, der auf 0:2 stellte (58.). Drei Minuten später war Schulz nach einem Konter dann selbst mit dem 0:3 zur Stelle (61.). „Wir haben es danach zwar nochmal probiert und ein klares Handspiel im Strafraum nicht gepfiffen bekommen. Der Gegner hat insgesamt aber gut verteidigt“, so Mallon. Mehr als das 1:3 durch Andreas Feld sprang nicht mehr heraus (85.).

SSC Schaffhausen – FC Brotdorf 2:0 (1:0)

Schaffhausen musste nach einer Roten Karte für Verteidiger Jan Wahlen (28.) die meiste Zeit des Spiels in Unterzahl bestreiten – und durfte sich am Ende dennoch über einen verdienten zweiten Zu-Null-Sieg in Folge und dritten Saisonerfolg insgesamt freuen. Nach ausgeglichenem Beginn brachte eine Ecke von Kevin Thinnes, die Filip Mirsic am kurzen Pfosten ins lange Eck einköpfte, den SSC vor der Pause auf Kurs (37.). In Überzahl kam Brotdorf im weiteren Verlauf zu ein paar wenigen Chancen, die von SSC-Torwart Jonas Fischer vereitelt wurden. Gegen Spielende machte die Heimelf daraufhin den Deckel drauf: Nicolas Engelhardt setzte per Steilpass Nikolas Schmitz in Szene, der zum 2:0-Endstand für Schaffhausen vollendete (79.) – zu dem Zeitpunkt war Brotdorf ebenfalls zu zehnt, nachdem Tom Schreiner eine Zehn-Minuten-Strafe kassiert hatte.

SC Bliesransbach – SG Wadrill-Sitzerath 1:1 (1:1)

Der SC Blies war in der ersten Halbzeit zunächst das bessere Team und ging daher folgerichtig in Führung: Nach einem Ball aus dem Mittelfeld von Henning Scherer ging Jonas Richter auf und davon, an SG-Torwart Frederic Simon vorbei und traf zum 1:0 (23.). Danach hätte die Heimelf durchaus nachlegen können, ließ gute Chancen zum 2:0 ungenutzt – und fing sich schließlich das 1:1 ein. Nach einem schnellen Einwurf der Gäste brachte Justin Trenz den Ball vors Bliesransbacher Tor, wo Wadrills Torjäger Tobias Müller zu seinem dritten Saisontreffer vollendete (36.). Nach dem 1:1 wurde die Partie zusehends ausgeglichener. In der zweiten Halbzeit kamen beide zu ihren Chancen, die beste für den SC Blies vergab der eingewechselte Kelvin Obasi, der in sehr aussichtsreicher Position den Ball nicht richtig erwischte. „Am Ende war es ein gerechtes Remis“, so Bliesransbachs sportlicher Leiter Michael Dittgen.

SC Reisbach – 1. FC Riegelsberg 4:2 (2:0)

Der SC Reisbach eilt dank des siebten Siegs im siebten Spiel weiter mit Siebenmeilenstiefeln der Meisterschaft entgegen. Im Heimspiel und Topspiel gegen Riegelsberg musste der amtierende Vizemeister aber heftig zittern, ehe der nächste Dreier unter Dach und Fach war. In der zweiten Halbzeit waren die Gäste durch Mirco Frischmann und Rouven Lenhard zwei Mal dicht dran am möglichen 3:3-Ausgleich, zielten aber jeweils knapp über das Reisbacher Tor. In der Nachspielzeit machte SCR-Torjäger Toni Cortese mit seinem elften Saisontor spät alles klar (93.). Zuvor hatte der beste Schütze der Liga seine Reisbacher auch in Führung gebracht (27.). Sein Bruder Nikola Cortese verlieh der Überlegenheit der Heimelf mit dem 2:0 Nachdruck: „Wir waren in Hälfte eins sehr dominant. Vielleicht haben wir aber vergessen, das 3:0 nachzulegen“, sagte SCR-Trainer Alexander Stamm. Nach der Pause bekam sein Team daraufhin plötzlich Probleme mit der Riegelsberger Systemumstellung auf ein 4-4-2 mit zwei Spitzen. Das schnelle 1:2 durch den eingewechselten Jerome Schmid (49.) beantwortete Nils Wohlschlegel zwar mit einem weiteren sehenswerten Freistoßtor zum 3:1 (61.). Danach wollte der makellose Primus aber etwas zu viel, kassierte per Elfmeter durch Lenhard das 2:3 und musste um seine weiße Weste bangen – ehe einmal mehr Cortese für Klarheit sorgte.

