
Die Bilanz von Jonas Holzum in diesem Jahr liest sich wirklich herausragend. In sieben Spielen stand der Torhüter des KFC Uerdingen in der Oberliga Niederrhein auf dem Platz. Sechs Partien davon hat der KFC gewonnen. Mehr noch – alle diese sechs Spiele hat der Klub ohne Gegentor gewonnen. Einzig bei der 2:3-Niederlage bei der Holzheimer SG musste Holzum in diesem Jahr hinter sich greifen.
Man kann den jungen Torhüter also ohne Weiteres als die Lebensversicherung des KFC Uerdingen bezeichnen. Denn die Siege waren mehrheitlich keine, in denen die Krefelder den Gegner an die Wand gespielt und mit einem Schützenfest abgefertigt hatten. In vier dieser Spiele hieß es vielmehr Zittern bis zur letzten Minute. Da ist es oft egal, wie viele Chancen die Gegner bis dahin hatten, in einem engen Spiel kann mit einem gut ausgespielten Angriff in jeder Situation das Spiel kippen und die Führung passé sein.
Nicht nur Trainer Julian Stöhr, auch Jonas Holzum hat das „leidige Thema“ nach dem knappen 1:0 gegen Frintrop angesprochen: die Chancenverwertung. „Wir machen den Sack nicht zu, wir können das 2:0, 3:0 oder 4:0 machen. Für den Aufwand müssen wir uns mehr belohnen“, sagte Holzum im Gespräch mit unserer Redaktion. Für ihn als Torhüter sei es extrem ärgerlich, von hinten zusehen zu müssen, dass die Bälle nicht reingehen. „Eigentlich müssten Mölle (Justin Möllering, Anm. d. R.) oder ich mal vorne rein, um uns da in die Bälle reinzuschmeißen“, sagte Holzum scherzhaft. Mit seinem Kontrahenten im Tor des KFC erlebt der 23-Jährige derweil einen sehr positiven Konkurrenzkampf. „Wir verstehen uns sehr gut, auch neben dem Platz. Wir können voneinander viel lernen und pushen uns gegenseitig“, betont der Keeper.
Die eingangs erwähnten Zahlen offenbaren aber auch ein anderes Problem. In drei Spielen – gegen Büderich und St. Tönis stand Justin Möllering im Kasten – hat der KFC Uerdingen in der Rückserie Gegentreffer kassiert. Und alle drei Spiele gingen verloren. Wann immer der Gegner in diesem Jahr trifft, wird es für die Uerdinger ungemütlich. Denn jedes Spiel, in dem die Null nicht stand, ging verloren. „Die Stabilität in der Defensive ist für uns sehr wichtig“, betonte Trainer Julian Stöhr vor dem Spiel in Monheim am Sonntag. „Erst recht, wenn man wenig Tore schießt.“
In der Hinrunde hatte der KFC gegen den 1. FC Monheim fünf Tore erzielt. Die Uerdinger wissen also, wie die Monheimer Defensive zu knacken ist. Gegen Biemenhorst hatte das geklappt, nach einem torreichen Hinspiel auch in der Rückserie nachzulegen (6:1 und 4:0). Der Coach hofft daher auf einen ähnlichen Effekt auch gegen Monheim. Am Ende, da sind sich Jonas Holzum und Julian Stöhr einig, sei es aber egal, wie viele Tore fallen, solange am Ende die drei Punkte mit nach Uerdingen genommen werden. „Für einen Torhüter ist es natürlich ein schönes Gefühl, wenn man zu null spielt“, verrät Holzum. Das war ihm in der Hinrunde lange nicht gelungen, gegen Monheim sah es eine Zeit lang so aus, als der KFC 5:0 führte, in der Schlussphase dann aber noch zwei Gegentore kassierte.
Der kleine Kader des vergangenen Spiels wird nun wieder etwas größer. Die erkrankten Mohamed Benslaiman Benktib und Ephraim Kalonji kehren zurück, ebenso der gelbgesperrte Seongsun You. Nedzhib Hadzha wird in den Kader zurückkehren, eventuell reicht es auch bei Dave Fotso Youmssi, teilte Julian Stöhr mit. Fehlen werden hingegen sicher Justin Möllering, Derick Gyamfi und Ulrich Bapoh, die allesamt verletzt sind. Auch Jesse Sierck steht nach seinem Platzverweis gegen St. Tönis noch nicht wieder zur Verfügung. Beim KFC war man von einer Zwei-Spiele-Sperre ausgegangen, doch nach Kopfstößen liege das Strafmaß deutlich höher. So wird Sierck dem KFC noch vier weitere Spiele fehlen.
Dennoch ist der KFC in der Favoritenrolle. Schließlich ist der 1. FC Monheim das zweitschlechteste Heimteam der Liga. Nichtsdestotrotz braucht die Mannschaft von Dennis Ruess jeden Punkt im Kampf gegen den Abstieg. „Wir wollen unseren positiven Trend fortsetzen“, gibt Stöhr die Richtung vor.