Im Kreise der Jugend fühlt sich Tim Klein-Harmeyer (hintere Reihe, links) wohl.
Im Kreise der Jugend fühlt sich Tim Klein-Harmeyer (hintere Reihe, links) wohl. – Foto: Heidi Sturm

Alsenztal und Nordpfalz: Wo die Jugendarbeit im Vordergrund steht

Die JSG Alsenztal und die JSG Nordpfalz wollen klarstellen wie wichtig die Jugendarbeit für die Zukunft des Fußballs ist

HOCHSTÄTTEN. „Ohne Jugend keine Zukunft“ – das haben sich die JSG Alsenztal und der JSG Nordpfalz auf ihr gemeinsames Banner geschrieben, das künftig auch als „Credo“ den Sportplatz zieren soll. Damit folgen die Verantwortlichen auch den Worten des Bezirksvorsitzenden und früheren Hochstätter Vereinsvorsitzenden Thomas Dubravsky, der immer wieder unterstreicht, was wichtig ist, damit der Fußball eine Zukunft hat: „Jugendarbeit, Jugendarbeit. Und nochmals Jugendarbeit.“

Die vor zwei Jahren geschlossene Kooperation, an der insgesamt sechs Orte aus der Nachbarschaft beteiligt sind und in der auch noch Kinder aus anderen Gemeinden spielen, ist gut zusammengewachsen, wie Jugendleiter Tim Klein-Harmeyer stolz berichtet. Das Besondere: Während die Vereine SG Nordpfalz und SG Alsenztal im Aktivenbereich mehr oder weniger Konkurrenten sind, ziehen sie beim Nachwuchs an einem Strang. Die gesellschaftliche Entwicklung macht es eben notwendig, über den Tellerrand hinauszuschauen. Im Sinne der Kinder und Jugendlichen.

Sechs Mannschaften
im Jugendspielbetrieb

Vor vier Jahren hatte Klein-Harmeyer als Bambinitrainer angefangen, damals hatten die Alsenztaler gerade zwei Nachwuchsteams im Angebot. Jetzt spielen – dank der Kooperation – Kinder von der G- bis zur D-Jugend in fünf Teams, aktuell ganz neu erstmals in einer C-Jugend. Perspektivisch wollen die Verantwortlichen rund um Hochstätten und Feilbingert den kompletten Juniorenbereich abdecken. „Davon sind wir nicht mehr weit weg.“ Und dabei hat Klein-Harmeyer in erster Linie gar nicht einmal die eigene erste Männermannschaft im Blick. „Mein Ziel ist es nicht, jedes Jahr fünf Spieler in die Bezirksliga oder A-Klasse zu bringen“, sagt der Jugendleiter: Vielmehr gehe es darum, sie im Mannschaftssport auch charakterlich zu fördern und an den Verein zu binden, um dem Nachwuchsmangel nicht nur auf dem Spielfeld entgegenzuwirken. Über ein ganzheitliches Jugendkonzept: mit Übungsleitern und Sponsoren, von einheitlichen Trikots bis zum klubeigenen Verhaltenskodex.

Tim Klein-Harmeyer verteilt Flyer in den Schulen und Kitas. Die beste Werbung sei aber die Mundpropaganda, dass sich hier etwas bewege, betont der 36-Jährige. Sogar in Corona-Zeiten geht es vorwärts: Da hat man alle Nachwuchsspieler unter finanzieller Beteiligung der Eltern komplett neu ausgestattet und freut sich zudem, dass man mit regionalen Unternehmen wie „Ruhl Tecconsult“ (vertreten durch Matthias Bührmann) sowie Martina Specht und Ronny Porth noch drei Unterstützer der Jugendarbeit gefunden hat.

Es sei nicht einfach, Unterstützer zu finden – auch da fehle es oft an „Nachwuchs“, sagt Klein-Harmeyer, immer noch Drittjüngster im Vorstand des FV Hochstätten. „Wenn wir nicht aufpassen – wer soll denn die Vereinsarbeit in zehn Jahren machen?“ Ein generelles Problem, das viele Vereine haben. „Es geht nicht nur ums Toreschießen, sondern auch um Verwaltung, Organisation oder Rasenmähen.“

Aufrufe: 011.6.2021, 18:00 Uhr
Mario Luge und Heidi SturmAutor

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