
Die Fußballer des TSV Eintacht Karlsfeld sind in die Bezirksliga abgestiegen – nach knapp zehn Jahren in der Landesliga. Am vergangenen Samstag verloren sie das Relegationsrückspiel gegen den FC Aschheim daheim 2:3 (2:2). Aus dem Hinspiel hatten die Karlsfelder schon eine 0:2-Hypothek mit in die Partie genommen.
Aschheim hat ein paar Granaten im Kader. Diego Contento zum Spiel, der mit dem FC Bayern München alles gewonnen hat, was es zu gewinnen gibt. Oder Mehmet Ekici, auch er ein Ex-Profi.
Beide spielten am Samstag nicht mit. Aber Antonio Saponaro. Mit 23 Volltreffern war der Mittelstürmer der Aschheimer Torschützenkönig der Bezirksliga Oberbayern Ost geworden. Beim 2:0-Hinspielsieg in Aschheim erzielte Saponaro beide Tore. Und am Samstag war er von der Karlsfelder Defensive abermals nicht einzufangen.
Nach einer Viertelstunde traf Saponaro nach einem der extrem weiten Einwürfe seines Teamkollegen Hannes Wimmer zur Führung für die Gäste. Eine Viertelstunde später waren die Karlsfelder nach einem schnell ausgeführten Freistoß wieder nicht im Bilde, Saponaro, ein Knipser vor dem Herrn, traf aus der Drehung. „Wir sind durch zwei billige Tore in Rückstand geraten“, so der Kommentar von Eintracht-Trainer Florian Beutlhauser.
Machte in Summe ein 0:4. Wie sollten die Karlsfelder das in der noch verbleibenden Stunde bloß aufholen? Doch tatsächlich fanden sie heraus, was den tief stehenden Aschheimern nicht behagte: hohe Bälle in den Strafraum. Erst traf Roman Gertsmann per Kopf (36.), dann Innenverteidiger Lukas Paunert in der Nachspielzeit der ersten Hälfte nach einer Ecke, ebenfalls per Kopf.
Noch zwei Tore also, das war schon eher im Bereich des Möglichen.
Der TSV Eintracht Karlsfeld hob nach der Pause an zur Aufholjagd. In der 52. Spielminute kam Fabian Barth bei einer scharfen Hereingabe einen Schritt zu spät. Es gab weitere Möglichkeiten, weil bei jedem Eckball, bei jeder Flanke Panik ausbrach in der Aschheimer Defensive. Die Gäste zogen sich gegen drückende Karlsfelder, die bis zu 75 Prozent Ballbesitz hatten, noch weiter zurück, wagten sich nur mehr selten in die Eintracht-Hälfte.
Doch wenn sie es taten, wurde es gefährlich. In der 59. Minute hatten die Karlsfelder Glück, dass Saponaro nur den Pfosten traf.
Die Karlsfelder blieben optisch überlegen, wirklich zwingende Torchancen gab es jedoch nicht mehr. Um den Aschheimer Riegel zu knacken, fehlten ihnen die spielerischen Mittel.
So lief den Gastgebern die Zeit davon, die Moral ging in den Keller, zumal bei den hohen Temperaturen. Als Marcel Schütz in der 85. Minute Karlsfeldes Torhüter Dario Schmucker mit einem feinen Schlenzer ins lange Eck überwand, war längst entschieden, wer in die nächste Relegationsrunde einziehen würde. Karlsfeld nicht.
Kurz vor dem Ende schickte Beutlhauser Fabian Schaeffer für Thomas Ettenberger aufs Feld. Die späte Einwechslung war mehr als nur eine Randnotiz – viel mehr. Die paar Minuten bildeten für Schaeffer das letzte Pflichtspiel. Schon bei der Verkündigung der Aufstellung war er als „Karlsfelder Legende“ bezeichnet worden. Zu Recht: In zwanzig Jahren Erste machte Schaeffer rund 500 Pflichtspiele für die Eintracht. Eine würdige Verabschiedeung kommt noch.
Auf Schaeffers Dienste muss das Eintracht-Trainer-Duo Florian Beutlhauser und Florian Hönsich in der kommenden Bezirksliga-Saison also verzichten. Doch der 38-jährige Routinier ist der einzige Abgang.