Die Gefahr, Kinder und Jugendliche zu verlieren

Fußball-Jugendtrainer Harsdorf macht sich Gedanken um Folgen des Corona-Lockdowns.

Im aktuellen Corona-Lockdown ist Mannschaftssport aktuell grundsätzlich verboten - nicht nur Wettkampfspiele, sogar Training in Kleingruppen ist aktuell nicht möglich. Das findet Tony Harsdorf, Trainer der B-Junioren der JSG Wallenhorst/Lechtingen, gerade mit Blick auf Kinder und Jugendliche schwierig.

„Die Gefahr ist, dass sich ihr Tagesablauf dauerhaft auf folgende Punkte reduziert: Schule, essen, Spielkonsole, schlafen“, sagt der Fußballtrainer. Seine 15 und 16 Jahre alten Talente würden aktuell aus ihrem gewohnten sozialen Umfeld herausgerissen. „Natürlich sehen wir aus gesundheitlichen Gründen die absolute Notwendigkeit von Anti-Corona-Maßnahmen. Aber Antworten auf Fragen der Jungs dazu habe ich bald keine mehr, weil uns die Transparenz und Nachvollziehbarkeit dieser Maßnahmen ein wenig fehlt“, sagt Harsdorf mit Blick auf die Tatsache, dass seine Nachwuchskicker morgens in der Schule in geschlossenen Räumen eng zusammensitzen, aber nachmittags auf dem großen Fußballfeld an der frischen Luft nicht mehr zusammen spielen dürfen.

Ab kommender Woche will der 31-Jährige versuchen, seine Bezirksligakicker über Video-Challenges fit zu halten – und zusammenzuhalten. „Ich sehe schon die große Gefahr, dass der Mannschaftssport durch Corona einige Kinder und Jugendliche dauerhaft verliert“, so Harsdorf.

Dieser Text ist Teil einer größeren Analyse zu den Folgen des (und den Umgansweisen mit dem) Lockdown(s) durch Osnabrücker Sportvereine in der Neuen Osnabrücker Zeitung (hier nachzulesen).

Aufrufe: 04.11.2020, 07:00 Uhr
Neue Osnabrücker ZeitungAutor

Verlinkte Inhalte