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"Katastrophen-Entscheidung" leitet Homberger Niederlage ein

Nach drei Liga-Erfolgen in Serie musste sich der VfB Homberg beim SC St. Tönis klar mit 0:4 geschlagen geben. Ein Rückschlag im Kampf um wichtige Punkte in der Oberliga Niederrhein. Die Homberger rutschten somit auf den vierten Tabellenplatz ab und haben nun vier Punkte Rückstand auf die Spitze.

von Tristan-Yannick Benten · 13.10.2025, 10:00 Uhr · 0 Leser
Homberg verliert deutlich gegen den SC St. Tönis
Homberg verliert deutlich gegen den SC St. Tönis – Foto: Jens Terhardt

Im Kampf um die oberen Tabellenränge musste der VfB Homberg einen Dämpfer hinnehmen. Im Duell mit dem SC St. Tönis verloren die Homberger deutlich mit 0:4. Dabei war die Partie lange offen, bis der VfB in den letzten zehn Spielminuten drei Gegentreffer kassierte. Ein Gegentor wurmte den Übungsleiter des VfB dabei besonders. Cheftrainer Stefan Janßen gab ein Statement zum Spiel ab.

Homberg hat den Ball, St. Tönis macht das Tor

"Es war ein sehr kurioses Spiel, weil wir immer den Ball hatten und der Gegner sich 90 Minuten aufs Kontern verlegt hat und man muss ehrlicherweise sagen, das haben sie sehr gut gemacht. In den ersten 15 Minuten kam der Gegner so gut wie gar nicht aus der eigenen Hälfte", sagte Janßen über die Partie. Das Tor erzielten trotzdem die Gäste durch ein bitteres Eigentor von Ariyoh Yussuf Ayinla (16.). "Über die rechte Seite, scharfe Flanke nach innen - unser Abwehrspieler am zweiten Pfosten wollte den Ball klären, Ari Ayinla, rutscht aus und grätscht den Ball ins eigene Tor", schilderte der Trainer des VfB.

In der Folgezeit hatten die Homberger weiterhin viel Ballbesitz - allerdings ohne sich dabei gefährliche Chancen zu kreieren. St. Tönis konzentrierte sich auf das Kontern und kam in zwei Situationen zu guten Möglichkeiten, die jedoch ungenutzt blieben. Am Ende der ersten Hälfte hatten die Gäste dann die ersten offensiven Aktionen. "Doppelchance nach einer Ecke. Kriegen den Ball aber nicht im Tor unter, beim zweiten Nachschuss rettet der Gegner auf der Linie", erklärte Janßen. Somit ging es mit einer 1:0-Führung der Heimmannschaft in die Halbzeitpause.

Fragwürdiger Pfiff sorgt für Unverständnis

"Mit Beginn der zweiten Halbzeit, genau das gleiche Spiel. Wir waren aber etwas druckvoller vor dem Tor", äußerte Janßen. Sein Team spielte sich einige Chancen in der Anfangsphase der zweiten Halbzeit heraus, die allerdings nicht zwingend genug waren. Daraufhin kam es zu einem Pfiff, der für Unverständnis auf der Homberger Seite sorgte. "Sehr gutes Spiel von uns und dann kommt die absolut spielentscheidende Situation. Flanke in unseren Strafraum, der geht hinten am Strafraum raus. Younes Mouadden spielt einen sauberen Zweikampf, will mit dem Ballgewinn nach vorne spielen und der Schiedsrichter entscheidet auf Elfmeter", beschrieb Janßen die Aktion. Weiter führte er aus: "Meine Reaktion war sofort dem Linienrichter zu sagen, dass er es sehr gut sehen konnte. Der Schiedsrichter steht in der Situation hinter der Aktion, sieht also nur von hinten und kann die Situation gar nicht richtig einschätzen in meinen Augen. Aber der Linienrichter sieht es klar, genau wie wir, unsere komplette Bank und die komplette Bank des Gegners."

Am Ende wurde der Strafstoß jedoch nicht zurückgenommen, da es keinen Funkkontakt innerhalb des Schiedsrichterteams gab. Eine Entscheidung mit der Janßen überhaupt nicht zufrieden war. "Meiner Aufforderung nach an den Linienrichter, dass er dem Schiedsrichter einen Hinweis geben muss über Funk, ist er nicht gefolgt und da muss ich sagen, das war sehr feige vom Linienrichter, diese klare Fehlentscheidung seinem Chef nicht mitzuteilen", erklärte der 55-Jährige. Auch bei den Spielern von St. Tönis gab es eine Reaktion auf "das Geschenk des Schiedsrichters". "Jeder hat sich umgedreht und gelacht, weil jeder genau gesehen hat, dass es eine absolute Fehlentscheidung war", erzählte der Chefcoach des VfB über die Antwort der gegnerischen Bank auf den Elfmeter. Den Strafstoß verwandelte Mario Knops souverän zum 2:0 der Gastgeber (80.).

Florez bringt die Entscheidung

In den letzten zehn Minuten der Partie versuchte Homberg alles um den Anschlusstreffer zu erzielen, allerdings ohne wirklich gefährlich zu werden. Der SC konterte weiterhin munter und erzielte durch Julian Andres Suaterna Florez (83.) die Entscheidung, ehe Kohei Nakano (87.) den 4:0-Endstand bescherte.

"Wir gratulieren natürlich als fairer Verlierer und wir wissen auch nicht, wie das Spiel weiter gegangen wäre auch ohne diese Elfmeterentscheidung. Aber mit Sicherheit wäre es nicht so klar ausgegangen", sagte Janßen. Er ergänzte: "Mit Sicherheit wäre es auch nicht schlimm wenn ein Linienrichter einen Schiedsrichter auch mal aufmerksam macht, aber da fehlt mir so ein bisschen der Mumm beim Linienrichter da etwas zu sagen. Der Schiedsrichter hätte immer noch so entscheiden können, wenn er sich sicher war, aber ich glaube, dass wenn der Linienrichter mit der klaren Sicht auf den Ball was gesagt hätte, dann hätte er den Elfmeter zurückgenommen." Abschließend sagte er noch folgendes zu der Elfmeter-Thematik. "Ich halte von Marco Lechtenberg sehr viel, aber heute war das meiner Meinung nach eine Katastrophen-Entscheidung."

Schlussendlich verloren die Gäste, allen voran durch die Konter der Hausherren, deutlich mit 0:4. "Dass wir 4:0 am Ende verlieren muss auch nicht sein. Der Gegner hat natürlich eine riesen Qualität im Umschaltspiel. Wir müssen jetzt mit der haushohen Niederlage leben und klar kommen. Jetzt müssen uns zwei Tage davon erholen und ab Dienstag geht es im Training dann in die Vorbereitung auf den nächsten Gegner", stellte Janßen klar. Am kommenden Spieltag erwartet den VfB Homberg ein Aufsteiger, denn es geht gegen die Holzheimer SG. Ob die Spieler des VfB dann eine Reaktion zeigen werden, bleibt abzuwarten.