
Nach der Pokalabsage stand Landsberg plötzlich ohne Gegner da, da sprang der VfL Kaufering ein und organisierte ein Blitzturnier. Doch auch personell profitiert der Bayernligist aktuell vom Umfeld, denn auch vom FC Augsburg gab es Hilfe.
Landsberg/Kaufering - So geht unbürokratische Nachbarschaftshilfe unter Fußballern: Weil Bezirksligist SV Pullach das Toto-Pokalspiel gegen den TSV Landsberg wie berichtet kurzfristig abgesagt hatte (offizielle Wertung des BFV: 2:0 für den TSV), stand der Bayernligist am vergangenen Wochenende plötzlich ohne Testspielgegner da. Da sprang Nachbar VfL Kaufering in die Bresche: Uli Stengelmair, der sportliche Leiter des VfL, organisierte nach einem Anruf von TSV-Trainer Alex Schmidt kurzfristig einen „Dreier-Testspiel-Nachmittag“ mit dem TSV Geiselbullach, der eigentlich als „normaler“ Vorbereitungs-Gegner der Kauferinger vorgesehen war.
So fanden am Samstag in Kaufering drei Testspiele über je 45 Minuten statt. Wie erwartet zog sich dabei der Bayernligist am besten aus der Affäre: Landsberg gewann beide Spiele: 1:0 durch ein feines Hackentor von Max Seemüller gegen gut mithaltende Kauferinger, die durch ihren auffälligen Neuzugang Basti Dillinger sogar in Führung hätten gehen können. Aber da war Keeper Dani Baltzer zur Stelle. Beim anschließenden 3:0 gegen den chancenlosen Bezirksliga-Aufsteiger Geiselbullach schlug Sturm-Youngster Luca Dollinger nach Vorarbeit erst von Yamin H-Wold und dann von Mert Can zweimal zu, zudem traf Maxi Berwein. Alles in allem ein ordentlicher, aber keineswegs überragender Auftritt.
Dafür gab’s aber Gründe: Die Landsberger hatten am Vormittag noch eineinhalb Stunden trainiert. „Außerdem haben wir unter der Woche richtig Gas gegeben“, erklärt Schmidt. „Ich freue mich aber über die beiden Tore von Dolle. Die tun ihm gut.“ Sein Lob für die Gastgeber: „Kaufering hat eine richtig starke Mannschaft.“
Bemerkenswert noch: TSV-Torwart Baltzer bleib auch bei seinem fünften Einsatz im Landsberger Trikot ohne Gegentreffer. Mit ein Verdienst von Ex-Jahn Landsberg-Keeper und FCA-Nachwuchs-Torwarttrainer Pascal Stroehl, der in den letzten drei Wochen als Torwarttrainer eingesprungen war. Auch das: Unbürokratische Nachbarschaftshilfe unter Fußballern. Stroehls „Befehl“ nach dem Spiel an Baltzer: „Deine weiße Weste musst du jetzt auch nächsten Samstag im Test gegen Unterhaching behalten…“
Da der TSV noch immer keinen festen Nachfolger für Kurt Kowarz gefunden hat, übernimmt jetzt vorläufig Wolfi Sanktjohanser zumindest einmal pro Woche die Arbeit mit den Torhütern.
Bezirksliga-Absteiger Kaufering war am Sonntag die Mannschaft, die eine Stunde Pause zwischen den beiden Spielen hatte. „Ungewohnt, aber kein großes Problem, die erste halbe Stunde konnten die Jungs zuschauen, danach haben wir einige Dinge besprochen. Das war grundsätzlich eine schöne Einheit für uns und ich konnte viele neue Spieler einsetzen. Gegen Landsberg haben wir uns gut verkauft, da hätten wir sogar in Führung gehen können“, sagte VfL-Trainer Franco Simon nach dem 4:1 seiner Jungs zum Abschluss gegen erneut chancenlose Geiselbullacher. Da trafen Niki Neuhaus, Daniel Rimmer mit einem tollen 20-Meter-Freistoß, Flo Wilhelm und Nick Laessig.
Ein Grillabend der Kauferinger schloss einen rundum gelungenen Fußball-Nachmittag (bis auf den Armbruch des Geiselbullachers Lukas Bründl im Spiel gegen Landsberg) ab. „Das war eine Super-Veranstaltung“, meine Stenglmair, der gerarde vom BFV erfuhr, dass der VfL das Bezirksliga-Auftaktspiel zugesprochen bekam: „Dafür haben wir uns beworben. Toll, dass wir den Zuschlag bekommen haben. Wir starten nun am Freitag, 25. Juli, mit dem Heimspiel gegen Bobingen in die neue Saison.“ Die nächsten Tests: An diesen Dienstag empfängt Kaufering den FC Stätzling, am Freitag den TSV Oberalting (jeweils 19 Uhr).