2026-01-09T09:36:09.492Z

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Der Rückstand beträgt sechs Punkte - kann der SV Kauerhof (in Gelb-Schwarz) noch in den Kampf um Platz 3 eingreifen?
Der Rückstand beträgt sechs Punkte - kann der SV Kauerhof (in Gelb-Schwarz) noch in den Kampf um Platz 3 eingreifen? – Foto: Jonas Löffler

Kauerhof und Etzelwang etwas hinter den eigenen Erwartungen

Rückblick Kreisklasse Süd - Teil 3: Wohl immer noch mit Chancen auf Platz 3, allerdings mit bislang zu vielen Punktverlusten rangiert der SVK auf Rang 7, wo bis Platz 10 das so genannte "ruhige Fahrwasser" des Klassements beginnt +++ Aufsteiger aus Loderhof und Paulsdorf im Soll

Im vorletzten Teil unseres Rückblicks auf die Kreisklassen insgesamt und auf die Südstaffel im Besonderen beschäftigen wir uns mit den Teams auf den Plätzen 7 bis 10, die sich - nehmen wir einmal den SV Kauerhof aus - im "Niemandsland" der Tabelle befinden, also quasi jenseits von Gut und Böse. Wohl hat der sich vor der Saison als sehr ambitioniert gebende SV Kauerhof (7./27) noch theoretische Chancen auf Platz 3, doch müssten bei einem Rückstand von sechs Zählern alle davor platzierten Mannschaften schon in ein Leistungstief geraten. Zufrieden ist man sicherlich bei den beiden Aufsteigern SV Loderhof (8./24) und SG Paulsdorf/Freudenberg III (9./21), deren Vorsprung zur Abstiegszone schon als sehr beruhigend bezeichnet werden darf. Bleibt noch der SV Etzelwang (10./20), wie in Kauerhof hatte man sich auch beim SVE vorgestellt, etwas höher auf der Tabellenleiter zu stehen, deshalb ist man vermutlich nicht ganz einverstanden mit dem bislang Gezeigten.

SV Kauerhof (7. Platz, 27 Punkte, 8-3-5, 57:35 Tore)

Ohne Ambitionen nach oben, aber auch mit beruhigendem Abstand zur Gefahrenzone beendete der SVK die vergangene Spielzeit auf Platz 10. Nach einer erheblichen Personalfluktuation im Sommer mit 10 Neuzugängen und 8 Abgängen legte man für die neue Saison die Messlatte höher, eine Platzierung im "vorderen Mittelfeld" wurde angestrebt. Das neue Trainerteam mit B-Lizenzinhaber Konstantin Beck (Spieler beim SV Raigering und beim SV Kohlberg-Röthenbach, Trainer beim SV Raigering im Juniorenbereich und zuletzt beim FV Vilseck) und dem spielenden "Co" Tobias Hüttner (Spieler beim SV Kauerhof, SV Hahnbach, DJK Ammerthal), der seine erste Trainerstation bei seinem Heimatverein antrat, sollte die gesteigerten Erwartungen gemeinsam mit einem verstärkten Kader umsetzen.

Auch wenn nach dem hohen Auftaktsieg gegen Schmidmühlen in Etzelwang verloren wurde, gaben die Männer um Kapitän Max Grundler ihren eigenen Ambitionen gleich mächtig Nahrung, nach 5 absolvierten Partien standen 12 Punkte zu Buche, beeindruckend vor allem die Offensive, die dabei sage und schreibe 25 mal ins Schwarze traf. Dann allerdings gab es erste Signale, dass es wohl für eine Platzierung weit oben nicht reichen würde, denn gleich drei Matches in Folge wurden in den Sand gesetzt - interessanterweise gegen die Teams, die aktuell direkt vor dem SVK platziert überwintern. Gegen den TuS Rosenberg II wurde sich beim 7:0 dann der Frust von der Seele geschossen. Dann ging es gegen das Führungsduo der Liga: Während man bei Trapo obwohl gut mithaltend am Ende mit 2:5 kleinbei geben musste, zeigte man in Ensdorf, was wirklich in der Mannschaft steckt, fügte man doch der DJK beim 3:1 die bislang einzige Heimniederlage zu. Bis zur Winterpause lautete die Bilanz dann zwei Dreier und drei Unentschieden, wobei das in Paulsdorf besonders war, vor allem für Coach Konstantin Beck. Im Match gegen das Team seines Vaters Achim führte der SVK bereits mit 3:0 um nach Ausgleich und 4:3-Führung in der Schlussminute noch das 4:4 durch den nach vorne geeilten Heimkeeper zu kassieren.

