
Der TuS Wagenfeld hat in der Bezirksliga für eine große Überraschungen gesorgt. Mit einem 1:0-Heimsieg gegen den VfR Evesen beendete die Mannschaft von Trainer Michael Hohnstedt nicht nur die beeindruckende Serie des Favoriten, sondern wurde auch zum ersten Team der Saison, das Evesen überhaupt besiegen konnte.
„Die Sonne scheint über Wagenfeld, und ich glaube, was wir gestern geleistet haben, lässt sich kaum in Worte fassen“, sagte Hohnstedt. „Wir sind die erste Mannschaft, die Evesen in dieser Saison geschlagen hat – und das auf eine Art und Weise, vor der man der Mannschaft wirklich den Hut ziehen muss.“
Wagenfeld begann mutig und setzte den Favoriten früh unter Druck. Dabei musste der TuS kurzfristig auf Chris Brüggemann verzichten, der wegen eines abgerissenen Zehnagels ausfiel. „Unser Top-Stürmer und Torjägerlistenführer hat gefehlt, trotzdem hatten wir sofort einen klaren Plan“, erklärte Hohnstedt.
Bereits in der Anfangsphase erspielten sich die Gastgeber zwei große Möglichkeiten. Zunächst scheiterte Giorgio Ronzetti, dessen Abschluss auf der Linie geklärt wurde, anschließend prüfte Alexander Nandzik den Evesener Torwart mit einem gefährlichen Schuss.
In der 27. Minute änderte sich die Partie grundlegend. Jan-Ole Fiedler stolperte im Laufduell und brachte seinen Gegenspieler zu Fall – der Schiedsrichter entschied auf Notbremse und zeigte die Rote Karte. „In dem Moment denkt man natürlich, dass der Plan komplett kippt“, sagte Hohnstedt. „Du musst fast 70 Minuten in Unterzahl gegen eine der spielstärksten Mannschaften der Liga verteidigen.“ Wagenfeld reagierte taktisch sofort. „Wir haben auf zwei enge Viererketten umgestellt und Ronzetti vorne allein gelassen“, erklärte der Trainer. „Ab da war es eine unglaubliche Laufleistung, viel Kommunikation und extrem viele Zweikämpfe.“
Kurz vor der Halbzeit belohnte sich der TuS für seinen Einsatz. Nach einer Ecke von Alexander Nandzik stieg Kapitän André Krause am zweiten Pfosten hoch und köpfte zum 1:0 ein (45.). „Das war natürlich der perfekte Zeitpunkt“, sagte Hohnstedt.
Auch nach der Pause hielt Wagenfeld dem Druck stand. Mit großem Einsatz verteidigten die Gastgeber die Führung und setzten selbst immer wieder Nadelstiche. „Wir haben sie damit richtig in Verzweiflung gebracht“, erklärte Hohnstedt. „Sie sind einfach nicht mehr in ihr Spiel gekommen.“ In der Schlussphase hatte Wagenfeld sogar noch Chancen auf das zweite Tor. Unter anderem scheiterte Finn-Arne Plümer nach einem Ball hinter die Kette, während eine weitere Gelegenheit aus kurzer Distanz vom Evesener Keeper vereitelt wurde.
Das größte Lob kam laut Hohnstedt sogar vom Gegner. „Sie haben gesagt, dass wir extrem unangenehm zu bespielen waren – giftig, bissig, eklig, aber immer im Rahmen.“
Der Trainer war vor allem von der Mentalität seiner Mannschaft beeindruckt. „Wenn man bedenkt, dass wir über mehr als 100 Minuten kaum etwas zugelassen haben und das über 70 Minuten in Unterzahl, zeigt das, was in dieser Mannschaft steckt.“
Trotz des historischen Erfolgs will Hohnstedt den Sieg richtig einordnen. „Jetzt genießen wir das natürlich erst einmal. Aber wir dürfen uns darauf nichts einbilden. Die nächsten Spiele werden nicht einfacher.“
Der TuS steht nach dem Erfolg mit 34 Punkten auf Platz drei der Tabelle – und hat mit dem Sieg gegen den Favoriten ein deutliches Zeichen gesetzt. „Dieser Sieg zeigt, was mit dieser Mannschaft möglich ist“, sagte Hohnstedt. „Aber er zeigt auch, dass wir weiterhin hart arbeiten müssen.“
TuS Wagenfeld 1908 – VfR Evesen 1:0
TuS Wagenfeld 1908: Mario Nolting, Alexander Nandzik (89. Alin-Nicolae Faur), Daniel Umeh Oduweku (87. Fabian Cieslack), Jan-Ole Fiedler, Ole Fortkamp, Maximilian Michael Steiner, Andre Krause, Felician Günther, Daniel Zimmermann (63. Finn-Arne Plümer), Giorgio Ronzetti (74. Lars Schulze), Luca Storck (74. Tamme Alscher) - Trainer: Michael Hohnstedt
VfR Evesen: Joey Bolm, Samuel Pentke, Gabriel Khalaf (77. Abdülkadir Özden), Nico Stolte (77. Philipp Spannuth), Fin Alack, Lennard Heine, Cedric Schröder (62. Saif Hussain), Luca Sanapo, Philipp Rohde (62. Lukas Urbansky), Shaalan Khairi, Civan Ertem (77. Hassan Ghonaim) - Co-Trainer: Yasin Korkmazyigit - Co-Trainer: Julian Lüders (geb. Knickmeier) - Trainer: Burak Buruk
Schiedsrichter: Luke Mach
Tore: 1:0 Andre Krause (45.)
Rot: Jan-Ole Fiedler (27./TuS Wagenfeld 1908/)