2026-05-29T11:52:36.002Z

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Kapitän Fabio Forster will sich einen letzten Wunsch erfüllen

Es sind emotionale Tage für den Führungsspieler des Oberligisten. Er feiert seinen 35. Geburtstag und steht mit seinem Team vor einer besonderen Partie. Das sagt Fabio Forster zur Lage im Abstiegskampf, seinem letzten Heimspiel und seiner Zeit am Bresserberg.

von Joachim Schwenk · Heute, 08:30 Uhr · 0 Leser
Forster verlässt Kleve im Sommer
Forster verlässt Kleve im Sommer – Foto: Arno Wirths

Fabio Forster ist erst in den letzten Tagen richtig bewusst geworden, welcher Zeitpunkt immer näher rückt. Die angespannte sportliche Lage des 1. FC Kleve, der sich seit Wochen mit beachtlichem Erfolg gegen den Abstieg aus der Oberliga wehrt, hat die Gedanken daran etwas verdrängt. Doch über die Pfingsttage gab es ein wenig Zeit, in Sachen Fußball durchzuschnaufen. „Da habe ich schon darüber nachgedacht, was in wenigen Tagen nach 18 Jahren enden wird“, sagt Forster.

Verein verabschiedet einige Spieler am Sonntag um 14 Uhr

Der Mann mit der Nummer sechs auf dem Rücken wird den 1. FC Kleve am Sonntag, 15 Uhr, im Heimspiel gegen ETB Schwarz-Weiß Essen zum letzten Mal als Kapitän ins Stadion am Bresserberg führen – das Ende einer Ära. Forster und einige Teamkollegen werden schon am Sonntag, 14 Uhr, verabschiedet, Einlass ist bereits ab 13.30 Uhr.

Eine Woche später steht beim VfB Homberg Forsters letzter Auftritt im Klever Trikot und, so hoffen er und seine Teamkollegen, vielleicht ein Endspiel im Abstiegskampf an. Anschließend verabschiedet sich ein Akteur, der über viele Jahre das Gesicht des Teams war. Kapitän Fabio Forster geht von Bord und wird künftig für den 1. FC Lintfort in der Landesliga auflaufen.

„Es herrscht bei mir absolute Freude über die 18 Jahre beim 1. FC Kleve“

Der Abschied vom 1. FC Kleve fällt Fabio Forster, seit Donnerstag 35 Jahre alt, schwer. „Es werden durchweg positive Empfindungen bleiben, auch wenn die derzeitige sportliche Situation schwer ist. Es gibt nicht so viele Dinge, die 18 Jahre halten – es herrscht bei mir absolute Freude über diese Zeit“, sagt Forster, der sich noch einen letzten Wunsch erfüllen will. Er will sich mit dem Klassenerhalt in der Oberliga von dem Verein verabschieden, an dem sein Herz hängt.

Zwei Spieltage vor Schluss lebt die Hoffnung weiter beim 1. FC Kleve. Die Mannschaft, von vielen Konkurrenten vor dem Start als Abstiegskandidat Nummer eins eingestuft, wurde in dieser Saison bereits einige Male abgeschrieben. Sie kam immer wieder zurück. Nach sechs Partien in Folge ohne Niederlage könnte es zum Ligaverbleib reichen, wenn die letzten beiden Partien gewonnen werden.

„Wir wollen Essen schlagen, um ein Endspiel in Homberg zu haben“

Fabio Forster glaubt daran, dass er auch sein letztes Ziel mit dem 1. FC Kleve erreichen wird. Als Jugendspieler hat er davon geträumt, die Mannschaft „einmal als Kapitän ins Stadion oben auf dem Berg zu führen“. Jetzt will er einen Oberligisten verlassen.

„Ich vertraue den Jungs. Wir schaffen das, denn wir haben in dieser Saison schon so viele Hürden genommen“, sagt Forster. Vor wenigen Tagen ist dem 1. FC Kleve ein weiteres Hindernis in den Weg gestellt worden. Nach dem Abstieg von Fortuna Düsseldorf aus der Zweiten Liga müssen vier statt drei Oberligisten runter in die Landesliga.

„Wir haben immer gesagt, dass wir die letzten beiden Spiele gewinnen müssen. Daran hat sich nichts geändert. Wir wollen Essen am Sonntag schlagen, damit wir ein Endspiel in Homberg haben. Und wir haben das Zeug dazu, weil die Stimmung im Team weiter sehr gut ist. Das ist Verdienst von Umut Akpinar und seinem Trainerteam“, so Forster.

Ein Loblied auf Trainer Umut Akpinar

Der Kapitän singt ein Loblied auf den Coach. „Ich habe mit Ausnahme von meinem Vater von keinem Menschen so viel gelernt wie von Umut Akpinar. Ich habe auch neben dem Sport viele Werte von ihm mitbekommen. Ihn zeichnet seine vorbildliche Menschlichkeit aus. Er ist ein Trainer mit großer fußballerischer Erfahrung, der die Kabine sehr gut lesen kann“, sagt Forster.

Die Komplimente gibt es von Umut Akpinar umgehend zurück. „Fabio Forster ist ein Kapitän, wie man ihn sich wünscht. Er ist ein absoluter Leader auf und neben dem Platz, der als Fußballer eine unheimliche Ausstrahlung hat“, sagt der Coach, der mit dem Linksfuß noch in einem Team gespielt hat. Später übernahm Forster von Akpinar die Kapitänsbinde. Die Geschichte könnte sich fortsetzen.

Fabio Forster will irgendwann als Trainer arbeiten

Denn eine Rückkehr von Fabio Forster zum 1. FC Kleve scheint in anderer Funktion nicht ausgeschlossen zu sein. „Ich weiß zwar noch nicht, wann ich meine Laufbahn als Spieler beenden werde. Doch der Zeitpunkt rückt näher. Und ich möchte dann irgendwann definitiv als Trainer arbeiten“, sagt der Lehrer, der Deutsch und Sport am Moerser Gymnasium in den Filder Benden unterrichtet.

Doch erst einmal ist Fabio Forster froh, wenn diese Spielzeit vorbei ist. „Das Jahr war mental sehr schwierig für mich, weil von Anfang an Druck auf dem Kessel war“, sagt der 35-Jährige. Beim 1. FC Lintfort könnte es entspannter für ihn werden. „Siege oder Niederlagen mit dem 1. FC Kleve werden immer anders auf mich wirken als bei einem anderen Verein. Wenn wir derzeit verlieren, ist es bei uns zu Hause bis dienstags schon einmal sehr ruhig“, sagt Forster.

Er hofft, dass dies in den nächsten beiden Wochen im Hause Forster nicht der Fall sein wird. Schließlich sind Siege jetzt Pflicht für den 1. FC Kleve, der am Sonntag einige Akteure ersetzen muss. Das Problem: In Philipp Divis, Dominik Burghard, Timo Sanders (alle verletzt) und Elidon Bilali (Gelbsperre) fallen vier der sieben Abwehrspieler im Kader aus. Zudem fehlt Stürmer Ole Kook (Gelbsperre). Dafür ist der zuletzt gesperrte Juliano Ismanovski wieder dabei.