2026-06-03T09:07:03.210Z

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Jüchen/Garzweiler schafft Sensation und bleibt in der Liga

Oberliga Niederrhein: VfL Jüchen/Garzweiler setzt sich 2:1 im Grotenburg-Stadion beim KFC Uerdingen durch.

von RP / Dirk Sitterle · Heute, 16:30 Uhr · 0 Leser
Jüchen feiert in der Grotenburg
Jüchen feiert in der Grotenburg – Foto: Ralph Görtz

Ja, am Ende wäre der VfL Jüchen/Garzweiler selbst bei einer Niederlage in Uerdingen über den direkten Vergleich mit Holzheim, Frintrop und Kleve (alle 41 Punkte) in der Oberliga geblieben, aber das Klassenziel mit einem nie und nimmer zu erwartenden 2:1-Sieg beim DFB-Pokalsieger von 1985 erreichen zu haben, ist natürlich tausend Mal schöner. Und aufregend ging es schon zur Sache im legendären Grotenburg-Stadion.

Zur Pause hatte sich das Worst-Case-Szenario aus Sicht des Neulings nämlich tatsächlich angedeutet: Holzheim lag gegen Schonnebeck mit 3:2 vorne, ebenso überraschend führte Monheim mit 2:0 gegen die mit Aufstiegsambitionen angetretenen Ratinger und auch Büderich war im Duell mit Baumberg beim Zwischenstand von 2:1 vorbeigezogen. Von einem Abstiegsplatz trennte den VfL damit nur noch der mit dem 0:0 in Uerdingen erstrittene Punkt. Frintrop, gegen Dingden mit 3:0 in Führung, hatte seine Hausaufgaben im Grunde schon erledigt und wartete nun gebannt auf (gute) Kunde aus der Grotenburg. Denn da die Essener gegenüber Jüchen im direkten Vergleich vorne lagen (4:2, 0:0), mussten sie punktemäßig nur gleichziehen.

Fairness-Akt der Uerdinger ebnet Klassenerhalt

Nach Ole Päffgens Tor zum 1:0 für den KFC schien das Schicksal der Viktoria schon besiegelt, doch im Gegenzug glich Kevin Rubaszewski aus. Ein Akt großer Fairness der Krefelder: Denn bei ihrem Tor hatten die Gastgeber das von Jüchen wegen einer Verletzung ins Seitenaus geschlagene Leder eigentlich nur zurückspielen wollen. „Aber dann sprang der Ball unglücklich auf und in unser Tor“, sagte VfL-Trainer Daniel Klinger. Eine noble Geste der Hausherren, dass sie ihrem Kontrahenten daraufhin den Treffer zum Ausgleich schenkten. „Voll fair“, befand auch Klinger. Und es wurde sogar noch besser für die Gäste: Nils Friebe traf mit seiner neunten Hütte in dieser Saison zum 2:1 (71.). Und da fast gleichzeitig Holzheim gegen Schonnebeck Keeper Johannes Kultscher (zweite Rote Karte in der Rückrunde) und seine Führung verlor, war Jüchen auf einmal wieder Tabellenachter.

Die letzten (plus Nachspielzeit) 25 Minuten waren für die nach ergreifend erfolglosen Wochen sowohl mental als auch personell angeschlagenen Gäste noch mal nervenaufreibend, wobei Klinger seinen Schützlingen ein sehr gutes Zeugnis ausstellte: „Riesenkompliment an die Jungs, sie haben jeden Ball wegverteidigt.“ In den Schlussminuten brachte der 40-Jährige, der aufgrund der akuten Nöte selbst noch einmal auf der Auswechselbank Platz genommen hatte, sogar Torwarttrainer Felix Thienel für den ausgepumpten Friebe.

„Damit sind wir jetzt die beste Defensivmannschaft der Liga“, resümierte Klinger nach „acht ganz harten Wochen.“ Und machte damit fürs Erste einen Strich unter die extrem fordernde Saison: „Am Montag um 5 Uhr klingelt der Wecker – und dann geht’s für acht Tage nach Mallorca.“