
Der TSV Eintracht Karlsfeld kassierte eine bittere Niederlage. Nun beträgt der Rückstand auf die Nichtabstiegsplätze sechs Punkte.
Die Ausgangslage vor dem Nachholspiel beim SB Chiemgau Traunstein war klar: Bei einer Niederlage würde der Konkurrent im Abstiegskampf auf acht Punkte enteilen. Eine Drucksituation für den TSV Eintracht Karlsfeld, die in der ersten Hälfte zu lähmen schien. Karlsfeld geriet in Rückstand, vergab danach mehrere gute Chancen – und hat deshalb mit 0:2 verloren.
„So langsam weiß ich nicht mehr, was ich nach den Spielen sagen soll“, sagte Eintracht-Coach Florian Beutlhauser, denn dieser Spielverlauf wiederholt sich derzeit – und das ist gefährlich.
Die Karlsfelder wussten, dass sie in Traunstein gegenüber den vergangenen Wochen zulegen müssen. Der Gegner steckt zwar ebenfalls noch im Abstiegskampf, hat sich nach sieben Punkten in drei Spielen nach der Winterpause aber ein kleines Polster verschafft. Als die Kugel dann rollte, waren es auch die Traunsteiner, die zunächst den Takt vorgaben – auch, weil es die Eintracht zuließ. „Wir waren überhaupt nicht da. Sie haben uns reingedrückt“, sagte Beutlhauser. Auch wenn Großchancen fehlten, strahlte Traunstein mehr Gefahr aus.
Als die Karlsfelder dann etwas besser ins Spiel fanden und die Partie vor sich hinplätscherte, erlaubten sie sich einen folgenschweren Ballverlust. Traunstein schaltete schnell um, doch zunächst konnte Lukas Paunert den Angriff mit einer Grätsche stoppen. Der Ball sprang allerdings nicht zu einem Mitspieler, sondern zu Andrii Pelypenko. Der machte einen Haken und schloss überlegt zum 1:0 ab (30.). „Erst danach sind wir aufgewacht“, bemerkte Beutlhauser. Plötzlich hatten die Gäste Topchancen: Zunächst köpfte Paunert an die Latte, ehe Roman Gertsmann aus 16 Metern bei freier Schussbahn verzog. Der Ausgleich war möglich – aber er fiel nicht.
Nach dem Seitenwechsel spielten fast nur noch die Karlsfelder. Die Eintracht baute Druck auf, erarbeitete sich weitere gute Gelegenheiten, doch im Abschluss fehlte die Präzision. Außerdem wurde ein Treffer wegen einer Abseitsstellung aberkannt – eine enge Entscheidung. Die Zeit lief den Gästen davon. Und als Traunstein in der 87. Minute durch Genti Krasniqi auf 2:0 erhöhte, war die Partie entschieden.
„Wir können der Mannschaft wieder wenig vorwerfen, außer, dass wir die erste Hälfte verschlafen haben. Danach war es fußballerisch nicht verkehrt“, sagte Beutlhauser, der aber auch klare Worte wählte: „Fußball ist ein Ergebnissport: Da zählen die Tore – und die machen wir nicht. Wenn du so viele Chancen vergibst und hinten immer einen kassierst, reicht es einfach nicht. Das hat auch mit der Qualität zu tun.“
Die Eintracht verlor das Spiel und hat nun acht Punkte Rückstand auf Traunstein. Auf die Nichtabstiegsplätze sind es sechs Zähler. „Klar, der Abstand wird größer und die Spiele werden weniger. Wir sind aber gestern nicht abgestiegen“, so Beutlhauser, der auf eine Reaktion am Samstag beim TSV Grünwald hofft.