Grundsätzlich gibt sich SVK-Coach Konstantin Beck mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden, wünscht sich aber für die restlichen Partien der laufenden Saison mehr Konstanz in den Leistungen über die gesamte Spieldistanz, wie er im Statement gegenüber FuPa erklärt: "Die bisherige Saison verlief aus meiner Sicht positiv. Unsere Neuzugänge haben sich schnell und hervorragend in das Team integriert, was uns sowohl quantitativ als auch spielerisch gestärkt hat. Wir konnten viele gute Leistungen in den bisherigen Spielen zeigen und wertvolle Punkte sammeln, wissen aber auch, dass wir in einigen Situationen Punkte liegen gelassen haben. Genau das möchten wir in der Rückrunde abstellen. Unser Ziel ist es, unseren Weg fokussiert fortzusetzen und über alle Spielphasen hinweg konstanter zu werden. Dass mein Team richtig Bock darauf hat, zeigt sich an der Trainingsbeteiligung und am Zusammenhalt in der gesamten Mannschaft. Dafür ein großes Dankeschön an alle Spieler und das Trainerteam."


SV Loderhof/Sulzbach (8. Platz, 24 Punkte, 7-3-7, 42:43 Tore)

Mit einem furiosen 8:1-Auswärtssieg bei der SG Eschenfelden hatte der SV Loderhof Ende April des vergangenen Jahres eindrucksvoll die Meisterschaft in der A-Klasse Nord und den direkten Aufstieg in die Kreisklasse perfekt gemacht. Was sich über Wochen abgezeichnet hatte, bestätigte die Mannschaft von Spielertrainer Oktay Türksever auch am letzten Aprilwochenende und kehrte damit nach fast zehn Jahren in die Kreisklasse zurück.

Fünf neue Gesichter präsentierte der SVL zu Beginn der Vorbereitung auf die neue Saison im Sommer 2025, zwei Spieler hatten den Verein verlassen. Wie es sich für einen Neuling geziemt, wurde der Klassenerhalt als Saisonziel genannt, wobei man im Stadtteil von Sulzbach-Rosenberg insgeheim hoffte, dass das ohne Zweifel große Potenzial der Mannschaft reicht, eine bessere Rolle zu spielen eine Etage höher. Und genau das trat auch ein: Mit Platz 8, einer ausgeglichenen Bilanz von 7 Siegen, 3 Remis und 7 Niederlagen bei 24 Punkten auf der Habenseite stellt man den besten Aufsteiger und kann mit dem Gezeigten sehr zufrieden sein. Spielertrainer Oktay Türksever blickt bei seinem ausführlichen Statement deshalb auch positiv zurück, aber auch nach vorne:

"Aus unserer Sicht können wir ein durchweg positives Zwischenfazit ziehen. Die Mannschaft hat - gerade mit Blick auf unsere Rolle als Aufsteiger - eine bemerkenswerte Entwicklung genommen und sich absolut konkurrenzfähig präsentiert. Mit einem Platz im gesicherten Mittelfeld liegen wir voll im Soll. Die Jungs liefern Woche für Woche eine super Leistung ab, arbeiten intensiv im Training und haben sich den Respekt der Liga verdient. Besonders hervorzuheben ist, wie schnell die Spieler die höheren Anforderungen angenommen haben. Wir haben in dieser Hinrunde extrem viel dazugelernt – sowohl taktisch als auch im Umgang mit schwierigen Momenten. Niederlagen haben uns nicht zurückgeworfen, sondern im Gegenteil dazu motiviert, noch enger zusammenzurücken und zielgerichtet an unseren Schwachstellen zu arbeiten. Diese Mentalität zeigt, welches Potenzial in der Truppe steckt und wie gefestigt das Team bereits in der ersten Kreisklassen-Saison wirkt.

