2024-07-22T11:49:03.802Z

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Zu früh gefreut? Nach dem 7:0-Finalsieg feierte die Zweitvertretung des SV 09 Staßfurt ihren vermeintlichen Titel.
Zu früh gefreut? Nach dem 7:0-Finalsieg feierte die Zweitvertretung des SV 09 Staßfurt ihren vermeintlichen Titel. – Foto: Verein

Juristisches Nachspiel: Salzlandpokal-Finale geht in die Verlängerung

Salzlandpokal +++ Endspiel zwischen dem SV 09 Staßfurt II und dem SV Baalberge wird Angelegenheit für FSA-Sportgericht

Ein Spiel dauert 90 Minuten, manchmal auch 120 oder, wenn ein Elfmeterschießen nötig wird, auch noch ein wenig länger. Doch dann steht der Sieger fest. Anders verhält es sich im Finale um den Salzlandpokal 2022 zwischen dem SV 09 Staßfurt II und dem SV Baalberge. Die Partie könnte zum längsten Endspiel aller Zeiten werden. Zur Erinnerung: Gespielt wurde am 24. Juni 2022, einem Freitagabend. Die Staßfurter Reserve gewann nach 90 einseitig verlaufenden Minuten mit 7:0. Beendet war die Partie damit aber keineswegs.

Baalberge legte Einspruch gegen die Wertung ein

Denn der unterlegene SV Baalberge legte Einspruch gegen die Spielwertung ein. Der SVB unterstellt, dass die Staßfurter Reserve – mit vier Spielern – einen Akteur mehr aus der eigenen Landesliga-Mannschaft auflaufen ließ, als es die Spielordnung erlaubt. Die Baalberger nahmen in ihrem Einspruch Bezug auf Paragraph 5 der Spielordnung („Spielberechtigung von Spielern innerhalb verschiedener Mannschaften eines Vereins/Abteilung“). Diskutabel war aus Baalberger Sicht vor allem der Einsatz von Staßfurts A-Junior Thorben Zöger.

Über jenen Einspruch hatte nun das Sportgericht des Kreisfachverbandes Fußball Salzland zu befinden. Und tat dies auch. Mit negativen Folgen für den SV 09 Staßfurt. Die Partie wird mit 0:3 gegen den SV 09 gewertet. Der Pokalsieg geht damit am grünen Tisch an den SV Baalberge. Das Ende in der Posse um den Pokal bedeutet dies freilich nicht. Denn die Staßfurter wollen diese Entscheidung nicht akzeptieren. „Wir haben bereits schriftlich Berufung beim Landessportgericht eingereicht“, bestätigte Staßfurts Vereinschef Christian Krüger auf Volksstimme-Nachfrage. Damit steht der Pokalsieger der Saison 2021/2022 auch vier Wochen nach dem Endspieltermin noch nicht fest. Und es wird bis zu einer endgültigen Klärung wohl auch noch mehr Zeit ins Land gehen.

Staßfurter sind von Urteilsbegründung irritiert

Besonders verwundert ist man auf Staßfurter Seite über die Urteilsbegründung von Seiten des Kreissportgerichts um Sportrichter Tino Jänicke. „Auf den Paragraph, den die Baalberger in ihrem Einspruch benannt haben, wird in der Begründung gar nicht eingegangen“, sagt Christian Krüger kopfschüttelnd. Stattdessen, so berichtet der Staßfurter Vereinsvorsitzende, urteilte der KFV-Richter Bezug nehmend auf Paragraph 19 der Spielordnung. In jenem Teil der Regularien geht es um die Spielklasseneinteilung. Und sie besagt, dass die Nachwuchsspiele auf Landesebene formell oberhalb des Kreispokals angesiedelt sind. Damit gelten auch alle Landesligaspiele, die Thorben Zöger in der abgelaufenen Saison für Staßfurts A-Junioren bestritten hat, als höherklassige Einsätze.

„So interpretiert es das Sportgericht“, berichtet Krüger und macht anschließend klar, dass er und sein Verein diese Sichtweise für falsch hält. „Wir sehen das anders. Wir hatten in der Vergangenheit immer mal wieder mit diesen Dingen zu tun und haben uns diesbezüglich schon vor längerer Zeit beim FSA (Fußballverband Sachsen-Anhalt/ Anm. d. Red.) erkundigt“, erklärt Christian Krüger. Die Auskunft, die die Staßfurter dort unter anderem von Markus Scheibel, beim FSA hauptamtlich für das Spielwesen verantwortlich, erhielten, geht in eine andere Richtung. „Die Spielklasseneinteilung ist dazu da, die Rangfolge bei Spielansetzungen am selben Spieltag zu regeln“, erklärt Krüger.

Angelegenheit für das FSA-Sportgericht

Welche Interpretation der Regeln nun das FSA-Sportgericht im Berufungsverfahren anwendet, wird nun die spannende Frage sein. Fest steht schon jetzt, dass das Finale 2022 immer mit einem „Geschmäckle“ behaftet sein wird. In jedem Fall verdeutlicht die Causa „Staßfurt II versus Baalberge“ einmal mehr, dass Satzungen und Ordnungen des Fußballverbandes nicht klar anwendbar sind und noch dringender und genauer überarbeitet werden müssen, als dies seit dem Amtsantritt des neuen FSA-Präsidenten Holger Stahlknecht sowieso schon passiert.

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Aufrufe: 026.7.2022, 13:00 Uhr
mjc/VolksstimmeAutor