
Es war eine Ausnahmeleistung, die aber von Brillanz und Schmerz gleichermaßen gezeichnet war. Bevor Katharina Schmidt das Feld beim 5:1-Erfolg vom SC Eintracht Miersdorf/Zeuthen gegen Turbine Potsdam III verletzt verlassen musste, krönte sie ihre Leistung mit einer berauschenden ersten Halbzeit. Die Wahl zur FuPa-Spielerin der Woche in Brandenburg beleuchtet jedoch nicht nur eine überragende sportliche Momentaufnahme, sondern auch die tiefe Verbundenheit zu ihrem Verein und dessen Nachwuchsarbeit.
Die überraschende Ehrung zur FuPa-Spielerin der Woche traf die Spielmacherin unvorbereitet, denn ihr Einsatz endete schmerzhaft früh. Bereits nach 45 Minuten musste Schmidt, die bis dahin der entscheidende Faktor gewesen war, verletzungsbedingt ausgewechselt werden.
Bis zum Seitenwechsel hatte ihre Mannschaft die Gegnerinnen jedoch förmlich überrollt und sich eine 4:0-Führung herausgespielt. Die Mannschaft nutzte das frühe Momentum gnadenlos aus: „Wir haben endlich unsere Torchancen genutzt und vor allem mit der frühzeitigen Führung den Potsdamerinnen auch schnell den Stecker gezogen.“
Obwohl sie am liebsten tief im zentralen Mittelfeld auf der Sechs agiert, avancierte sie in dieser einen Hälfte zur spielentscheidenden Akteurin. Zwei Vorlagen und ein eigener Treffer krönten ihre Gala-Vorstellung. „Ich durfte meinen Beitrag leisten mit den Vorlagen zu den ersten beiden Toren und dem Kopfballtreffer nach einer Ecke zum 3:0“, beschreibt sie ihre außergewöhnliche Leistung auf dem Rasen.
Für die Strategin sind solche Momente ein emotionales Highlight: „Da ich im Mittelfeld spiele, erziele ich nicht ganz so viele Treffer und freue mich über jeden einzelnen, vor allem, wenn es auch wichtige oder spielentscheidende Treffer sind.“
Ihr Herz schlägt ausnahmslos für den SC Eintracht Miersdorf, wo sie seit nunmehr über zehn Jahren unverzichtbar ist. „Ich bin seit 2014 im Verein, und nicht nur mein Herz schlägt für Miersdorf, sondern auch meine ganze Familie spielt im Verein Fußball“, erzählt sie voller Hingabe.
Diese Liebe drückt sich vor allem in der Förderung der nächsten Generation aus: „Gerade der Frauen- und Mädchenbereich liegt mir sehr am Herzen, und mit vielen tollen Trainerkollegen bilden wir gemeinsam Mädchen aus der Region aus. Der Verein unterstützt uns dabei in jeglicher Hinsicht. Es ist einfach ein tolles Miteinander.“
Trotz der individuellen Auszeichnung bleibt der Blick auf die Tabelle der Landesliga von kleinen Sorgenfalten geprägt. Der aktuelle fünfte Platz entspricht nicht ganz den Träumen der Mannschaft. „Ursprünglich hatten wir das obere Tabellendrittel im Visier. Aufgrund vieler verletzungsbedingter Ausfälle, vor allem auch in der Offensive, wird es schwer für uns werden“, ordnet sie ein. Dennoch lässt sich das Team nicht entmutigen: „Entsprechend schauen wir von Spiel zu Spiel und hoffen, für die eine oder andere Überraschung zu sorgen.“
Für die eigene Zukunft hat die Regisseurin klare, von Fürsorge geprägte Visionen entwickelt. „Mittelfristig möchte ich verletzungsfrei bleiben und der Mannschaft noch auf dem Platz helfen“, lautet ihr größter Wunsch. Irgendwann soll sich dann der Kreis ihrer Hingabe schließen: „Langfristig möchte ich dann den Staffelstab an unsere Nachwuchsmädels weitergeben und bin hoffnungsvoll, dass sie bei mir im Training etwas lernen konnten.“
Um bis dahin die nötige Kraft zu tanken, findet sie abseits des Fußballs Ruhe: „Ich mag Wintersport, liebe es, im Garten zu werkeln und genieße jede freie Zeit mit meiner Familie... Auch gern mal ohne Fußball.“