2026-04-16T10:11:10.190Z

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Jüchen: Daheim eine Macht, auswärts eine „reine Katastrophe"

Die ärgerliche 0:1-Pleite beim Schlusslicht in Kleve wirkt nach. In einem längeren Gespräch schwor Trainer Daniel Klinger die Fußballer des VfL Jüchen/Garzweiler auf die Endphase der Saison ein. Im Heimspiel gegen Meerbusch sieht er seine Jungs nun in der Pflicht.

von RP / Dirk Sitterle · Heute, 14:00 Uhr · 0 Leser
Zu Hause gegen Holzheim reichte es noch für drei Punkte.
Zu Hause gegen Holzheim reichte es noch für drei Punkte. – Foto: Hubert Wilschrey

An heimischer Stadionstraße ist der VfL Jüchen/Garzweiler bekanntlich eine Macht. Die in 14 Spielen eingebrachten 27 Punkte werden in der Oberliga Niederrhein nur vom Spitzenreiter Ratingen 04/19 (29) übertroffen. Damit es die Zuschauer am Naturrasenplatz etwas behaglicher haben, hat der Neuling in die Infrastruktur investiert: Im Match am Freitagabend (Anpfiff 20 Uhr) gegen den TSV Meerbusch feiert die in Eigenregie errichtete Tribüne ihren Einstand. Die bietet Platz für 78 zahlende Gäste – und ist das Werk ehrenamtlicher Arbeit, unter anderem geleistet von Achim Venten aus der sportlichen Leitung, Co-Trainer Stefan Schiffer und dem langzeitverletzten Mittelfeldspieler Dragan Kalkan.

Klinger zu den jüngeren Spielern: "Erst wenn Ihr was erreicht habt, könnt Ihr mitreden"

Was sich Trainer Daniel Klinger für ihren ersten Einsatz wünscht, ist nicht schwer zu erraten: „Einen Sieg! Denn das Spiel am Freitag ist so wichtig für den Rest der Saison.“ Zum einen will er mit seinen Schützlingen endlich die schon vor Monaten als Ziel ausgegebene 40-Punkte-Marke knacken. Das würde wegen der Verzahnung der Spielklassen bis zur 2. Liga zwar nicht schon hundertprozentig den Klassenverbleib bedeuten – läuft es ganz dumm, könnte es am Ende sogar noch den VfB Homberg auf Rang 15 mit aktuell 30 Punkten erwischen –, doch danach, so die Hoffnung des Coaches, „tun wir uns wieder leichter, guten Fußball zu spielen.“ Zum anderen erwartet er von seinem Team nach schwierigen Wochen den Turnaround.

Den sah er mit dem 1:0-Heimsieg am Gründonnerstag gegen Schonnebeck eigentlich schon geschafft, doch dann stresste ihn nach der Osterpause die 0:1-Pleite beim Schlusslicht 1. FC Kleve. Mehr noch als die verlorenen Punkte ärgerte ihn der müde Auftritt in der Eroglu-Arena. „Wenn man über 90 Minuten rackert und am Ende steht trotzdem eine Niederlage, ist das gar nicht schlimm. Aber damit, dass du den Ball verlierst und dann nicht nachgehst, habe ich ein Problem. Uns hat es in Kleve an Einstellung, Mentalität und Kampfgeist gefehlt.“

Zusätzlich zur Generalaussprache am Dienstag nahm er sich daher gerade die junge Garde in Einzelsitzungen zur Brust. „Die Alten, allen voran Tim Heubach, Tobias Lippold oder auch Benny Schütz, müssen hier nichts mehr beweisen. Aber es gibt halt auch noch einige Spieler, die wollen in die Regionalliga. Aber das reicht nicht, und das habe ich denen auch klipp und klar gesagt: ,Erst wenn Ihr was erreicht habt, könnt Ihr mitreden!’“

Als Vorbild empfiehlt er den verhinderten Himmelsstürmern Yuta Inoue, dessen starke Leistungen ihm für die nächste Saison einen Vertrag beim KFC Uerdingen beschert haben. „Und das ist ja eigentlich auch ein Regionalligist.“

Was ihm zudem komplett gegen den Strich geht, ist die Diskrepanz zwischen den Heim- und Auswärtsspielen. „Zu Hause kriegen wir das über 60 Minuten hin, unser Limit zu erreichen, auswärts nur 30 Minuten.“ Weniger zustande als Jüchen (10 Punkte) bekommt in der Fremde nur Kleve (7). Das bringt Klinger so auf den Punkt: „Auswärts ist das eine reine Katastrophe!“ Bedeutend zuversichtlicher geht er aber ins Heimspiel am Freitag gegen den TSV Meerbusch, der als Tabellensiebter einen Rang vor dem Neuling steht und die 40 Punkte bereits auf seinem Konto hat.

Heubachs Saison ist bereits vorüber

Ein echter Stimmungskiller ist indes die Verletzung von Tim Heubach. Der Ex-Profi erlitt in Kleve einen Innenbandanriss im Knie, muss damit zwar nicht unters Messer, fällt aber bis zum Saisonende aus. Klinger redet den Verlust gar nicht erst klein. „Tims Ausfall ist sehr schmerzhaft für uns. Er ist einer unserer besten Spieler.“ Weil große Jammerarien nichts bringen, hat sich der Coach Gedanken gemacht, wer Heubachs Rolle als tragender Pfeiler in der Abwehrkette übernehmen könnte. „Kandidaten gibt es genug“, versichert er. Infrage kommen zum Beispiel Giovanni Multari und Tim Kosmala, aber auch Tobias Lippold hat in dieser Saison bereits gezeigt, dass er diesen Job machen kann.

Trainiert werden die Gäste nach dem Rücktritt von Marcel Winkens übrigens interimsmäßig von Marc Roch, der als Spieler des FC Zons gemeinsam mit Dirk Schneider und Eddy Hagedorn in die Verbandsliga aufgestiegen war.