
Es ist ein Bild voller Jammer, das der KFC Uerdingen in den vergangenen zehn Tagen abgegeben hat. Seit 2021 hat Jörg Wieczorek (60), Geschäftsführer der in Pullach ansässigen Hermes Holding, mit seinem Produkt Biolectra Magnesium den KFC vielfach mit großzügigen Sponsoringmaßnahmen unterstützt. Auch dem gebürtigen Krefelder ist das, was aktuell um die Grotenburg passiert, nicht verborgen geblieben.
Herr Wieczorek, wie beurteilen Sie die aktuelle Situation des KFC?
Jörg Wieczorek: "Erschreckend, mehr als erschreckend. Wobei ich fast lieber ein anderes Wort gebrauchen würde. Wie Sie wissen, bin ich im Schatten der Grotenburg aufgewachsen, wurde dort fußballerisch sozialisiert. Ehrlich: Es bricht mir das Herz."
Waren Sie – als namhafter und nicht unerheblich zahlender Sponsor – in die Entscheidungsprozesse der letzten Tage eingebunden?
Wieczorek: "Nein. Und das war vielleicht auch besser so."
Warum?
Wieczorek: "Zu sämtlichen aktuell handelnden Personen fehlt mir jegliches Vertrauen. Eine Ausnahme möchte ich lediglich beim Vorsitzenden des Verwaltungsrates, Nils Gehlings machen."
Wieczorek: "Es werden einfachste kaufmännische Regeln – zum Beispiel die von Soll und Haben – missachtet."
Ist unter den Voraussetzungen denn überhaupt eine weitere Zusammenarbeit KFC mit Biolectra vorstellbar?
Wieczorek: "Wie Sie wissen, habe ich mich ja erst noch am 6. März beim Pokalspiel gegen Rot-Weiß Essen engagiert. Aber nachdem, was jetzt alles vorgefallen ist, müsste es schon einen kompletten personellen Neuanfang im Vorstand geben. Vielleicht liegt auch genau das im Interesse des Vereins."