SF Rehlingen-Fremersdorf – FSV Hemmersdorf 2:0 (1:0)

Die Sportfreunde knüpften im Derby vor über 500 Zuschauern nahtlos an die starken Heimauftritte zuvor (7:0 gegen Wahlen, 5:0 gegen Brotdorf) an, auch wenn sie sich mit dem Toreschießen diesmal etwas zurückhielten. Der Erfolg, den mit Can Avan ausgerechnet ein Ex-Hemmersdorfer, der lange beim FSV gespielt hatte, auf den Weg brachte, geriet dennoch nicht in Gefahr. Nach einer knappen Viertelstunde holten die SF zum ersten Schlag aus: Eike Gläske eroberte im Mittelfeld stark den Ball, spielte Doppelpass mit Jannick Spath und fand daraufhin mit seiner Hereingabe Avan, der die Kugel zum umjubelten 1:0 ins Tor lupfte (14.). Zwei Minuten später ging Marvin Schneider allein auf das Hemmersdorfer Tor zu, scheiterte aber ebenso an FSV-Keeper Christian Kerber, wie Torschütze Avan, der zwei weitere glasklare Chancen ungenutzt ließ. „Wir hätten zur Pause viel höher führen müssen“, sagte SF-Trainer Tobias Welz. Dank der stabilen Defensivleistung sollte sich der Chancenwucher aber nicht rächen. Der gerade eingewechselte David Anton machte mit seinem 2:0 den Deckel drauf (85.). „Die komplette Mannschaft, auch die Spieler, die von der Bank kommen, funktioniert im Moment sehr gut. Einer rennt für den anderen, wir haben einen guten Spirit – so kann es gerne weitergehen“, blickte Welz zufrieden auf den dritten Sieg in Folge – bei einem Torverhältnis von 14:0.

SG Großrosseln-St. Nikolaus – SV Wahlen-Niederlosheim 3:1 (3:0)

Die SG startete gegen das Schlusslicht stark in die Partie und legte früh zwei Tore vor – besser gesagt: Jakob Kaufmann. Der 18-Jährige narrte die Wahlener Abwehr zwei Mal binnen weniger Minuten. Nach drei Minuten schnappte er sich in Höhe der Mittellinie den Ball, ließ auf seinem unnachahmlichen Weg zum Tor mehrere Gästespieler alt aussehen, ging zu guter Letzt auch noch an SVW-Torwart Joshua Hofmann vorbei und schob zum 1:0 ein (4.). Wenig später fast eine Kopie des ersten Treffers: Erneut kam Kaufmann vor dem Wahlener Tor an den Ball, abermals schüttelte er seine Gegenspieler ab und vollendete flach zum 2:0 ins rechte Eck (15.). Danach zog sich SG-Akteur Milad Bayat eine Knieverletzung zu und konnte nicht mehr weitermachen. Die genaue Diagnose steht noch aus. „Wir waren danach ein bisschen von der Rolle“, konstatierte Großrosselns Betreuer Martin Huwer – doch noch vor der Pause legten die Hausherren das 3:0 nach: Sebastian Rupp, für Bayat gekommen, verlängerte eine Flanke von Benjamin Schneider am kurzen Pfosten und fand Mazen Zakaria, der aus kurzer Distanz vollendete (40.). „In der ersten Halbzeit war es sehr souverän. In der zweiten haben wir nur noch verwaltet und nicht mehr als nötig getan“, so Huwer. Trotz des 1:3 des SVW durch Nicolas Schmitt (79.) geriet der dritte Sieg in Folge für die SG nicht mehr in Gefahr.

Aufrufe: 018.9.2022, 20:00 Uhr
dbeAutor