In der Restrückrunde wollen wir den eingeschlagenen Weg konsequent fortsetzen. Vorrangig geht es darum, unsere Neuzugänge vollständig in unser Spielsystem einzubinden, damit wir im Frühjahr eine noch homogenere und variablere Mannschaft auf dem Platz haben. Gleichzeitig sehen wir die Rückrunde bereits als wichtige Weichenstellung für die kommende Saison. Die Vorbereitung wird dadurch im Grunde nur noch einmal komprimiert, weshalb es im Laufe der Rückrunde zu gezielten Rotationen im Kader kommen kann. Unser Anspruch ist es, die mannschaftliche Geschlossenheit weiter zu stärken, unsere Spielidee noch klarer zu verankern und die positiven Leistungen zu stabilisieren. Wenn uns das gelingt, sind wir überzeugt, dass wir nicht nur die Saison solide zu Ende bringen, sondern auch eine starke Basis für das kommende Spieljahr legen können."


SG SSV Paulsdorf/Freudenberg III (9. Platz, 21 Punkte, 6-3-9, 41:61 Tore)

Nach dem Abstieg aus der Kreisklasse 2024 gelang der Spielgemeinschaft nach einer bärenstark absolvierten Spielzeit in der A-Klasse Süd mit zwei Punkten Vorsprung vor dem TSV Königstein der sofortige Wiederaufstieg. Mit der Bilanz von 22 Siegen, 2 Unentschieden und nur zwei Niederlagen bei einem Torverhältnis von 115:34 holte sich die Elf von Coach Achim Beck die Ligakrone und ließ den Aufenthalt in der A-Klasse nur zu einem einjährigen Intermezzo werden.

Nach fünf, zum Teil blutjungen Verstärkungen (kein Spieler verließ den Verein) während der Sommerpause formulierten die Verantwortlichen das Saisonziel für das "Comeback" in der Kreisklasse optimistisch, nicht etwa der Ligaerhalt sollte das oberste Gebot sein, nein, ein einstelliger Tabellenplatz sollte anvisiert werden. Ein Blick auf die Tabelle zur Winterpause zeigt, dass sich die Mannschaft bislang bemüht, den Vorstellungen der Vereinsführung gerecht zu werden. So ist es auch kein Wunder, dass Coach Achim Beck ein ingesamt sehr positives Bild zeichnet:

"Wir wollten die durch den Wiederaufsteig entfachte Euphorie nutzen und mit dem neuen Schwung und dem Erfolgserlebnis in die neue Spielklasse starten. Das ist uns teilweise gelungen, wir konnten die Stabilität und die Kontinuität behaupten und konnten unser Wissensspektrum im Spielerischen und Taktischen ausbauen. Im Großen und Ganzen sind wir deshalb mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden, wir haben vieles gut gemacht, vieles hätte man besser machen können im ein oder anderen Spiel, welches verloren ging. Die Neuzugänge wurden gut integriert, das einzige was man vielleicht negativ anführen kann, ist die Trainingsbeteiligung, das Verletzungspech und das selbst schwächen durch unnötige Platzverweise. Wir stehen gut da, wollten mit dem Abstieg nichts zu tun haben, ich denke das ist gut gelungen. Wir konnten gegen die hinteren Mannschaften punkten, aber auch gegen die vorderen das ein oder andere Mal.

