
Das hatten sich die Jüchener schön ausgedacht. Eigentlich wollten sie in der Oberliga am vergangenen Freitag zum Mitaufsteiger DJK Adler Frintrop fahren, einen Sieg holen und damit drei weitere Zähler auf dem Weg zur mythischen 40-Punkte-Marke einsammeln. Doch daraus wurde bekanntlich nichts.
Der VfL Jüchen erwischte gerade in der sonst so zuverlässigen Defensive einen ziemlich gebrauchten Tag und musste mit einer 2:4-Niederlage den Heimweg von Essen nach Jüchen antreten. Auch dieses Resultat trug dazu bei, dass das Tabellenmittelfeld noch enger zusammengerückt und auch der Abstand zur Abstiegszone nicht sonderlich groß ist. Die Jüchener empfangen in Gestalt des 1. FC Monheim schon am Freitag ein Team, das überraschenderweise mittendrin steckt im Abstiegskampf.
Der VfL selbst kann mit 32 Zählern, sechs mehr als Monheim und acht mehr als Sonsbeck auf dem ersten Abstiegsplatz, zwar aktuell noch relativ entspannt sein, doch Trainer Daniel Klinger hat weiter im Sinn, die 40 Punkte zu erreichen und damit so gut wie sicher für eine weitere Saison in der Oberliga planen zu können. Dass auf dem Weg dorthin jetzt wieder ein Heimspiel ansteht, trifft sich ganz gut, denn die Jüchener sind bekanntlich an der Stadionstraße eine Macht. Seit Mai 2024 gab es dort keine Niederlage mehr, was sich auch in der Heimtabelle der laufenden Saison niederschlägt. Da steht der VfL auf dem ersten Platz, während er in der Fremde mit neun Punkten den drittletzten Rang einnimmt.
„Die Niederlage in Frintrop war ein Ausrutscher, der immer mal vorkommen kann. Ich hoffe auf eine Besserung zu Hause“, erklärt Daniel Klinger, der kürzlich sein 40. Lebensjahr vollendete. Dass er zu den Feierlichkeiten unter der Woche im Sauerland das Gefühl der Niederlage mitnehmen musste, schmeckte ihm zwar gar nicht, doch er weiß schon ziemlich genau, was zu tun ist, damit es am Freitag wieder was wird mit etwas Zählbarem. „Die Defensive fängt ja bekanntlich schon weit vorne an. Die Räume waren einfach zu groß, wir haben zu viele Räume zugelassen. Jetzt geht es darum, vernünftig zusammen zu arbeiten, dass die Abstände stimmen und wir mehr miteinander reden“, so Daniel Klinger. Eher suboptimal ist in diesem Zusammenhang, dass Ex-Profi und Kapitän Tim Heubach als zentraler Bestandteil der Innenverteidigung wegen der fünften Gelben Karte fehlen wird.
Nicht zur Verfügung stehen werden wohl auch die angeschlagenen Benni Schütz und Tim Kosmala, die sich darüber doppelt ärgern dürften. Schließlich kickten sie beide lange für Monheim und hätten gerne dazu beigetragen, nach dem Hin- (2:1) auch das Rückspiel gegen ihren Ex-Verein zu gewinnen. Zwei weitere frühere Monheimer werden aber die Chance erhalten, das zu tun. Daniel Klinger sieht Tobias Lippold und Torwart Björn Nowicki, die beide erst im vergangenen Sommer nach Jüchen wechselten, in der Startelf. „Natürlich könnten wir Monheim mit einem Sieg noch tiefer in den Abstiegsstrudel drücken. Aber wir müssen nur auf uns schauen, der Rest ist uninteressant“, meint Daniel Klinger.