
Der TSV Kronshagen hat mit dem 3:1 gegen den TSV Friedrichsberg-Busdorf in der Landesliga Schleswig keinen Meilenstein erreicht, aber mit drei Punkten einen guten Schritt in Richtung Klassenerhalt gemacht. Zudem überflügelte das Team um Chefcoach Coskun Yamak und den spielenden Co-Trainer Erdogan Cumur den punktgleichen Gast in der Tabelle und verschaffte sich im Kellerduell wertvolle Luft.
Dass dieser Erfolg am Ende einer leidenschaftlichen Abwehrschlacht glich, lag an einer frühen Roten Karte für Kronshagens Ole Sand. Für die Hausherren war es somit auch ein Sieg der Moral.
Die Partie begann für Kronshagen turbulent, noch bevor der erste Ball rollte. Mittelfeld-Motor Nick Rixen knickte beim Aufwärmen um und musste kurzfristig passen. Für ihn rückte Rekonvaleszent Prempton Jasari in die Startelf – ein Wechsel, der sich als Glücksgriff erweisen sollte.
Den Gast aus Schleswig hatte es personell härter getroffen. Auf der Bank waren noch ein paar Slots frei, die ad hoc wenigstens durch einen Spieler der zweiten Mannschaft belegt werden konnte.

Nichtsdestotrotz stand auf dem Kunstrasenplatz eine Elf, die in der Vorwoche in ähnlicher Formation beim SVE Comet Kiel mit einem 2:1 wichtige Punkte für den Klassenerhalt sammelte. Der TSV Kronshagen holte sich einen verdienten Punkt gegen das Spitzenteam Frisia Risum-Lindholm.
Kronshagen legte einen klassischen Blitzstart hin: Noch keine 60 Sekunden waren gespielt, als Lucas Sylla scharf und flach nach innen passte. Rune Möller stand im Zentrum goldrichtig und vollendete zum 1:0. Die Gastgeber blieben am Drücker und nutzten die zaghafte Zweikampfführung der Friedrichsberger konsequent aus. In der 13. Minute bediente Möller den eingerückten Jasari, der zum 2:0 einschob. „Wir sind sehr gut reingekommen und hatten ein gutes Polster“, bilanzierte Yamak den souveränen Beginn.
Doch die Sicherheit währte nur kurz. In der 20. Minute vertändelte Ole Sand als letzter Mann den Ball gegen Daniel Schubert und wusste sich nur noch mit einem Foul zu helfen. Schiedsrichter Torge Feldt zögerte keine Sekunde und zückte die Rote Karte.

„Dann kam leider alles anders“, so Yamak. „Wir mussten auf ein 4-4-1 umstellen und extrem lange Wege gehen, weil der Gegner das Spiel breit gemacht hat, um uns auseinanderzuziehen.“ Über 70 Minuten agierte der TSV fortan in Unterzahl.
Friedrichsberg, das nach dem Platzverweis die Spielkontrolle vollständig übernommen hatte, gelang in der 59. Minute durch Daniel Moellner der Anschlusstreffer zum 1:2, was eine dramatische und spannende Schlussphase einläutete.
In der Defensive warfen sich die Kronshagener nun in jeden Ball. Friedrichsberg drängte auf den Ausgleich, ließ jedoch die nötige Präzision vermissen oder scheiterte am eigenen Unvermögen. Kurz vor dem Abpfiff wurden die Schleswiger Bemühungen schließlich bestraft.

r eingewechselte Peeke Schmitz trieb einen Konter voran und legte im Strafraum quer auf Lucas Sylla. Dieser bewies Nervenstärke, nahm den Ball an und schlenzte ihn zum 3:1-Endstand in den langen Winkel (89.).
Trainer Coskun Yamak war nach dem Schlusspfiff sichtlich stolz auf sein Team: „Aus meiner Sicht ist es ein verdienter Sieg. Die Jungs haben über 60 Minuten in Unterzahl gefightet und die Zweikämpfe angenommen. Sie haben das super gemacht.“
Mit diesem Rückenwind blickt der TSV Kronshagen bereits auf die kommende Woche. „Da fahren wir nach Kropp, wollen die nächsten drei Punkte einheimsen und dann mit dem Abstieg nichts mehr zu tun haben“, gab Yamak die klare Marschroute vor.
Stimme zum Spiel
Coskun Yamak (Trainer TSV Kronshagen)
TSV Kronshagen: Bock – Wallenstein, Hencke, Kallenbach, Wethgrube – Hamze (76. Morawe), Sand, Jasari (71. Schmitz), Möller (84. Klaus), Sylla – Reikat (63. Cumur).
Trainer: Coskun Yamak.
TSV Friedrichsberg-Busdorf: Haarig – Quapp (84. Markosyan), Jonas Goos, von Lanken, Yildirim (46. Al-Batal) – Moellner, Wegner – Asmussen, Harutjunjan, Siepelt – Daniel Schubert.
Trainer: Michael Schröder.
SR: Torge Feldt (Fort. Glückstadt).
Ass.: Aaron Boettcher, Emirhan Kaptan.
Z.: 60.
Rote Karte: Ole Sand (20., Kronshagen).
Tore: 1:0 Rune Möller (1.), 2:0 Prempton Jasari (13.), 2:1 Daniel Moellner (59.), 3:1 Lucas Sylla (89.).