
Zwei Wochen mit einiger Unruhe haben die Sportfreunde Uevekoven hinter sich. Zunächst beschäftigte den Landesliga-Aufsteiger die Posse um das vier Tage nach Austragung gegen sich gewertete Spiel im Viertelfinale des Rurdorfer Sommercups. Dieses Spiel hatten die Grün-Weißen nach Elfmeterschießen gegen den künftigen Ligarivalen Union Schafhausen eigentlich mit 9:8 gewonnen, ehe dem späten Einspruch der Union gegen die Spielwertung wegen des Einsatzes des da noch nicht spielberechtigten Uevekovener Nachwuchskeepers Lennart Kyek Recht gegeben wurde.
Nach der regulären Spielzeit hatte es da 2:2 gestanden – beide Sportfreunde-Treffer gingen auf das Konto von „Königstransfer“ Joy-Slayd Mickels, der im Sommer von Bezirksligist Ay-Yildizspor Hückelhoven gekommen war. Es sollten allerdings auch schon Mickels‘ letzte Treffer für die Sportfreunde gewesen sein. Denn völlig überraschend ist der 31-Jährige nun in die 1. aserbaidschanische Liga zu Karvan Yevlakh gewechselt.
„Joy-Slayd hatte mich aus seinem Urlaub angerufen und mir mitgeteilt, dass er die Chance auf ein Probetraining dort erhalten habe“, erläutert Uevekovens Coach Daniel Marschalk. Dabei muss Mickels, in der Saison 2019/2020 für den FC Wegberg-Beeck am Ball, mächtig Eindruck hinterlassen haben – jedenfalls so viel, dass er direkt verpflichtet wurde. „Ich habe mit ihm bereits dort telefoniert. Er ist mit den Gegebenheiten vor Ort sehr zufrieden, wollte die Chance, noch einmal als Profi zu spielen, unbedingt nutzen“, erläutert Marschalk.
Für die Sportfreunde ist der kurzfristige Abgang aber gleich aus zwei Gründen sehr bitter – in erster Linie natürlich aus sportlichen. Schließlich verlieren die Grün-Weißen mit ihm einen erstklassigen Spieler, der als Führungsfigur für die Landesliga auch fest eingeplant war. „Wir können es aber nicht ändern, müssen nun ohne ihn klarkommen. Und ich bin sicher, das werden wir auch“, versichert Marschalk.
Zum anderen können die Sportfreunde nun aber auch die 1500 Euro, die sie für Mickels als Ablösesumme an Ay-Yildizspor gezahlt haben, in den Wind schreiben. „Joy-Slayd hat mir gegenüber allerdings schon versprochen, dass er selbst diese Summe im September an uns zurückzahlt“, erläutert Marschalk.
Jetzt erst recht ist er zudem froh, dass im Sommer kurzfristig auch noch Kevin Mohanraj vom 1. FC Viersen den Weg nach Uevekoven gefunden hat. „Der war nämlich nicht eingeplant, ist von sich aus gekommen.“
Losgelöst davon haben zumindest einige Uevekovener Spieler weiterhin keinen Frieden mit dem späten Schafhausener Einspruch gemacht. Für diese ist es auch kein Trost, dass die Union den Sportfreunden die 200-Euro-Siegprämie für den Viertelfinalerfolg überlassen hatte – die hätte Schafhausen ja auch noch einfordern können. Die praktische Verwendung dieser 200 Euro verrät Marschalk schmunzelnd: „Die werden wir am Wochenende beim Erkelenzer Weinfest vertrinken.“