
Wenn Lichtenberg 47 am 30. Mai die Saison im heimischen Zoschke beendet, wird es auch einen emotionalen Abschied geben.
Wenn man an Lichtenberg 47 denkt, kommt einem sicherlich die HOWOGE-Arena Hans Zoschke in den Sinn. Aber auch Gesichter verbindet man mit dem Verein. Zum Beispiel das von Christian Gawe, der im vergangenen Sommer zu L47 zurückkehrte, inzwischen seine 13. Saison in rot-weiß spielt. Noch länger im Verein ist Sebastian Reiniger.
Doch der hat nun sein Karriereende angekündigt. "Bobby" wurde beim 1. FC Union Berlin ausgebildet, welche 2011 von der damals noch bestehenden U23 der Köpenicker zu Lichtenberg 47, ist seither Teil des Teams, hat die Wege aus der Berlin-Liga hoch in die Regionalliga Nordost mitgemacht. Als Innenverteidiger gestartet hat Reiniger im Laufe seiner Karriere den Weg nach vorn gefunden, läuft inzwischen als Mittelstürmer auf und konnte seinen Torriecher über Jahre hinweg beweisen. In der laufenden Spielzeit hat der Kapitän 13 Tore beigesteuert und damit keinen kleinen Anteil daran, dass Lichtenberg weiterhin von der Rückkehr in die vierte Liga träumen darf.
Doch diesen Weg würde Reiniger nicht mitgehen. Zumindest nicht als Spieler. In einem Instagram-Video verkündete der 37-Jährige das Ende seiner beeindruckenden Karriere bei Lichtenberg 47 zum Saisonende. Nach dann 15 Jahren im Verein hängt er die Schuhe an den Nagel. „Es ist der Zeitpunkt gekommen, meine aktive Zeit als Fußballer zu beenden. Und ehrlich gesagt fühlt es sich komisch an. Und es wird schwer sein loszulassen. Weil Fußball nicht einfach nur mein Hobby ist. Es ist ein Lebensgefühl, ein Rhythmus und ein Teil meiner Identität. Und L47 ist dabei ein ganz besonderer Teil. Etwas, auf das ich extrem stolz bin. Das hier ist ein Stück Heimat für mich", erklärt Reiniger.
Dem Verein bleibt Reiniger in einer anderen Funktion erhalten. Näher benannt ist diese bisher nicht. Doch dafür ist auch noch Zeit, denn "Bobby" hat mit Lichtenberg zuvor noch etwas vor: „Lasst uns gemeinsam die letzten Wochen genießen und alle Kräfte bündeln."
Drei Spiele stehen in der NOFV Oberliga noch an. Darunter die Heimspiele gegen den Berliner AK und am letzten Spieltag gegen Tennis Borussia, bei dem Reiniger sicherlich einen höchst emotionalen Abschied erhält. Sportlich haben die 47er einen Zähler Rückstand auf Tabellenführer Tasmania, müssen auf einen Patzer der Neuköllner hoffen, um einen möglichen Wiederaufstieg noch realisieren zu können.