Für die Restrückrunde haben wir uns vorgenommen, nach einer guten Vorbereitung noch einiges Zählbares draufzulegen, hierzu gilt es, sich in allen Mannschaftsteilen cleverer zu verhalten. Dazu gehört auch eine höhere Trainingsbeteiligung als bisher, da muss sich der ein oder andere Akteur gefallen lassen, dass man sich einfach verbessern muss, um in der Kreisklasse zu bestehen, sei es vom Tempo und von der Spielumsetzung, damit wir uns nicht so schnell die Butter vom Brot nehmen lassen können. Ich bin überzeugt davon, dass wir das schaffen. Grundsätzlich wollen wir nach hinten den Abstand vergrößern und nach vorne schauen, was geht. Ein einstelliger Tabellenplatz wäre super, dann hätten wir die Saison ganz gut abgeschlossen. Mit Euphorie, Spaß und Leidenschaft wollen wir in die Restrunde starten."


SV Etzelwang (10. Platz, 20 Punkte, 5-5-7, 29:33 Tore)

Im sogenannten "ruhigen Fahrwasser" der Tabelle landete der SV Etzelwang in der Saison 2024/2025, Platz 8 stand in der Endabrechnung zu Buche. Mit einem neuen Trainer - Simon Heller kam vom SV Hahnbach - und Rückkehrer Alexander Kloos - nach einem Jahr Landesliga beim FC Amberg wieder beim SVE - sowie dem zuvor vereinslosen Tobias Wagner startete man in die Vorbereitung auf die aktuell pausierende Spielzeit, "Klassenerhalt mit Tendenz zu den oberen Plätzen" lautete das formulierte Saisonziel, für welches man nach einem bislang von Aufs und Abs durchzogenen Saisonabschnitt in den restlichen Spielen noch einiges tun muss.

Mit zwei Dreiern startete der SVE verheißungsvoll in die neue Spielzeit, allerdings wechselten in Folge die Ergebnisse regelmässig, auch bedingt durch eine fortwährende Verletztenmisere, die die Etzelwanger heimsuchte. So "dümpelte" der SVE im hinteren Tabellenmittelfeld umher, was die Verantwortlichen im Oktober dazu bewog, sich auf der Trainerposition zu verändern, Simon Heller musste wieder gehen. Mit dem Duo Sebastian Miszka/Sebastian Raum übernahm ein Trainergespann aus den eigenen Reihen, mit drei Unentschieden und zwei Niederlagen bis zur Winterpause blieb die erhoffte Wende zum Positiven allerdings aus.

Mit dem Nachholer gegen den SV Loderhof startet der SVE am 15. März in die Restrückrunde, in der er durch beständigere Leistungen dafür sorgen möchte, die ein oder andere Stufe auf der Tabellenleiter noch hochzusteigen, wie Angreifer Basti Weber, der sich für ein Statement zur Verfügung stellte, erklärt:

"Dass man hier in Etzelwang mit dem derzeitigen zehnten Platz nicht zufrieden ist, zeigt nicht zuletzt die Tatsache, dass man sich noch vor dem Winter auf der Trainerposition verändert hat. Es ist aber weder fair, noch richtig das bisherige Abscheinden nur an dieser Position fest zu machen, war man doch in der kompletten Hinrunde vom Verletzungspech verfolgt und konnte eigentlich nie in Bestbesetzung antreten. Licht und Schatten haben sich in schöner Regelmäßigkeit abgewechselt, gerade gegen Mannschaften aus der vorderen Tabellenregion konnten ansprechende Leistungen und gute Ergebnisse abgerufen werden. Allerdings wurde auch in Spielen gegen vermeindlich schlagbare Gegner nicht das volle Leistungspotential abgerufen und so gingen diese dann auch verdientermaßen verloren. Für die Restrückrunde gilt es, die Verletzungssorgen in den Griff und mehr Konstanz in das eigene Spiel zu bekommen. Dann sollte es durchaus möglich sein, sich noch um den ein oder anderen Platz in der Tabelle zu verbessern." Am Dreikönigstag nun verkündete der SVE, dass Sven Kronhöfer (zuletzt beim FC Großalbershof) ab sofort das Traineramt übernehmen wird.

Aufrufe: 012.1.2026, 08:10 Uhr
Werner SchaupertAutor