
Ausgelassene Stimmung herrschte gestern Abend in Rütenbrock beim Kreispokalfinalspiel Emsland Nord/Mitte zwischen der JSG Erika-Altenberge/Rütenbrock und der JSG Sögel/Spahnharrenstätte. Nicht weniger als dreihundert Zuschauer, jede Menge Spaß, Bierkisten, die mit dem Auto vom Vereinshaus zur Verkaufsstelle geliefert wurden, zwei sehr sympathische Trainer, Spieler, die alles gegeben haben und Fans, die rundum zufrieden waren.
Eine Gruppe war glücklicher als die andere, denn die Fans der Gäste waren sehr zufrieden, denn es wurde ein 1:6, aber auch die Leute der Heimmannschaft waren nicht sehr traurig. Ja, sie hätten gerne gewonnen, aber sie gaben zu, dass der Gegner verdient gewonnen hatte und man dem zustimmen konnte. Das Team aus Sögel und Spahnharrenstätte war zwar eine Klasse besser, aber der Sieg war einigermaβen Schmeichelhaft.

So etwas hatte der Trainer der JSG Erika-Altenberge/Rütenbrock, Lars Kollmer, noch nie erlebt, auch wenn er seit einem Jahrzehnt Jugendtrainer in Rütenbrock is. „Ich weiß noch, dass es mal ein Finale der B-Junioren gab, auch hier in Rütenbrock, und da waren so um die 250 Leute da: Auch viel, aber sowas, nein, das habe ich noch nie erlebt.“ „Schön, oder?“ Kollmer durch und durch: Positiv, enthusiastisch und ehrlich: „Die waren besser.“ Absolut. Aber 1-6 ist zu hoch. Ein 1-3 hätte dies besser widergespiegelt. Zum Glück haben wir trotzdem ein Tor geschossen“, lachte er.

Tim Winkel erzielte das eine Viertelstunde vor Schluss: Ein Fehler des Gegners, aber trotzdem zählte es. „Hauptsache, wir haben ein Tor geschossen“, sagte der Trainer. Trainerkollege Jürgen Jansen der Gäste durfte zu diesem Zeitpunkt bereits fünfmal jubeln, denn seine Mannschaft spielte an diesem Abend richtig gut: Technisch guter Fußball, ein starkes, bewegliches Mittelfeld, eine körperlich starke Abwehr und Angreifer, die Fußball spielen können. Anton Jansen zum Beispiel. Der Stürmer erzielte drei Treffer und sogar einen echten Hattrick. Nach dem 0:2-Pausestand zeigte er seine Klasse und war er der Mann, der nach dem Spiel noch am meisten Bier in seinen Haaren hatte. Es störte ihn nicht, denn dreimal an einem Tag zu ,,duschen“ ist für einmal ganz angenehm.
Für die befreiende Führung nach einem Viertel der Partie sorgte Marten Illenseer. Bis dahin hatte die Heimmannschaft noch ganz gut gespielt und auch danach war das der Fall. Als Till Jaspers zehn Minuten vor der Halbzeit ein Eigentor schoss, schien der Widerstand etwas zu schwinden, doch auch das war eine Qualität des Tabellenführers der Kreisliga A, der dort mit Abstand die Nase vorn hat. Auch Kollmer wusste, dass es ein harter Tag werden könnte, aber er coachte weiterhin gut in der Hoffnung, dass noch etwas passieren könnte. Jürgen Jansen genoss jeden Augenblick im Grenzgebiet. Ein Tor war schöner als das andere. Auch als Illenseer das halbe Dutzend schoss, war es noch immer eine Freude, sich an einem schönen Tor zu erfreuen: Eine großartige Fußballshow einer sehr guten Mannschaft, die noch viele Jahre so weitergehen kann. In Sögel und Spahnharrenstätte muss man um die Zukunft keine Angst haben.

Es bleibt zu hoffen, dass Anton Jansen dem Verein treu bleibt und nicht abgeworben wird. Der Angreifer fasste das Spiel gut zusammen. ,,In den ersten 20 Minuten hat Rütenbrock stark dagegengehalten. Dann kamen das 1:0 und das 2:0 zu wichtigen Zeitpunkten und es kam bis zur Halbzeit etwas Ruhe in unser Spiel. Dass wir dann direkt zu Beginn der zweiten Halbzeit das 3:0 schießen ist natürlich optimal. Danach musste Rütenbrock mehr nach vorne machen, wodurch sich für uns Räume geboten haben, die wir für die weiteren Tore sehr gut ausnutzen und bespielen konnten.”
